> > > Richard Strauss: Rosenkavalier-Suite, Till Eulenspiegel, Vier letzte Lieder: Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, Mariss Jansons
Montag, 26. September 2022

Richard Strauss: Rosenkavalier-Suite, Till Eulenspiegel, Vier letzte Lieder - Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, Mariss Jansons

Akribische Arbeit


Label/Verlag: BR-Klassik
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Das BRSO mit wertvollen Strauss-Dokumenten aus der frühen Jansons-Ära.

Aus den Jahren 2006 bis 2009 datieren die vorliegenden Live-Mitschnitte aus dem Herkulessaal der Münchner Residenz bzw. der Philharmonie im Münchner Gasteig. Ausschließlich mit Werken von Richard Strauss ist das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks unter Mariss Jansons an seinen beiden Hautspielstätten zu hören, am Beginn steht die 'Rosenkavalier-Suite' AV 145. Souverän deckt der Bayerische Edelklangkörper alle Facetten zwischen ausgelassener Spielfreude, Sentimentalität und walzerseliger Eleganz ab, durchweg trifft man auf glänzend intonierende instrumentale Soli. Jasons legt gewohnt hohen Wert auf akribisch herausgearbeitete Klangdetails, holt dabei allerdings nicht ganz den Schwung und das überbordende Temperament aus der finalen Walzer-Explosion heraus wie etwa Yannick Nézet-Séguin aus dem BRSO Orchester bei den letztjährigen Salzburger Festspielen. Auch das chromatisch absteigende Leitmotiv besitzt nicht ganz den silbrigen Glanz von Nézet-Séguins Dirigat.

Luft nach oben

'Till Eulenspiegels lustige Streiche' op. 28 eröffnen mit zart schwebenden Streichersphären, die darauffolgend flatterhaften und flackernden motivischen Spielereien könnten noch etwas mehr dynamischen Zündstoff vertragen. Jansons stellt zwar durchaus immer wieder die schalkhafte Originalität des programmatischen Inhalts heraus, dieser Eulenspiegel gebärdet sich aber mitunter etwas zu brav und nicht frech genug. Im pizzicato-unterlegten, mit ‚gemächlich‘ überschriebenen Abschnitt schlägt Jansons eine illustrativ anschauliche, schleppende Gangart ein. Dynamisch arbeitet er gewohnt genau, wo die Partitur ein dreifaches Pianissimo fordert, bekommt man auch eines. Strauss‘ exakte stimmungserläuternde Spielanweisungen (etwa ‚schelmisch‘, ‚wütend‘) setzt er im Ansatz zwar um, es wäre aber noch kapriolenhaft ausgelassene Luft nach oben.

Rhythmische Raffinessen stellt Jansons mit musikalischem Charme dar, ein hellwach geschärftes Profil verleiht er den launisch umherwirbelnden Staccato-Achteln. Wo es laut Vortragsanweisung ‚immer ausgelassener und lebhafter‘ wird, darf die Titelfigur sich klanglich so richtig austoben. Messerscharf geschliffenes, voluminöses Blech im Anschluss an den mit der Spielaufforderung ‚Gleichgültig‘ überschriebenen Abschnitt unterstreicht die beeindruckend punktgenaue Ausdrucksfähigkeit der BRSO-Musiker. Die kurz darauf folgende Ruhe vor dem Sturm des Epilogs bringt Jansons zum beredten Klingen, nach nochmals intensiv ausgekosteten Streicherkantilenen holt er gekonnt zum knallig beißenden dreifachen Schluss-Fortissimo aus.

Direkter Vergleich

Prominente Solistin in den 'Vier letzten Liedern' AV 150 ist Anja Harteros. Wie im anfangs genannten Fall der 'Rosenkavalier-Suite' lässt sich auch hier ein interessanter direkter Vergleich ziehen: Setzt man den vorliegenden Mitschnitt in Relation zu der Interpretation, die das BRSO noch 2019 unter Jansons zusammen mit Diana Damrau im Herkulessaal dargeboten (und anlässlich dessen auch aufgezeichnet) hat, so legt letztere stellenweise noch ein wenig mehr Wärme und emotionales Kolorit in die musikalische Illustration der Hesse- und Eichendorff-Texte. Exemplarisch im dritten Lied 'Vor dem Schlafengehen' – was wiederum Harteros‘ unterm Strich weitgehend überzeugendes Licht nicht unter den Scheffel stellen soll. Daneben glänzt im selben Lied Andreas Röhn an der Solo-Violine. Ungewohnt schwach im Vergleich zu den sonstigen BR-Klassik-Produktionen ist der Inhalt des Booklets, das lediglich über die Protagonisten, leider aber so gut wie nicht über die gespielten Werke Auskunft gibt.

