> > > The contrast - English Poetry in Song: Carolyn Sampson, Joseph Middleton
Freitag, 5. Juni 2020

The contrast - English Poetry in Song - Carolyn Sampson, Joseph Middleton

In verwandtschaftlicher Linie


Label/Verlag: BIS Records
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Carolyn Sampson erkundet bekannte und unbekanntere britische Lieder.

Viele der hier vorgestellten Lieder finden nur selten den Weg auf den Tonträger – von die anderen Kompositionen umrahmenden Zyklen von William Walton gibt es kaum jeweils eine Handvoll an Einspielungen. Doch was für welche: Heather Harper, Felicity Lott, Kiri Te Kanawa (Drei Lieder aus 'Façade'), Jill Gomez ('A Song for the Lord Mayor‘s Table', Orchesterfassung). Nun also Carolyn Sampson mit ihrem Klavierpartner Joseph Middleton. Im Klavierpart klingt da vieles weicher, weniger kraftvoll ausgearbeitet und weniger pointiert. Gleiches gilt für die Sängerin: Sampson gestaltet die Lieder mehr lyrisch denn lyrisch-dramatisch, auch steht ihr Stimme kein rechter unmittelbarer Humor zu Gebote. Dies verleiht sowohl dem 'Song for the Lord Mayor‘s Table' (ursprünglich für Elisabeth Schwarzkopf geschrieben und von dieser 1962 auch uraufgeführt) als auch den 'Façade'-Liedern eine teilweise fast tragische Note, auch weil gehaltene Töne jenseits des Pianissimo häufig nicht mehr immer ganz fokussiert, vielmehr unstet geraten.

Gewisser Druck

Dieses Problem beeinträchtigt auch Ralph Vaughan Williams‘ 'Orpheus with his Lute', 'The sky above the roof' und 'Silent Noon'; auch scheinen die Musiker das Idiom des Komponisten nicht recht zu beherrschen – zu ‚melodisch buchstabiert‘ geraten verschiedene Passagen. Wohler fühlen sich Sampson und Middleton bei Frank Bridge und Roger Quilter, von den sieben bzw. sechs Lieder zu Gehör gebracht werden. Zwar merkt man neben dem Vibrato auf gehaltenen Noten hier auch einen gewissen Druck, den Sampson mittlerweile bei Spitzentönen auf ihre Stimme ausüben muss – sie klingt nicht mehr so frisch und leicht wie früher –, doch ist der emotionale Eindruck unmittelbarer als bei den Vaughan-Williams-Liedern. Dennoch wünscht man sich Elizabeth Harwood und andere Sängerinnen der Vergangenheit zurück, als Lehrerin wenn nicht als Interpretin (Harwoods Platte mit englischen Liedern ist nie auf CD erschienen).

Die 'Fünf Lieder' von Huw Watkins auf Texte von Philip Larkin aus dem Jahr 2010 wurden durch Sampson uraufgeführt; man spürt die große Vertrautheit mit der Musik und dass beiden Musikern die Ersteinspielung eine Herzensangelegenheit ist. Hätten sich die beiden Musiker doch stärker vergleichbarer Liedopera angenommen – die SACD wäre eine unverzichtbare Veröffentlichung. Klanglich ist sie dies ohnehin – Sampsons weite dynamische Spannweite wird rundum unverfälscht und in großer Klarheit übermittelt, ebenso Middletons zurückhaltende pianistische Finesse.

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 
Booklet:





Dieser Beitrag hat Ihnen gefallen? Empfehlen Sie ihn weiter!

Ihre Meinung? Kommentieren Sie diesen Artikel

Jetzt einloggen, um zu kommentieren.
Sind Sie bei klassik.com noch nicht als Nutzer angemeldet, können Sie sich hier registrieren.



Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



Cover vergrößern

    The contrast - English Poetry in Song: Carolyn Sampson, Joseph Middleton

Label:
Anzahl Medien:
BIS Records
1
Medium:
EAN:

CD SACD
7318599924137


Cover vergössern

BIS Records

Most record labels begin with a need to fill a niche. When Robert von Bahr founded BIS in 1973, he seems to have found any number of musical niches to fill. The first year's releases included music from the renaissance, Telemann on period instruments, Birgit Nilsson singing Sibelius and works by 29 living composers - Ligeti and Britten as well as Rautavaara and Sallinen - next to Purcell, Mussorgsky and Richard Strauss. A musical chameleon was born, a label that meant different things to different - and usually passionate - devotees.


Mehr Info...


Cover vergössern
Jetzt kaufen bei...


Weitere Besprechungen zum Label/Verlag BIS Records:

  • Zur Kritik... Hymnische Ruhe und feuriger Tanz: Itamar Zorman (Violine) reüssiert mit dem BBC National Orchestra of Wales unter Philippe Bach mit Violinwerken eines außergewöhnlichen Komponisten. Weiter...
    (Manuel Stangorra, )
  • Zur Kritik... Kunst des Liedduetts: 'Lost Is My Quiet' ist eine unaufgeregte, verträumte Hommage an die Kunst des Liedduetts, gespickt mit Soloperlen. Weiter...
    (Benjamin Künzel, )
  • Zur Kritik... Am silbernen Faden: Camilla Tilling und Paul Rivinius liefern mit 'Jugendstil' ein nicht in allen Belangen überzeugendes, aber dennoch reizvolles Album, das mit schlichter Schönheit punktet. Weiter...
    (Benjamin Künzel, )
blättern

Alle Kritiken von BIS Records...

Weitere CD-Besprechungen von Dr. Jürgen Schaarwächter:

  • Zur Kritik... Über fünf Jahrzehnte: Daniel Röhm dient Dohnányis Klavierschaffen technisch perfekt, musikalisch aber zu zurückhaltend. Weiter...
    (Dr. Jürgen Schaarwächter, )
  • Zur Kritik... Flexibel: Christoph Eschenbach mit einem nicht ganz selbstverständlichen Protégé. Weiter...
    (Dr. Jürgen Schaarwächter, )
  • Zur Kritik... Im weiten Raum: Die Akustik der St. Paulikirche in Soest fordert Organist Simon Reichert, Gesangssolist Christopher Jung und der Aufnahmetechnik einiges ab. Weiter...
    (Dr. Jürgen Schaarwächter, )
blättern

Alle Kritiken von Dr. Jürgen Schaarwächter...

Weitere Kritiken interessanter Labels:

  • Zur Kritik... Immer wieder Zelenka: Wieder einmal gilt: Vaclav Luks und sein Collegium 1704 plädieren vehement für Jan Dismas Zelenka und dessen hochattraktive Musik. Weiter...
    (Dr. Matthias Lange, )
  • Zur Kritik... Tonschönheit ist keine Nebensache: Vier Werke Hindemiths aus den wilden 1920er Jahren zeigen, dass man die Tonschönheit bei ihm keineswegs als Nebensache betrachten muss – auch wenn der Komponist es einmal forderte. Weiter...
    (Dr. Michael Loos, )
  • Zur Kritik... Mit Gefühl und Gesang: Elisabeth Grümmer beseelt Lieder und Arien von Mozart. Weiter...
    (Karin Coper, )
blättern

Alle CD-Kritiken...

Magazine zum Downloaden

NOTE 1 - Mitteilungen (6/2020) herunterladen (3000 KByte) Class aktuell (1/2020) herunterladen (4180 KByte)

Anzeige

Empfehlungen der Redaktion

Die Empfehlungen der klassik.com Redaktion...

Diese Einspielungen sollten in keiner Plattensammlung fehlen

weiter...


Portrait

Liv Migdal im Portrait "Man spielt mit den Ohren!"
Liv Migdal im Gespräch mit klassik.com.

weiter...
Alle Interviews...


Sponsored Links

Hinweis:

Mit Namen oder Initialen gekennzeichnete Beiträge geben die Meinung des Verfassers, nicht aber unbedingt die Meinung der Redaktion wieder.

Die Bewertung der klassik.com-Autoren:

Überragend
Sehr gut
Gut
Durchschnittlich
Unterdurchschnittlich