> > > Ludwig van Beethoven: Fugues and rarities for string quartet: Fine Arts Quartet
Donnerstag, 2. April 2020

Ludwig van Beethoven: Fugues and rarities for string quartet - Fine Arts Quartet

Schweres leicht gemacht


Label/Verlag: Naxos
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Neues von Beethoven auf der Höhe unserer Zeit.

Das in Chicago angesiedelte Fine Arts Quartet überzeugt in seiner neuer Beethoven-CD vom ersten Takt an durch große Frische, Klarheit und Durchhörbarkeit, durch kluge kontrapunktische Ausarbeitung und fein ausgehörtes Zusammenspiel. Das ist Beethoven-Spiel ganz auf der Höhe unserer Zeit, klanglich ausgesprochen sorgsam erfreulich eingefangen. Die große Natürlichkeit des Klanges (mit etwas zu viel Hall in der Christuskirche Berlin-Oberschönweide eingefangen) nimmt uns unmittelbar gefangen.

Und das gewählte Repertoire tut ein Übriges. Im Beethoven-Jahr ist es schwer genug, interessante, quasi neu gedachte Beiträge vorzulegen. Doch genau dies gelingt den vier Herren. Das Programm eröffnet mit der Erstfassung des F-Dur-Quartetts op. 18 Nr. 1 (Hess 32) aus dem Jahr 1799, das sich nicht nur hinsichtlich der Tempovorschriften von dem finalen Druckprodukt 1801 unterscheidet. Gefolgt wird dieses relative Frühwerk von der Erstfassung des eröffnenden Adagio des siebensätzigen Streichquartetts cis-Moll op. 131. Der Vergleich mit der finalen Version ist nicht minder interessant wie der Vergleich der beiden Fassungen von Op. 18 Nr. 1.

Beherzter Zugriff

Zwei Präludien und Fugen (F-Dur Hess 30 und C-Dur Hess 31) ebenso wie die fragmentarisch überlieferten Fuge d-Moll, alle von 1795, zeigen Beethoven als Meister der kontrapunktischen Verarbeitung während seiner Studienzeit bei Johann Georg Albrechtsberger; auch Beethovens Bearbeitung der Fuge aus der Ouvertüre zu Händels Oratorium 'Solomon' stammt aus dieser Zeit. Der beherzte Zugriff des Fine Arts Quartet vermeidet aber jeden auch nur leisen Gedanken an trockenen Akademismus, vielmehr ist die kontrapunktische Kunst nicht nur Beethovens, sondern nicht minder jene der Streichquartettmusiker unmittelbar zu erleben. Während das Menuett As-Dur Hess 33 noch aus Beethovens Bonner Zeit stammt, entstand das Allegretto h-Moll WoO 210 1817 als Geschenk für einen englischen Besucher, Richard Ford; erst 2000 wurde diese kurze kontrapunktisch komplexe Komposition in einem englischen Herrenhaus entdeckt.

Das Programm endet mit dem zweiten echten Schwergewicht der CD, der Großen Fuge B-Dur op. 133, das die Musiker in großer Tiefe durchdringen. Dass gleichzeitig die Nähe zu dem ursprünglich zugehörigen Streichquartett B-Dur op. 130 unüberhörbar bleibt, zeigt die große Kunst der Quartettmusiker, die gleichzeitig die Individualität des einzelnen Werkes wie die enge Verwandtschaft zu seinem ursprünglichen großen Geschwister herausarbeiten. Dabei erfolgt keinerlei Glättung der kontrapunktischen Strukturen, vielmehr werden die einzelnen Stimmen wie auch ihre Interaktion untereinander in großer Klarheit und mit viel Verständnis und Verstand herausgearbeitet. Dennoch ist das keine Musik bloß für den Intellekt, vielmehr steckt das herzhaft-herzliche Musizieren an und lässt den Zuhörer nicht unberührt. Hätten wir ein mehrsprachiges Booklet, die Produktion wäre in allen Bereichen rundum mit der Höchstnote zu bewerten. Ein wesentlicher Beitrag zum Beethoven-Jahr.

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 
Booklet:






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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    Ludwig van Beethoven: Fugues and rarities for string quartet: Fine Arts Quartet

Label:
Anzahl Medien:
Naxos
1
Medium:
EAN:

CD
747313405176


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Beethoven, Ludwig van


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Naxos

Als der Unternehmer Klaus Heymann 1982 für seine Frau, die Geigerin Takako Nishizaki in Hongkong das Plattenlabel Marco Polo gründete, war dies der Beginn einer beispiellosen Erfolgsgeschichte. Fünf Jahre später rief Heymann das Label NAXOS ins Leben, das in der Klassikwelt längst zur festen Größe geworden ist und es bis heute versteht, hohe Qualität zu günstigen Preisen anzubieten. Der einzigartige und sich ständig erweiternde Katalog des Labels umfasst mittlerweile über 8.000 CDs mit mehr als 130.000 Titeln - von Kostbarkeiten der Alten Musik über sämtliche berühmten "Klassiker" bis hin zu Schlüsselwerken des 21. Jahrhunderts. Dabei wird der Klassik-Neuling ebenso fündig wie der Klassikliebhaber oder -sammler. International bekannte Künstler wie das Kodály Quartet, die Geigerin Tianwa Yang, der Pianist Eldar Nebolsin und die Dirigenten Marin Alsop, Antoni Wit, Leonard Slatkin und Jun Märkl werden von NAXOS betreut. Darüber hinaus setzt NAXOS modernste Aufnahmetechniken ein, um höchste Klangqualität bei seinen Produktionen zu erreichen und ist Vorreiter in der Produktion von hochauflösenden Blu-ray Audios - Grund genug für das renommierte britische Fachmagazin "Gramophone", NAXOS zum "Label of the Year" 2005 zu küren. Auch im digitalen Bereich nimmt NAXOS eine Vorreiterrolle ein: Bereits seit 2004 bietet das Label mit der NAXOS MUSIC LIBRARY ein eigenes Streamingportal mit inzwischen über 1 Million Titel an und unterhält mit ClassicsOnline zudem einen eigenen Download-Shop.


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