> > > Saint-Saens: Ascanio - Ballet: Malmö Symphony Orchestra, Jun Märkl
Dienstag, 31. März 2020

Saint-Saens: Ascanio - Ballet - Malmö Symphony Orchestra, Jun Märkl

Geniale Stimmungsbilder


Label/Verlag: Naxos
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Ob 'Ascanio', 'Les Barbares' oder 'Andromaque' – auch in seinen wenig bekannten Werken für Ballett und Musiktheater war Camille Saint-Saëns ein herausragender Komponist, wie Jun Märkl und das Symphonieorchester Malmö mit dieser CD belegen.

Kaum ein Dirigent hat sich in den letzten Jahren so für das Orchesterwerk von Camille Saint-Saëns eingesetzt wie Jun Märkl. Unter anderem mit dem Orchestre National de Lille und dem Baskischen Nationalorchester hat er sich den Kompositionen gewidmet, die (vor allem hierzulande) kaum einmal zu hören sind: Tondichtungen, kürzere Konzertstücke und – wie auf der vorliegenden CD – Auszüge aus Balletten und Opern. Jenseits von 'Samson und Dalila' hatte es der Opernkomponist Saint-Saëns immer schwer; hier mag auch schon zu Lebzeiten der Versuch eine Rolle gespielt haben, Auszüge aus Opern für Symphonieorchester zu erstellen, um diese Musik öfter zur Aufführung zu bringen. Ähnliches gilt für die Ballettmusik des Franzosen, denn auch 'Ascanio', dessen Musik einen Schwerpunkt dieser CD mit dem Symphonieorchester Malmö bildet, darf als echte Rarität gelten. Ohne Frage handelt es sich hier also um eine Einspielung mit hohem Repertoirewert, doch wie schlagen sich Märkl und die Musiker aus Malmö musikalisch?

Neben den Sätzen aus dem dritten Akt von 'Ascanio' befinden sich mehrere Ouvertüren auf dieser Silberplatte, darunter das ausgedehnte Vorspiel zur Tragédie lyrique 'Les Barbares'. Alle Werke zeigen den Komponisten als raffinierten Instrumentator, der innerhalb weniger Takte geniale Stimmungsbilder entwirft. Märkl ist ein kongenialer Interpret dieser Bilder, deren teilweise vertrackte Solopassagen (beispielsweise für die Flöte in 'Ascanio') ebenso gut zur Entfaltung kommen wie rauschende Tutti-Abschnitte. Auch wenn durch die Tatsache, dass es sich um Auszüge bzw. Einzelstücke handelt, kein großer dramatischer Bogen möglich ist – wie etwa in der dritten Symphonie – entsteht so doch ein erstklassiger Eindruck, der durch ein klares und trennscharfes Klangbild noch untermauert wird. Die Musiker aus Malmö werden als exzellenter Klangkörper präsentiert, keine Gruppe ragt unangemessen aus dem Gesamtklang heraus. Das ist unstrittig ein Verdienst des Dirigenten, aber wohl ebenso ein Ergebnis der virtuosen Disposition von Saint-Saëns.

Qualität und Wirkungskraft

Einige kleiner Werke dieser Zusammenstellung, etwa die beiden Stücke aus 'Andromaque', darf man sicherlich als weniger gelungen bezeichnen, doch bedeutet ‚weniger gelungen‘ bei dem französischen Multitalent immer noch deutlich besser als bei so manchem anderen Tondichter. Der Franzose hat mit seinen besten Werken – der genannten dritten Symphonie etwa, dem dritten Violinkonzert oder den Klavierkonzerten – die Messlatte eben sehr hoch gesetzt. Dass sich die Kenntnisnahme auch der übrigen Stücke lohnt, belegen Märkl und das Symphonieorchester Malmö mit dieser CD auf beeindruckende Weise. Der Dirigent gesellt sich damit allmählich in die erste Reihe der Saint-Saëns-Interpreten, die höchst klangvolle Namen beinhaltet – wie etwa Neeme Järvi, Thierry Fischer oder Marc Soustrout, um nur einige zu nennen. In dieser Reihe befinden sich nach wie vor auffällig wenige deutsche Dirigenten, was angesichts der offensichtlichen Qualität und Wirkungskraft der Werke überraschen muss.

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 
Booklet:





Dieser Beitrag hat Ihnen gefallen? Empfehlen Sie ihn weiter!

Ihre Meinung? Kommentieren Sie diesen Artikel

Jetzt einloggen, um zu kommentieren.
Sind Sie bei klassik.com noch nicht als Nutzer angemeldet, können Sie sich hier registrieren.



Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



Cover vergrößern

    Saint-Saens: Ascanio - Ballet: Malmö Symphony Orchestra, Jun Märkl

Label:
Anzahl Medien:
Naxos
1
Medium:
EAN:

