> > > W.A.Mozart: Divertimenti KV 439b: Trio Roseau
Freitag, 3. Juli 2020

W.A.Mozart: Divertimenti KV 439b - Trio Roseau

Abgespeckte Oper


Label/Verlag: MDG
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Auch auf seiner zweiten Platte spielt das Trio Roseau Mozart: Bearbeitungen zweier Bassetthorn-Trios sowie Auszüge aus 'Così fan tutte' für Oboe, Klarinette und Fagott.

Wem die eine oder andere Melodie bekannt vorkommt, der hat Recht: Das Trio Roseau spielt Auszüge aus Mozarts 'Così fan tutte', bearbeitet für seine Besetzung mit Oboe, Klarinette und Fagott. Erst vor etwa einem Jahr hat das Trio Roseau seine Debüt-CD herausgebracht, darauf eine Bearbeitung aus Mozarts 'La clemenza di Tito' für Oboe, Klarinette und Fagott sowie drei Divertimenti für dieselbe Besetzung, von Mozart ursprünglich für drei Bassetthörner komponiert.

Bezaubernder Mozart

Nach demselben Rezept hat das Ensemble nun seine zweite CD zubereitet, diesmal sind den zwei verbleibenden Bassetthorn-Divertimenti eben 'Così'-Auszüge an die Seite gestellt. Und der Eindruck ist denn im Grunde auch exakt so wie beim ersten Album: Zweifellos ist das schöne Musik, Titel wie 'Un’ aura amorosa' oder 'In uomini, in soldati' klingen auch mit nur drei Holzbläsern ganz bezaubernd. Doch mitunter fehlen eben doch die klangliche Fülle und die teils verblüffend effektvolle Wirkung, die etwa die zu Mozarts Zeit beliebten Opern-Bearbeitungen für Harmoniemusik mit in der Regel acht Bläsern erreichen können.

Hatte Klarinettist Ulf-Guido Schäfer für das erste Album noch sechs Titel aus 'Tito' bearbeitet, so hat er nun fast doppelt so viele aus 'Così' ausgewählt, nämlich elf, und das ist dann vielleicht doch etwas viel des Guten. Denn wie schon bei der ersten Platte hört man sehr klar den Unterschied zwischen der abgespeckten Oper und den ursprünglich schon für Bläsertrio gedachten Divertimenti KV 439b: Spürbar ist dies eben eine Musik für eine kammermusikalische Formation. Wie schon bei der ersten Platte allerdings wurden die Trios für die geänderte Besetzung eine Quarte höher transponiert, und es fragt sich, ob das tatsächlich notwendig ist. Mozarts Trios klingen in der Originalfassung für drei Bassetthörner, abgesehen von der anderen Klangfarbe der Instrumente natürlich, auch durch die recht tiefe Lage einigermaßen außergewöhnlich, ihr besonderer Reiz hängt wohl sogar zu einem guten Teil davon ab. In der hier gewählten höheren Tonart klingt alles immer noch sehr hübsch, vor allem in den raschen, verspielten Sätzen. Ohne Kenntnis der Originale würde man gar nicht darauf kommen, dass es anders gedacht sein könnte. Im direkten Vergleich wirkt die hohe Fassung letztlich dennoch sehr viel gewöhnlicher und harmloser.

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 
Booklet:





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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    W.A.Mozart: Divertimenti KV 439b: Trio Roseau

Label:
Anzahl Medien:
MDG
1
Medium:
EAN:

CD SACD
760623214467


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Mozart, Wolfgang Amadeus


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MDG

Die klangrealistische Tonaufnahme

»Den beim Sprechen oder Musizieren entstehenden Schall festzuhalten, um ihn zu konservieren und beliebig reproduzieren zu können, ist eine Idee, die seit langem die Menschen beschäftigte. Waren zunächst eher magische Aspekte im Spiel, die die Phantasie beflügelten wie etwa bei Giovanni deila Porta, der 1598 den Schall in Bleiröhren auffangen wollte, so führte mit fortschreitender Entwicklung naturwissenschaftlichen Denkens ein verhältnismäßig gerader Weg zur Lösung...« (Riemann Musiklexikon)

Seit Beginn der elektrischen Schallaufzeichnung ist der Tonmeister als »Klangregisseur« bei der Aufnahme natürlich dem Komponisten und dem Interpreten, aber auch dem Hörer verpflichtet. Die Mittel zur Tonaufzeichnung sind hinlänglich bekannt. Die Kriterien für ihren Einsatz bestimmt das Ohr. Deshalb für den Hörer hier eine Beschreibung unserer Hörvorstellung.

