> > > Bruckner, Anton: Sinfonie Nr. 5: Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, Bernard Haitink
Donnerstag, 9. Juli 2020

Bruckner, Anton: Sinfonie Nr. 5 - Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, Bernard Haitink

Dynamische Dimensionen


Label/Verlag: BR-Klassik
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Altmeister Bernard Haitink und das BRSO stellen ihre gemeinsam geballte Bruckner-Kompetenz unter Beweis.

Im Jahr 2010 entstand diese beim hauseigenen Label BR-Klassik erschienene Aufzeichnung aus der Philharmonie im Münchner Gasteig. Bruckners Symphonie Nr. 5 B-Dur WAB 105 spielt das BRSO unter Leitung von Altmeister Bernard Haitink. Eine zentrale Rolle in diesem Werk spielt die polyphone Komponente, er selbst bezeichnete es als sein ‚kontrapunktisches Meisterwerk‘. Eine Besonderheit weist schon der Kopfsatz auf: In keiner anderen seiner Symphonien hat Bruckner dem Hauptteil eine langsame Einleitung vorangestellt. Sauber geführte, von sonorem choralen Blech gefolgte Unisono-Bewegungen ebnen den Weg dorthin. Von fein gezeichneten Streicherlinien schwingt sich das 'Allegro' in voluminöse Sphären mit markanten Blech-Fanfaren auf. Das kontrapunktische Stimmengeflecht der Durchführung wird präzise enthüllt.

Elastische Spannung

Schon hier beherrscht Haitink die Kunst, mit Bruckners zahlreichen Pausen umzugehen, und füllt diese Momente der Stille (nur scheinbar widersprüchlich) mit musikalischem Leben. Glänzend vorgetragen wird das Oboen-Solo des 'Adagio', sanfte Streicherwärme breitet sich in dessen weiterem Verlauf aus, klangliche Noblesse ziert die ausgefeilte Phrasierung. Das Eingangsmotiv des 'Scherzo' ist thematisch mit dem vorangegangenen Satz verknüpft und wird wie das Ländler-artige zweite Thema rhythmisch pointiert dargestellt, durchzuckt von grellen dynamischen Blitzen. Elastische Spannung kreiert das BRSO in den durchlaufenden dreifachen Achtelgruppen der Basslinie. Hell und unbeschwert lässt Haitink den Trio-Abschnitt erstrahlen. Schlüssig geht Haitink in diesem Satz mit den notierten Tempowechseln um. Im Finale weist das Klarinetten-Solo die individuelle Klasse der Orchestermitglieder aus. Wo Bruckner in seinen Spielanweisungen explizit das Hervortreten von Stimmen verlangt, treten diese scharf konturiert in Erscheinung. Über die gesamte Distanz des Werks – auch hier wieder mit Bezug zum Kopfsatz – erscheinende Marcato-Akzente werden mit impulsivem, nicht stilisiert wirkendem Nachdruck gesetzt. Dreifaches Piano und Forte sind in der Partitur ohnehin an der Tagesordnung, Haitink und das BRSO haben keine Mühe, diese dynamischen Dimensionen darzustellen.

Plastische Stimmführung

Hohe orchestrale Ansprüche stellen Fugato und erst recht die gewaltige Doppelfuge, der bayerische Edelklangkörper ist jederzeit in der Lage, der Stimmführung plastisch durchhörbar zu folgen. Dazwischen erhalten zarte melodische Passagen lyrisch-ästhetischen Hochglanz und subtil ineinanderfließende Linien. Mehrfach hat Haitink im Lauf seiner langen Karriere Bruckners Symphonien aufgenommen – diese Einspielung reflektiert seine geballte Kompetenz. Bruckner selbst hat seine Fünfte niemals zu hören bekommen, die Uraufführung fand zwar zu seinen Lebzeiten statt, der Meister war jedoch krankheitsbedingt verhindert. Man kann sich aber ziemlich sicher sein: Hätte er die Möglichkeit gehabt, einer so überzeugenden Aufführung beizuwohnen – er wäre begeistert gewesen. Einen kompetenter, von einem der Mit-Herausgeber der Bruckner-Gesamtausgabe Wien verfasster Booklet-Beitrag rundet die Veröffentlichung ab.

