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Donnerstag, 1. Oktober 2020

Max Reger: Works for Organ - Irenee Peyrot, Orgel

Auf ein Großprojekt


Label/Verlag: Querstand
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Diese Reger-CD ist der Teaser für ein großes Onlineprojekt.

Lange hatten wir auf Irénée Peyrots Gesamteinspielung der Orgelwerke Max Regers gewartet. 2013–2016 entstanden die Aufnahmen auf der Schuke-Orgel der Marktkirche zu Halle an der Saale, jener Orgel also, die seit 2005 Peyrots Instrument ist. Das ambitionierte Projekt, das ab dem 19. März sukzessive ausschließlich online bereitgestellt werden wird, kann auf Peyrots langjährige Auseinandersetzung mit Regers Musik aufbauen (2000 veröffentlichte er eine CD mit Bachbearbeitungen Regers, eingespielt auf der mittlerweile abgebauten Walcker-Orgel des Hans-Sachs-Hauses Gelsenkirchen). Es bleibt aus der vorliegenden Veröffentlichung unklar, ob für die Edition die neue Reger-Werkausgabe herangezogen wurde, wie für die Gesamteinspielungen von Roberto Marini (Fugatto), Jean-Baptiste Dupont (Hortus) und Martin Schmeding (Cybele) sowie für die (leider nicht als Gesamteinspielung angelegte) cpo-Edition mit Gerhard Weinberger. Sicher werden die digitalen Booklets, die die einzelnen Veröffentlichungen begleiten, diese Frage hinlänglich klären.

Großwerke

Die vorliegende CD, bewusst nicht als SACD veröffentlicht (die Onlineveröffentlichung wird in höchstmöglicher Auflösung erfolgen), enthält zwei zentrale Großwerke, die 'Phantasie und Fuge über BACH' op. 46 und 'Phantasie und Fuge d-Moll' op. 135b. Dazu sind insgesamt sieben kleinere Stücke enthalten, 'Canzone' op. 63 Nr. 3, 'Gigue' op. 47 Nr. 2, 'Intermezzo' op. 80 Nr. 10, 'Consolation' op. 65 Nr. 4, 'Präludium und Fuge' d-Moll/D-Dur op. 65 Nr. 7–8 und 'Weihnachten' op. 145 Nr. 3.

Herausragendes Merkmal der Produktion ist die klangliche Komponente – auch ohne SACD wird die Orgel nicht nur vorbildlich, sondern überzeugend dreidimensional abgebildet. Umso bedauerlicher ist, das die interpretatorische Leistung Peyrot nicht zur Referenz werden kann. Sein Reger ist klar, vollgriffig, aber handwerklich nicht herausragend. Regers intrikate dynamische Vorschriften werden nicht immer voll ausgespielt. Die Registrierung ist solide, aber (bedingt durch das Instrument?) nicht von jener Farbigkeit, die wir teilweise von den oben genannten Einspielungen mittlerweile kennen und schätzen. Die Schuke-Orgel von 1977 (zuletzt 2007 erweitert) ist ein typisches Instrument ihrer Zeit, weit entfernt von Orgeln mit jenen ‚romantischen‘ Klangfarben, die die neugebauten Instrumente der Regerzeit auszeichneten.

Schwerer Stand

Angesichts der übermächtigen Konkurrenz hat Peyrot einen schweren Stand. Gerade bei den ‚Schlagern‘ der Literatur, Opp. 46 und 135b, ist die Zahl der Referenz- und höchstkarätigen Einspielungen fast unüberschaubar. Und auch bei den Miniaturen haben die Einspielungen der vergangenen zehn Jahre einen Standard gesetzt, der hier kaum erreicht werden kann. Man ist ein wenig versucht, mit der legendären Gesamteinspielung von Regers Orgelwerken mit Rosalinde Haas (Dabringhaus und Grimm) zu vergleichen, die 1991 abgeschlossen war; hier wie dort spielen die Interpreten auf ‚ihren‘ Orgeln – was die intime Kenntnis der Instrumente befördert. Liebt man aber als Hörer nicht den Klang des jeweiligen Instruments, kann dieses Konzept zu empfindlichen Einschränkungen beim Hörvergnügen führen. Haas stand eine Spieltechnik zu Gebote, die auch heute noch atemberaubend ist – sie ‚liefert‘ 'BACH' unter 14 Minuten ab, Peyrot ist mit knapp 21 Minuten im eher hinteren Mittelfeld. Natürlich hängen die Tempi vornehmlich auch mit der Raumakustik zusammen – doch dank der vorbildlichen Aufnahmetechnik, die manche Reger-SACD weit hinter sich lässt, scheint das nicht das Problem zu sein. Vielmehr sind Peyrots Interpretationen vornehmlich maßvoll – damit aber nicht selten an Regers Intentionen vorbei. Hoffen wir, dass die Online-Gesamtveröffentlichung hier und da Schätze bereithalten wird, mit denen der Rezensent glücklicher wird als mit den vorliegenden Auswahl.

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 
Booklet:





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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    Max Reger: Works for Organ: Irenee Peyrot, Orgel

Label:
Anzahl Medien:
Querstand
1
Medium:
EAN:

CD
4025796019131


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Reger, Max


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Querstand

Mit viel Liebe zum Detail bringt das querstand-Label dem interessierten Hörer die Vielfalt und Schönheit der klassischen Musik auf wenig ausgetretenen Pfaden näher. Das Label hat sich seit 1994 durch die Produktion hochwertiger klassischer CDs einen ausgezeichneten Ruf erworben. Über 500 Produktionen werden weltweit vertrieben, wobei ein Augenmerk auf Orgelmusik liegt. Die Gesamteinspielung der Orgelwerke von Johann Ludwig Krebs (bisher 11 CDs) und des Kantaten- und Orchesterwerkes des berühmten Bachschülers bilden ein Glanzlicht des Labels, dem mit der Serie ?Die Orgeln von Gottfried Silbermann? (8 CDs) ein weiteres zur Seite gestellt wurde (Jahrespreis der deutschen Schallplattenkritik 2003). Auch im kammermusikalischen und sinfonischen Bereich wurden zahlreiche CDs veröffentlicht, etwa mit dem Gewandhausorchester Leipzig. Mit der Aufnahme des Passionsoratoriums ?Der Tod Jesu? von Carl Heinrich Graun mit dem MDR Rundfunkchor und dem MDR Sinfonieorchester unter Howard Arman gewann das Label 2005 einen ECHO Klassik-Award. Im Jahre 2013 erhielt die 9-CD-Box mit allen Sinfonien Anton Bruckners, eingespielt von Herbert Blomstedt mit dem Gewandhausorchester Leipzig, den ICMA (International Classical Music Award). Mit Verlagssitz im Thüringischen Altenburg kann querstand von der einzigartigen Vielfalt der mitteldeutschen Musiklandschaft profitieren, die sich auch im Verlagsprogramm niederschlägt. Neben den vielseitigen Einflüssen der fantastischen Orgellandschaft der Region, ist es auch die Nähe zur Musikstadt Leipzig mit ihrer wunderbaren Tradition und facettenreichen Szene, auf die das Label besonderes Augenmerk richtet.


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