Lifehaftigkeit

In der Gewißheit, daß der Konzertsaal im Wohnzimmer (leider) nicht realisierbar ist, konzentriert sich unser Bemühen darauf, die Illusion einer Wirklichkeit zu vermitteln. Die Musik soll im Hörraum so wiedererstehen, daß spontan der Eindruck der Unmittelbarkeit entsteht, das lebendige Klanggeschehen mit der ganzen Atmosphäre der »Lifehaftigkeit« erlebt wird. Da wir praktisch ausschließlich menschliche Stimmen und »klassische« Instrumente - auch sie haben ihren Ursprung im Nachahmen der Stimme - aufnehmen, konzentriert sich unsere Klangvorstellung auf natürliche Klangbalance und tonale Ausgeglichenheit im Ganzen, und instrumentenhafte Klangtreue im Einzelnen. Darüber hinaus natürliche, ungebremste Dynamik und genaueste Auflösung auch der feinsten Spannungsbögen. Weitestgehend bestimmend für die Illusion der Lifehaftigkeit ist auch die Ortbarkeit der Klangquellen im Raum: freistehend, dreidimensional, realistisch.

Musik entsteht im Raum

Um diesen »Klangrealismus« einzufangen, ist bei den Aufnahmen von MDG eine natürliche Akustik unbedingte Voraussetzung. Mehr noch, für jede Produktion wird speziell in Hinblick auf die Besetzung und den Kompositionsstil der passende Aufnahmeraum ausgesucht. Anschließend wird »vor Ort« die optimale Plazierung der Musiker und Instrumente im Raum erarbeitet. Dieser ideale »Spielplatz« ermöglicht nun nicht nur die akustisch beste Aufnahme, sondern inspiriert durch seine Rückwirkung die Musiker zu einer lebendigen, anregenden Musizierlust und spannender Interpretation. Können Sie sich die Antwort des Musikers vorstellen auf die Frage, ob er lieber in einem trockenen Studio oder in einem Konzertsaal spielt?

Die Aufnahme

Ist der ideale Raum vorhanden, entscheidet sich der gute Ton an den Mikrofonen - verschiedene Typen mit speziellen klanglichen Eigenheiten stehen zur Auswahl und wollen mit dem Klang der Instrumente im Raum in Harmonie gebracht werden. Ebenso wichtig für eine natürliche Abbildung ist die Anordnung der Mikrofone, damit etwa die richtigen Nuancen in der solistischen Darstellung oder die Kompensation von Verdeckungseffekten realisierbar werden. Das puristische Ideal »nur zwei Mikrofone« kann selten den komplexen Anforderungen einer Aufnahme mit mehreren Instrumenten gerecht werden. Aber egal wie viele Mikrofone verwendet werden: Stellt sich ein natürlicher Klangeindruck ein, ist die Frage nach dem Zustandekommen des »Lifehaftigen« zweitrangig. Entscheidend ist, es klingt so, als wären nur zwei Mikrofone im Spiel.

Ohne irgendwelche »Verschlimmbesserer« wie Filter, Limiter, Equalizer, künstlichen Hall etc. zu benutzen, sammeln wir die Mikro-Wellen übertragerlos in einem puristischen Mischpult und geben das mit elektrostatischem Kopfhörer kontrollierte Stereosignal linear und unbegrenzt an den AD-Wandler und zum digitalen Speicher weiter. Dadurch bleiben auch die feinsten Einschwingvorgänge erhalten. Auf der digitalen Ebene wird dann ohne klangmanipulierende Eingriffe mit dem eigenen Editor in unserem Hause das Band zur Herstellung der Compact Disc für den Hörer erstellt, für Ihr hoffentlich großes Hörvergnügen.


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