> > > Stanislaw Moniuszko: Beata: The Krakow Opera Choir and Orchestra, Tomasz Tokarczyk
Freitag, 4. Dezember 2020

Stanislaw Moniuszko: Beata - The Krakow Opera Choir and Orchestra, Tomasz Tokarczyk

Liebe macht gesund


Label/Verlag: DUX
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Nachträglich zum 200. Geburtstag von Stanislaw Moniuszko stellt die Oper Krakau eine charmante Einspielung seines letzten Bühnenwerk 'Beata' vor.

In Polen gilt Stanisław Moniuszko, der 1819 als Sohn einer verarmten Landadelsfamilie zur Welt kommt, neben Frédéric Chopin als der bedeutendste Komponist des 19. Jahrhunderts. Seine Domäne ist vornehmlich die Vokalmusik. Er komponiert über 20 Bühnenwerke, in denen Sujets mit sozialkritischem Hintergrund überwiegen. Dazu gehört 'Halka', die seinen Ruhm begründet und ihm den Titel ‚Vater der polnischen Nationaloper‘ einbringt. Daneben trägt eine 12-bändige Sammlung mit volksnahen und folkloristischen Liedern, die er sukzessiv veröffentlicht, zu seiner Popularität bei. Als er 1874 stirbt, trauert das ganze Land. Doch über die westlichen Grenzen hinaus ist Moniuszko kaum bekannt geworden. Daran hat auch sein 200. Geburtstag im Mai 2019 wenig geändert: Der im Heimatland Gefeierte wird hierzulande kaum beachtet.

Vergessen, wiederentdeckt

Einiges hat sich indes auf dem CD-Markt zum Jubiläum getan. So gab es Neuaufnahmen der Streichquartette und zweier Kantaten, von 'Halka' in einer italienischen Fassung und erstmals auch von seinem letzten Bühnenwerk 'Beata', das 1872 nur vier Monate vor Moniuszkos Tod in Warschau uraufgeführt wurde. Nachhaltiger Erfolg war ihm nicht beschienen und als im Zweiten Weltkrieg die Partitur bei einem Brand zerstört wurde, geriet es in Vergessenheit. Erst 2003 fertigte der Komponist Krzysztof Baculewski eine Rekonstruktion auf der Basis des Klavierauszugs an. Diese Fassung wurde bei dem halbszenischen Konzert im September 2018 in Krakau verwendet, das nun als Mitschnitt erschienen ist.

Im Zentrum der in der Schweiz angesiedelten Handlung steht die Dorfschöne Beata, der von neidischen Nachbarinnen eingeredet wird, nach einer überwundenen Pockenerkrankung entstellt zu sein. Deshalb beschließt sie, ihren Bräutigam Max zu verlassen und den tumben, aber reichen Hans zu heiraten. Doch als Max anscheinend blind aus dem Krieg zurückkehrt, ändert sie ihre Meinung. Involviert in das nur oberflächlich beschriebene Geschehen sind auch drei englische Touristen, darunter ein Arzt, der das von Max nur vorgetäuschte Gebrechen heilt.

Entzückende Musik

'Beata', vom Komponisten selbst als Operette bezeichnet, erinnert mit ihren komischen und sentimentalen Elementen an eine Opera Semi-seria. Die Musik ist entzückend, sie verquirlt italienischen Belcanto mit einer Prise französischem Charme und polnischen Tanzrhythmen. Katarzyna Oleś-Blacha singt die Beata mit leichtem Sopran, innig in ihrer Romanze und agil im finalen Koloraturwalzer. Hingegen setzt Łukasz Załęski als Max ein wenig zu sehr auf Kraft seines Tenors, die Phrasierung könnte eleganter sein. Doch die meisten der zehn Nummern sind komische Ensembles und sie sind auch Schmuckstücke des Mitschnitts. Denn alle Mitwirkenden harmonieren im Zusammenklang, können vokal trefflich gestalten und dazu pointiert die umfangreichen Dialoge sprechen.

Spiritus rector aber ist Tomasz Tokarczyk, der mit dem Chor und Orchester der Oper Krakau für eine so feinsinnige wie frische und dynamisch ausbalancierte Wiedergabe sorgt, dass es eine Freude ist. Das Booklet enthält ausführliche Aufsätze zum Werk in englischer und polnischer Sprache, dazu die Biographien, nicht aber das für das Verständnis wichtige Libretto. Die klanglich ausgeglichene Aufnahme ist nicht nur ein kleines musikalisches Juwel, sondern auch ein Baustein in der noch immer unterrepräsentierten Diskographie polnischer Opern.

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 
Booklet:





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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    Stanislaw Moniuszko: Beata: The Krakow Opera Choir and Orchestra, Tomasz Tokarczyk

Label:
Anzahl Medien:
DUX
1
Medium:
EAN:

CD
5902547015316


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DUX

Das polnische Label DUX wurde 1992 von Malgorzata Polanska und Lech Tolwinski, beides Absolventen der Toningenieur-Fakultät der Frédéric Chopin Musikakademie in Warschau, gegründet. Hauptanliegen war die Produktion von Aufnahmen mit klassischer Musik, wobei man von Anfang an höchste Ansprüche an künstlerische und technische Standards stellte.Viele Aufnahmen von Dux erlangten sowohl in Polen als auch im Ausland breites Interesse bei Publikum und Kritik, die sich in zahlreichen Preisen und Auszeichnungen widerspiegelt.

Ein Schwerpunkt des Labels ist natürlich das reiche musikalische Erbe Polens, das weitaus mehr umfasst als Chopin oder Penderecki. Im Katalog finden sich daher neben bekannteren Namen wie Wieniawski, Szymanowski oder Lutoslawski auch zahlreiche hierzulande bislang weniger bekannte oder völlig unbekannte Komponisten von der Renaissance bis zur Gegenwart, wie Ignaz Jan Paderewski, der Klaviervirtuose und spätere Premier- und Außenminister der Zweiten Polnischen Republik oder Stanislaw Moniuszko, ein Zeitgenosse Verdis und Schöpfer der polnischen Nationaloper. Aber auch zahlreiche polnische Künstler, Ensembles und Orchester gilt es bei DUX zu entdecken, darunter international renommierte Namen wie beispielsweise die gefeierte Altistin Ewa Podles.


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