> > > Heinrich Schütz: The Christmas Story: Yale Schola Cantorum, David Hill
Mittwoch, 8. April 2020

Heinrich Schütz: The Christmas Story - Yale Schola Cantorum, David Hill

Schütz aus Yale


Label/Verlag: Hyperion
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Motetten und Weihnachtshistorie von Heinrich Schütz werden hier gleichermaßen in ihrem Kern treffend charakterisiert.

Heinrich Schütz‘ wohl 1660 erstmals aufgeführte und wenige Jahre später veröffentlichte 'Historia der freuden- und gnadenreichen Geburt Gottes und Marien Sohnes Jesu Christi' ist eins der großen Wunderwerke des späten Schütz: In leuchtender Schönheit verströmt sich die Musik, schlicht in ihrer Wirkung, untergründig aber komplex: Wenn man nicht das Werk eines tiefgläubigen barocken Mittsiebzigers beschriebe und vor sich wüsste, könnte man sogar von Raffinesse sprechen – so viel unterschwellige Meisterschaft ist da hinterlegt, so gekonnt hat der Komponist sein Ausdruckswollen auf wesentliche Elemente reduziert. Der Begriff Alterswerk ist bei Schütz niemals ein Abgesang auf vergehende Größe, sondern ein ganz besonderes Qualitätsprädikat.

Üppig prunkende Qualität

Am Beginn der weihnachtlichen Produktion der von David Hill geleiteten Yale Schola Cantorum, die jetzt beim Label Hyperion erschienen ist, findet sich ein ganzes Bündel gewichtiger Motetten zur Weihnachtszeit, entstanden in verschiedenen Schaffensphasen und gekleidet in unterschiedliche Formate: Auf deutsche und lateinische Texte zeigen sie sich gleichermaßen inspiriert und entschieden in ihrer Geste. Das große Magnificat SWV 468 ist unmittelbar vor der Weihnachtshistorie ein eigenständiger Höhepunkt von üppig prunkender Qualität.

Der Chor der Yale Schola Cantorum setzt sich aus 29 Köpfen zusammen, ist also keineswegs minimalistisch, nicht einmal schmal besetzt. Dennoch überwiegt der positive Eindruck schlanker und gelenkiger Register, die bei aller Beweglichkeit kernhaltig sind und das solistische Geschehen in den Motetten wie in der Historie ästhetisch schlüssig komplementieren – als nobel klingendes Ripieno oder geschmackvoll modellierte Größe in den Intermedien. Sämtliche Soli speisen sich aus dem Chor. Das Niveau ist erstaunlich harmonisch und hoch, zum Beispiel ist SWV 384 'Ein Kind ist uns geboren' ein solistisch besetzter Ohrenschmaus; etliche weitere Konstellationen sind gleichfalls beglückend. Wenn Einschränkungen zu machen sind, dann in Gestalt eines solistischen Altus, dessen Timbre säuerlich in Verbindung mit einem allzu engen Vibrato dominiert und an vergangen geglaubte Zeiten in diesem Stimmfach gemahnt. Generell neigen einige der Stimmen im Forte zu wenig gezügelter Expansion, was nicht allen gleich gut bekommt.

Stimmig besetzt

Die entscheidenden Soli in der Historie sind jedoch stimmig besetzt: Der Tenor James Reese gibt einen Evangelisten von natürlicher Diktion und ebensolchem linearen Fluss, mit schönen Lyrismen, ohne Druck und Nöte. Der Engel der Sopranistin Addy Sterrett hat Autorität und wirkt in seiner Präsenz alles andere als jenseitig. Herodes wird von Matt Sullivan die nötige Bass-Statur verliehen. Die Weisen und Hohepriester sind harmonisch in der Wirkung; die wünschenswerte Schwärze der tiefen Stimmen kommt zur Geltung, auch wenn die höheren Stimmen etwas zu wenig Rücksicht auf die Herausforderungen der im vokalen Keller agierenden Kollegen nehmen.

Farbenreich präsentiert sich das überschaubar besetzte Instrumentalensemble, getragen von Understatement und Dezenz; dennoch wirkt es sehr kenntlich und fügt das hinzu, was dem Vokalen an Valeurs abgeht. Klanglich ist das Bild stimmig, fein balanciert und klar in der Struktur. Schütz also aus Yale: kundig und mit Geschmack geboten. Motetten und Weihnachtshistorie sind gleichermaßen in ihrem Kern treffend charakterisiert. Einzelne vokale Nachlässigkeiten relativieren den Gesamteindruck nicht entscheidend.

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 
Booklet:





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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    Heinrich Schütz: The Christmas Story: Yale Schola Cantorum, David Hill

Label:
Anzahl Medien:
Hyperion
1
Medium:
EAN:

CD
034571283159


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Schütz, Heinrich


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Hyperion

Founded in 1980, Hyperion is an independent British classical label devoted to presenting high-quality recordings of music of all styles and from all periods from the twelfth century to the twenty-first. We have been described as 'Britain’s brightest record label'. In January 1996 we were presented with the Best Label Award by MIDEM's Cannes Classiques Awards. The jury was made up of the editors of most of the leading classical CD magazines in the world - Classic CD (England), Soundscapes (Australia), Répertoire (France), FonoForum (Germany), Luister (Holland), Musica (Italy), Scherzo (Spain), and In Tune (USA & Japan).

We named our label after an altogether splendid figure from Greek mythology. Hyperion was one of the Titans, and the father of the sun and the moon - and also of the Muses, so we feel we are fulfilling his modern role by giving the art of music to the world.

The repertoire available on Hyperion, and its subsidiary label Helios (Helios, the sun, was the son of Hyperion), ranges over the entire spectrum of music - sacred and secular, choral and solo vocal, orchestral, chamber and instrumental - and much of it is unique to Hyperion. The catalogue currently comprises nearly 1400 CDs and approximately 80 new titles are issued each year. We have won many awards.

Our records are easily available throughout the world in those countries served by our distributors. A list of the world's top Hyperion dealers, listed by country and city, can be found on our homepage. But if you have any difficulty please get in touch with the distributor in your territory. In Germany that is Note 1 Music Gmbh.


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