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 
Booklet:




Thomas  Gehrig Kritik von Thomas Gehrig,


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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    Richard Strauss: Rosenkavalier-Suite, Till Eulenspiegel, Vier letzte Lieder: Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, Mariss Jansons

Label:
Anzahl Medien:
Veröffentlichung:
Spielzeit:
Aufnahmejahr:
BR-Klassik
1
13.09.2010
063:33
2006
Medium:
EAN:
BestellNr.:

CD
4035719007077
900707


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Strauss, Richard


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"Seit 2003 ist Mariss Jansons Chefdirigent des Symphonieorchesters des Bayerischen Rundfunks. Mit ihm erlebt das Orchester eine der erfolgreichsten Phasen seiner Geschichte, die nicht zuletzt durch das Ranking auf Platz sechs der besten Orchester der Welt in der Zeitschrift Gramophone dokumentiert wurde. „Seine Musik begleitet mich schon mein ganzes Leben lang und berührt mich immer wieder sehr tief“, so Mariss Jansons über Richard Strauss. Das vorliegende Programm umfasst drei der bekanntesten Kompositionen von Strauss, angefangen mit der Rosenkavalier-Suite über das farbige Spektakel um Till Eulenspiegel bis hin zu den Vier letzten Liedern. Hier führt Mariss Jansons eine der gefeiertsten Sopranistinnen der jüngsten Zeit mit dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks zusammen. "


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BR-Klassik

BR-KLASSIK, das Label des Bayerischen Rundfunks (BR), veröffentlicht herausragende Live-Konzerte des Symphonieorchesters des Bayerischen Rundfunks (BRSO), des Chors des Bayerischen Rundfunks, des Münchner Rundfunkorchesters sowie der Konzertreihe musica viva. Dabei ist es ein wesentliches Ziel des Senders, über seine Radio- und TV-Programme hinaus auch digital sowie via CD und DVD allen Musikfreunden weltweit Zugang zu besonderen Aufnahmen zu bieten und auf diese Weise auch jenes Publikum zu erreichen, welches keine Möglichkeit hat, die Konzerte der internationalen Tourneen selbst vor Ort live zu erleben.

Neben den jeweiligen Chefdirigenten wie beispielsweise Mariss Jansons oder Sir Simon Rattle finden sich großartige Künstlerpersönlichkeiten wie Daniel Barenboim, Herbert Blomstedt, Bernard Haitink und viele andere mehr.

Die Reihe BR-KLASSIK WISSEN liefert unterhaltsame und kurzweilige Hörbiografien von Jörg Handstein mit vielen Hintergrundinformationen und Musikbeispielen auf jeweils 4 CDs, erzählt von Udo Wachtveitl sowie spannende Werkeinführungen in bedeutende Kompositionen der Musikgeschichte.

Durch die Reihe BR-KLASSIK ARCHIVE werden historische Aufnahmen des Symphonieorchesters des Bayerischen Rundfunks wieder verfügbar. Beispielsweise die legendäre Aufführung des Verdi-Requiems unter der Leitung Ricardo Mutis mit Jessye Norman, Agnes Baltsa, José Carreras und Jewgenij Nesterenko und dem Chor des BR im Jahr 1981 oder etwa denkwürdige Konzertabende mit der Pianistin Martha Argerich: 1973 unter Leitung von Eugen Jochum mit Mozarts Klavierkonzert KV 456 sowie zehn Jahre später mit Beethovens Klavierkonzert Nr.1 unter Seiji Ozawa.

Mittlerweile umfasst der gesamte Katalog über 200 Aufnahmen und hat bereits mehr als 50 renommierte und internationale Auszeichnungen erhalten, darunter den Preis der Deutschen Schallplattenkritik, den Diapason d’or, den BBC Music Magazine Award und den ICMA.

BR-KLASSIK wird weltweit durch NAXOS vertrieben. Selbstverständlich gehören hierzu auch digitale Portale wie Spotify, Apple, amazon u.v.a.. Die Naxos Music Library präsentiert zudem für Universitäten und öffentliche Bibliotheken via Internet einen ständig wachsenden Katalog mit tausenden von Titeln weltweit führender Labels. Studenten, Lehrpersonal und andere Benutzer können sich jederzeit einloggen und in der Bibliothek, im Hörsaal, im Studentenwohnheim, im Büro oder zu Hause das komplette Repertoire abrufen - auch die Aufnahmen von BR-KLASSIK. 


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