CD
747313403370


Cover vergössern

Saint-Saens, Camille


Cover vergössern

Naxos

Als der Unternehmer Klaus Heymann 1982 für seine Frau, die Geigerin Takako Nishizaki in Hongkong das Plattenlabel Marco Polo gründete, war dies der Beginn einer beispiellosen Erfolgsgeschichte. Fünf Jahre später rief Heymann das Label NAXOS ins Leben, das in der Klassikwelt längst zur festen Größe geworden ist und es bis heute versteht, hohe Qualität zu günstigen Preisen anzubieten. Der einzigartige und sich ständig erweiternde Katalog des Labels umfasst mittlerweile über 8.000 CDs mit mehr als 130.000 Titeln - von Kostbarkeiten der Alten Musik über sämtliche berühmten "Klassiker" bis hin zu Schlüsselwerken des 21. Jahrhunderts. Dabei wird der Klassik-Neuling ebenso fündig wie der Klassikliebhaber oder -sammler. International bekannte Künstler wie das Kodály Quartet, die Geigerin Tianwa Yang, der Pianist Eldar Nebolsin und die Dirigenten Marin Alsop, Antoni Wit, Leonard Slatkin und Jun Märkl werden von NAXOS betreut. Darüber hinaus setzt NAXOS modernste Aufnahmetechniken ein, um höchste Klangqualität bei seinen Produktionen zu erreichen und ist Vorreiter in der Produktion von hochauflösenden Blu-ray Audios - Grund genug für das renommierte britische Fachmagazin "Gramophone", NAXOS zum "Label of the Year" 2005 zu küren. Auch im digitalen Bereich nimmt NAXOS eine Vorreiterrolle ein: Bereits seit 2004 bietet das Label mit der NAXOS MUSIC LIBRARY ein eigenes Streamingportal mit inzwischen über 1 Million Titel an und unterhält mit ClassicsOnline zudem einen eigenen Download-Shop.


Mehr Info...


Cover vergössern
Jetzt kaufen bei...


Weitere Besprechungen zum Label/Verlag Naxos:

  • Zur Kritik... Ideenarme Schwerfälligkeit: Unterschiedliche, teilweise noch unbekannte geistliche Werke von Giacomo Meyerbeer zeigen neue Facetten des Opernkomponisten. Die Preußische Philharmonie unter Dario Salvi vermag dieses Repertoire allerdings nur etwas nüchtern zu interpretieren. Weiter...
    (Lorenz Adamer, )
  • Zur Kritik... Feierliche Romreise: Das Buffalo Philharmonic Orchestra unter JoAnn Falletta widmet sich der 'Römischen Trilogie' von Ottorino Respighi. Weiter...
    (Lorenz Adamer, )
  • Zur Kritik... Schweres leicht gemacht: Neues von Beethoven auf der Höhe unserer Zeit. Weiter...
    (Dr. Jürgen Schaarwächter, )
blättern

Alle Kritiken von Naxos...

Weitere CD-Besprechungen von Dr. Michael Loos:

  • Zur Kritik... Cello-Klagegesänge: Diese drei Werke für Violoncello und Orchester aus der Feder von Mieczyslaw Weinberg befinden sich bei Raphael Wallfisch und Lukasz Borowicz in den besten Händen. Weiter...
    (Dr. Michael Loos, )
  • Zur Kritik... Verpflichtung und Lebensaufgabe: Schon lange Zeit widmet sich Raphael Wallfisch selten gespieltem Cello-Repertoire. Auf der vorliegenden CD gelingen ihm dabei erstklassige Interpretationen von Konzerten jüdischer Komponisten, die von der NS-Diktatur ins Exil gezwungen wurden. Weiter...
    (Dr. Michael Loos, )
  • Zur Kritik... Saint-Saëns mit Esprit und Biss: Zwei frühe Symphonien von Camille Saint-Saëns erklingen hier zusammen mit dem bestens bekannten 'Karneval der Tiere' – vor allem die beiden Symphonien können sich hören lassen. Weiter...
    (Dr. Michael Loos, )
blättern

Alle Kritiken von Dr. Michael Loos...

Weitere Kritiken interessanter Labels:

  • Zur Kritik... Persönliche Sichtweise: Sir Simon Rattle und das London Symphony Orchestra überzeugen mit Bruckners Sechster Sinfonie. Weiter...
    (Michael Pitz-Grewenig, )
  • Zur Kritik... Ideenarme Schwerfälligkeit: Unterschiedliche, teilweise noch unbekannte geistliche Werke von Giacomo Meyerbeer zeigen neue Facetten des Opernkomponisten. Die Preußische Philharmonie unter Dario Salvi vermag dieses Repertoire allerdings nur etwas nüchtern zu interpretieren. Weiter...
    (Lorenz Adamer, )
  • Zur Kritik... Feierliche Romreise: Das Buffalo Philharmonic Orchestra unter JoAnn Falletta widmet sich der 'Römischen Trilogie' von Ottorino Respighi. Weiter...
    (Lorenz Adamer, )
blättern

Alle CD-Kritiken...

Magazine zum Downloaden

NOTE 1 - Mitteilungen (3/2020) herunterladen (2910 KByte)

Anzeige

Jetzt im klassik.com Radio

Joachim Stutschewsky: Palästinensische Skizzen - Ekstase

CD kaufen


Empfehlungen der Redaktion

Die Empfehlungen der klassik.com Redaktion...

Diese Einspielungen sollten in keiner Plattensammlung fehlen

weiter...


Portrait

Liv Migdal im Portrait "Man spielt mit den Ohren!"
Liv Migdal im Gespräch mit klassik.com.

weiter...
Alle Interviews...


Sponsored Links

Hinweis:

Mit Namen oder Initialen gekennzeichnete Beiträge geben die Meinung des Verfassers, nicht aber unbedingt die Meinung der Redaktion wieder.

Die Bewertung der klassik.com-Autoren:

Überragend
Sehr gut
Gut
Durchschnittlich
Unterdurchschnittlich