> > > Hymns to the nordic lights: Estonian National Symphony Orchestra, Risto Joost
Mittwoch, 12. August 2020

Hymns to the nordic lights - Estonian National Symphony Orchestra, Risto Joost

Pointillist


Label/Verlag: Ondine
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Tõnu Kõrvits überzeugt als Meister der Klangschattierungen.

Tõnu Kõrvits, der 2019 seinen 50. Geburtstag feierte, gehört zur jüngeren estnischen Komponistengeneration. Oszillierende Klangflächen, tonale Gebundenheit und eingängige Melodien sind ihm weit wichtiger als avantgardistische Mätzchen oder motivisch-thematische Arbeit. Die häufig anzutreffende besondere Qualität estnischer Musik – eine nicht zu unterschätzende transzendierende Tendenz, die sich wenig um technische Kompositionsregeln und mehr um den geistigen Gehalt der Musik kümmert – kommt in den vorgestellten Werken gut zur Geltung. Ob in 'Azure' (2016/17) in schillernden Streicherklängen, ob in den Hymns to the Nordic Lights (2011), deren Uraufführung James MacMillan dirigierte, in virtuoser Instrumentierung für großes Orchester und mit stimmungsvollen Soli für die Holzbläser – harmonisch wie auch sonst stellt sich Kõrvits konsequent in die Tradition.

Estnisches Volksgut

Nicht nur in 'Leaving Capri' (2018), einer Hommage an den Maler Konrad Mägi, mag man Kõrvits‘ Verbundenheit zur Kunstrichtung des Pointillismus musikalisch spüren – das Flirrende, haptisch Sinnliche seiner Klänge hat beachtliche Suggestionskraft. Nur selten verlässt er klare tonale Rahmenbedingungen – und eigentlich beginnt seine Musik erst hier interessant zu werden, und die Programmplanung mit den 'Elegies of Thule' (2007) am Schluss und dem polytonalen Schlusssatz ist eine glücklich gewählte. Diese Komposition greift estnisches Volksgut auf, angelegentlich wird das Zupfinstrument Kannel imitiert, das zu den Glocken der orthodoxen Kirche in Beziehung gesetzt wird. 'Leaving Capri' für Streicher ist eine unverhohlene Anlehnung an Gabriel Faurés 'Pavane', die 'Tears Fantasy' (2011, dem Dirigenten der vorliegenden CD gewidmet) basiert offen auf John Dowland und macht reichlich Gebrauch von Seufzermotiven und absteigenden Phrasen. Die 'Silent Songs' für Bassklarinette und Orchester werden hier vom Widmungsträger Meelis Vind dargeboten – sensuelle Klangbilder voller warmer Farben und schillernder Texturen. Im Mittelsatz des Konzertwerkes ergänzen fernöstliche Anklänge Kõrvits‘ Vokabular.

Großes Feingefühl

Das Estonian National Symphony Orchestra unter Risto Joost bietet alle Kompositionen mit großem Feingefühl und warmem Streicherklang – die Soli ebenso wie die Orchestertutti passen sich der qualitätvollen Wiedergabe ein. Wenn es etwas zu bemängeln geben könnte, dann die geringe Hervorhebung von Ecken und Kanten, von Reibungsstellen – nahezu alles ist in Wohlfühlsound gebettet, bestens ausbalanciert und klanglich gut gestaffelt. Aber auch dies zeichnet Kõrvits‘ Musik, ist Teil seiner Klangsprache.

Das Rezensionsexemplar der CD war – wie offenbar die ganze erste Auflage der Produktion – eine Fehlpressung, die dem Label Ondine bereits seit Erscheinen der CD im Januar bekannt sein müsste. Die Download- und Streamingoption ist hingegen korrekt zugewiesen und es steht zu hoffen, dass die erste Pressung baldmöglichst durch eine Korrekturauflage ersetzt wird.

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 
Booklet:





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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    Hymns to the nordic lights: Estonian National Symphony Orchestra, Risto Joost

Label:
Anzahl Medien:
Ondine
1
Medium:
EAN:

CD
761195134924


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Ondine

The roots of Ondine date back to 1985 when founder Reijo Kiilunen released the very first Ondine album under the auspices of the renowned Finnish Kuhmo Chamber Music Festival. The label's initial mission was to produce one live album at the Festival each season. The fourth album, however, featured Einojuhani Rautavaara's opera Thomas (ODE 704-2), raising major international attention and opening the ground for overseas distribution. Kiilunen, who was running the Festival's concert agency and had begun the recording activity part-time, soon decided to devote himself fully to the development of this new business, producing and editing the first 50 releases himself. Since 2009 the company has been a part of the Naxos Group.

Today Ondine's extensive catalogue includes nearly 600 recordings of artists and ensembles such as conductor and pianist Christoph Eschenbach, conductors Vladimir Ashkenazy, Vasily Petrenko, Mikhail Pletnev, Esa-Pekka Salonen, Hannu Lintu, Jukka-Pekka Saraste, Sakari Oramo, Leif Segerstam and John Storgårds, orchestras such as The Philadelphia Orchestra, Orchestre de Paris, London Sinfonietta, Bavarian Radio Symphony Orchestra, BBC Symphony Orchestra, Los Angeles Philharmonic, Russian National Orchestra, Czech Philharmonic, Finnish Radio Symphony Orchestra, Helsinki Philharmonic and Tampere Philharmonic, sopranos Soile Isokoski and Karita Mattila, baritone Dmitri Hvorostovsky and Gerald Finley, violinist Christian Tetzlaff, violist David Aaron Carpenter, cellist Truls Mørk and pianist Olli Mustonen.

The label has also had a long and fruitful association with Finnish composers Einojuhani Rautavaara, Magnus Lindberg and Kaija Saariaho, having recorded the premieres of many of their works and garnering many awards along the way.


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