> > > Musica Baltica 6: Andrzey Mikolaj Szadejko, Orgel
Samstag, 28. Mai 2022

Musica Baltica 6 - Andrzey Mikolaj Szadejko, Orgel

Seltene Orgelmusik aus dem alten Danzig


Label/Verlag: MDG
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Zwei Komponisten und ein ausgezeichneter Organist führen zu einer bemerkenswerten Aufnahme.

Theophil Andreas Volckmar und Daniel Magnus Gronau gehören nicht unbedingt zu den bekannteren Komponisten, obwohl sie durchaus Eigenes zu sagen haben. In der vorliegenden CD spielt der hierzulande eher unbekannte Organist Andrzej Mikolaj Szadeijko hörenswerte Werke von beiden an. Er tritt damit in die Fußstapfen unter anderen von Oskar Gottlieb Blarr und Matteo Venturini. Das Instrument ist ein Neubau nach Vorgaben von Danziger barocken Orgelbauern, ausgeführt von Kristian Wegscheider. Die Sonaten von Volckmar sind für ihre Zeit modern; das heißt: es gibt noch Reste vom Stylus Phantastikus, wie er etwa von Buxtehude gepflegt wurde, aber der Komponist ist in der Hauptsache vom italienischen Stil etwa der Venezianer beeinflusst. Ihm zuzuhören lässt Freude über blitzende Lebendigkeit aufkommen, unterstützt von einer splendiden Virtuosität des Organisten. Besonders die Behandlung des Pedals ist staunenerregend. Er bringt das Pedal manchmal auch richtig in den Vordergrund, ohne dabei die anderen Stimmen zu vernachlässigen. Ähnliches gilt für die Choralpartiten Gronaus, die indessen einer früheren Zeit des Barocks stärker verpflichtet sind. Dass manchmal die Sequenzen zu lang geraten, macht deutlich: Bei allen Qualitäten ist er doch kein Bach. Die vorbildliche Transparenz des Orgelspiels wird von einer sorgfältigen und angemessenen Aufnahmequalität ins rechte Licht gerückt.


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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    Musica Baltica 6: Andrzey Mikolaj Szadejko, Orgel

Label:
Anzahl Medien:
MDG
1
Medium:
EAN:
CD SACD
760623213965

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MDG

Die klangrealistische Tonaufnahme

»Den beim Sprechen oder Musizieren entstehenden Schall festzuhalten, um ihn zu konservieren und beliebig reproduzieren zu können, ist eine Idee, die seit langem die Menschen beschäftigte. Waren zunächst eher magische Aspekte im Spiel, die die Phantasie beflügelten wie etwa bei Giovanni deila Porta, der 1598 den Schall in Bleiröhren auffangen wollte, so führte mit fortschreitender Entwicklung naturwissenschaftlichen Denkens ein verhältnismäßig gerader Weg zur Lösung...« (Riemann Musiklexikon)

Seit Beginn der elektrischen Schallaufzeichnung ist der Tonmeister als »Klangregisseur« bei der Aufnahme natürlich dem Komponisten und dem Interpreten, aber auch dem Hörer verpflichtet. Die Mittel zur Tonaufzeichnung sind hinlänglich bekannt. Die Kriterien für ihren Einsatz bestimmt das Ohr. Deshalb für den Hörer hier eine Beschreibung unserer Hörvorstellung.

Lifehaftigkeit

In der Gewißheit, daß der Konzertsaal im Wohnzimmer (leider) nicht realisierbar ist, konzentriert sich unser Bemühen darauf, die Illusion einer Wirklichkeit zu vermitteln. Die Musik soll im Hörraum so wiedererstehen, daß spontan der Eindruck der Unmittelbarkeit entsteht, das lebendige Klanggeschehen mit der ganzen Atmosphäre der »Lifehaftigkeit« erlebt wird. Da wir praktisch ausschließlich menschliche Stimmen und »klassische« Instrumente - auch sie haben ihren Ursprung im Nachahmen der Stimme - aufnehmen, konzentriert sich unsere Klangvorstellung auf natürliche Klangbalance und tonale Ausgeglichenheit im Ganzen, und instrumentenhafte Klangtreue im Einzelnen. Darüber hinaus natürliche, ungebremste Dynamik und genaueste Auflösung auch der feinsten Spannungsbögen. Weitestgehend bestimmend für die Illusion der Lifehaftigkeit ist auch die Ortbarkeit der Klangquellen im Raum: freistehend, dreidimensional, realistisch.

Musik entsteht im Raum

Um diesen »Klangrealismus« einzufangen, ist bei den Aufnahmen von MDG eine natürliche Akustik unbedingte Voraussetzung. Mehr noch, für jede Produktion wird speziell in Hinblick auf die Besetzung und den Kompositionsstil der passende Aufnahmeraum ausgesucht. Anschließend wird »vor Ort« die optimale Plazierung der Musiker und Instrumente im Raum erarbeitet. Dieser ideale »Spielplatz« ermöglicht nun nicht nur die akustisch beste Aufnahme, sondern inspiriert durch seine Rückwirkung die Musiker zu einer lebendigen, anregenden Musizierlust und spannender Interpretation. Können Sie sich die Antwort des Musikers vorstellen auf die Frage, ob er lieber in einem trockenen Studio oder in einem Konzertsaal spielt?

Die Aufnahme

Ist der ideale Raum vorhanden, entscheidet sich der gute Ton an den Mikrofonen - verschiedene Typen mit speziellen klanglichen Eigenheiten stehen zur Auswahl und wollen mit dem Klang der Instrumente im Raum in Harmonie gebracht werden. Ebenso wichtig für eine natürliche Abbildung ist die Anordnung der Mikrofone, damit etwa die richtigen Nuancen in der solistischen Darstellung oder die Kompensation von Verdeckungseffekten realisierbar werden. Das puristische Ideal »nur zwei Mikrofone« kann selten den komplexen Anforderungen einer Aufnahme mit mehreren Instrumenten gerecht werden. Aber egal wie viele Mikrofone verwendet werden: Stellt sich ein natürlicher Klangeindruck ein, ist die Frage nach dem Zustandekommen des »Lifehaftigen« zweitrangig. Entscheidend ist, es klingt so, als wären nur zwei Mikrofone im Spiel.

Ohne irgendwelche »Verschlimmbesserer« wie Filter, Limiter, Equalizer, künstlichen Hall etc. zu benutzen, sammeln wir die Mikro-Wellen übertragerlos in einem puristischen Mischpult und geben das mit elektrostatischem Kopfhörer kontrollierte Stereosignal linear und unbegrenzt an den AD-Wandler und zum digitalen Speicher weiter. Dadurch bleiben auch die feinsten Einschwingvorgänge erhalten. Auf der digitalen Ebene wird dann ohne klangmanipulierende Eingriffe mit dem eigenen Editor in unserem Hause das Band zur Herstellung der Compact Disc für den Hörer erstellt, für Ihr hoffentlich großes Hörvergnügen.


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