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 
Booklet





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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    Bruckner, Anton: Sinfonie Nr. 5: Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, Bernard Haitink

Label:
Anzahl Medien:
Veröffentlichung:
Spielzeit:
Aufnahmejahr:
BR-Klassik
1
25.10.2010
075:43
2010
Medium:
EAN:
BestellNr.:
Booklet
CD
4035719001099
900109


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Bruckner, Anton


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"Wenn von den Bruckner’schen „Kathedralbauten“ die Rede ist, so trifft diese Bezeichnung am ehesten auf seine 5. Symphonie zu. Bei ihr handelt es sich um ein Musterbeispiel komplexester Polyphonie und gleichzeitig um ein bewegendes Glaubensbekenntnis. Die Sehnsucht nach dem göttlichen Licht, nach Hoffnung durch den Glauben – diese Ideen vermitteln sich in der Musik und berühren den Hörer unmittelbar. Das hier vorliegende Konzertdokument stammt vom Januar 2010, als mit Bernard Haitink, einer der weltweit renommiertesten Dirigenten beim Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks gastierte. "


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BR-Klassik

Herausragende Musikaufnahmen der drei Klangkörper des Bayerischen Rundfunks werden unter einer gemeinsamen Marke den Musikfreunden angeboten. Das Label heißt BR-KLASSIK. Zum Start sind acht Tonträger sowie eine DVD am 18. September 2009 veröffentlicht worden. Mittlerweile umfasst der gesamte Katalog über 150 Aufnahmen.

Das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, das Münchner Rundfunkorchester und der Chor des Bayerischen Rundfunks genießen sowohl in der Region als auch international einen außergewöhnlichen Ruf in Bezug auf Qualität, künstlerische Kreativität und die Vermittlung von klassischer Musik. Im Konzertsaal und in Hörfunk- und Fernsehübertragungen sind die drei Klangkörper regelmäßig zu hören. Herausragende Konzerte, besonders gelungene Interpretationen und selten zu hörende Werke werden nun unter der gemeinsamen Marke BR-KLASSIK auf dem hauseigenen Label dokumentiert.

Das CD-Label BR-KLASSIK ist organisatorisch bei der BRmedia Service GmbH angesiedelt, dem für die Zweitverwertungen zuständigen Tochterunternehmen des Bayerischen Rundfunks, und wird von Stefan Piendl als Label-Manager geleitet. Mit ihm konnte der Bayerische Rundfunk einen erfolgreichen, externen Experten mit umfassender, internationaler Erfahrung für die Mitwirkung an seinem neuen Label BR-KLASSIK gewinnen.

In der Reihe BR-KLASSIK ARCHIVE bringt das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks historische Aufnahmen des Labels zu Gehör. Z.B. war an zwei denkwürdigen Konzertabenden die Pianistin Martha Argerich zu Gast, 1973 unter Leitung von Eugen Jochum mit Mozarts Klavierkonzert KV 456 sowie zehn Jahre später mit Beethovens Klavierkonzert Nr. 1 unter Seiji Ozawa.

Im Vertrieb werden die Neuerscheinungen von BR-KLASSIK weltweit durch NAXOS betreut. Damit ist eine bestmögliche Präsenz auf allen wichtigen internationalen Märkten gewährleistet. Zu einer modernen Vertriebsstruktur gehört selbstverständlich auch die Möglichkeit des digitalen Downloads über Musikportale wie iTunes, Spotify u.a.. Auch dieser Vertriebsweg wird über die Firma NAXOS erschlossen. Die Naxos Music Library präsentiert zudem für Universitäten und öffentliche Bibliotheken via Internet einen ständig wachsenden Katalog mit Tausenden von Titeln weltweit führender Labels. Studenten, Lehrpersonal und andere Benutzer können sich jederzeit einloggen und in der Bibliothek, im Hörsaal, im Studentenwohnheim, im Büro oder zu Hause das komplette Repertoire abrufen - auch die Aufnahmen von BR-KLASSIK.


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