> > > Francis Poulenc: Wind Music: Ensemble Confoederatio
Montag, 30. März 2020

Francis Poulenc: Wind Music - Ensemble Confoederatio

Verspielt, aber kaum expressiv


Label/Verlag: MDG
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Das Ensemble Confoederatio spielt Kammermusik für Bläser und Klavier von Francis Poulenc.

Das Ensemble Confoederatio hat wesentliche Teile der Kammermusik Francis Poulencs für Bläser und Klavier aufgenommen: für Flöte, Oboe und Klarinette je eine Sonate, das Trio für Oboe, Fagott und Klavier sowie das Sextett. Exakt dasselbe Programm hatte dieses Jahr bereits auch das Ensemble Arabesques gemeinsam mit dem Pianisten Paul Rivinius herausgebracht. Hinzu kommt, dass sich beide Aufnahmen recht ähnlich sind, im Grunde könnte man weite Teile der Kritik zu dieser nur wenige Monate älteren Platte fast kopieren und hier einfügen. Gut, vielleicht doch nur fast, einige Unterschiede gibt es dann doch. Aber hier wie dort legen die Interpreten offenbar höchsten Wert auf größtmögliche Schönheit des Klangs. Den Musikern der neuen Confoederatio-Platte gelingt das sogar noch besser als ihren Hamburger Arabesque-Kollegen, und besonders wäre die Flötensonate hervorzuheben, die von Rute Fernandes mit einem zugleich ungemein sanften und sehr konzentrierten Klang gespielt wird, weit entfernt von den eher wolkig-diffus anmutenden Flötenklängen, die man doch immerhin recht häufig zu hören bekommt.

Fehlender Biss

 

Auch sind beide Aufnahmen hier und dort munter und verspielt, Confoederatio tendenziell mehr als Arabesques. Bei der neuen Platte wäre wohl in erster Linie das Finale der Klarinettensonate zu nennen. Das hört sich zunächst durchaus eindrucksvoll an, doch letztlich fehlt auch dieser verspielten Art leider noch etwas Biss, um Poulencs vorwitzig-freche Tonsprache wirklich voll zur Geltung zu bringen, und erst recht werden auf beiden Platten die expressiven Potentiale seiner Musik nicht genügend ausgeschöpft. Wie das klingen könnte, haben in ebenfalls noch recht neuen Aufnahmen das dänische Ensemble MidVest bzw. im Falle des Sextetts die polnische Gruppo di Tempera vorgemacht.

Da die neue Platte bei Dabringhaus und Grimm erschienen ist, wirkt der Klang wie zu erwarten klar und transparent, der natürliche Hall ist sehr angenehm. Auch das Beiheft ist gut gelungen, allerdings fehlt eine Vita des Ensembles. So kann man sich nur aus den Einzelbiographien der Musiker ableiten, dass es sich hier offenbar um eine in der Schweiz beheimatete Formation handelt, denn alle Bläser spielen oder spielten in Schweizer Orchestern, in Zürich, Lausanne oder Winterthur, wo auch die Aufnahmen entstanden.

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 
Booklet:





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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    Francis Poulenc: Wind Music: Ensemble Confoederatio

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Anzahl Medien:
MDG
1
Medium:
EAN:

CD SACD
760623215266


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Poulenc, Francis


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MDG

Die klangrealistische Tonaufnahme

»Den beim Sprechen oder Musizieren entstehenden Schall festzuhalten, um ihn zu konservieren und beliebig reproduzieren zu können, ist eine Idee, die seit langem die Menschen beschäftigte. Waren zunächst eher magische Aspekte im Spiel, die die Phantasie beflügelten wie etwa bei Giovanni deila Porta, der 1598 den Schall in Bleiröhren auffangen wollte, so führte mit fortschreitender Entwicklung naturwissenschaftlichen Denkens ein verhältnismäßig gerader Weg zur Lösung...« (Riemann Musiklexikon)

Seit Beginn der elektrischen Schallaufzeichnung ist der Tonmeister als »Klangregisseur« bei der Aufnahme natürlich dem Komponisten und dem Interpreten, aber auch dem Hörer verpflichtet. Die Mittel zur Tonaufzeichnung sind hinlänglich bekannt. Die Kriterien für ihren Einsatz bestimmt das Ohr. Deshalb für den Hörer hier eine Beschreibung unserer Hörvorstellung.

Lifehaftigkeit

In der Gewißheit, daß der Konzertsaal im Wohnzimmer (leider) nicht realisierbar ist, konzentriert sich unser Bemühen darauf, die Illusion einer Wirklichkeit zu vermitteln. Die Musik soll im Hörraum so wiedererstehen, daß spontan der Eindruck der Unmittelbarkeit entsteht, das lebendige Klanggeschehen mit der ganzen Atmosphäre der »Lifehaftigkeit« erlebt wird. Da wir praktisch ausschließlich menschliche Stimmen und »klassische« Instrumente - auch sie haben ihren Ursprung im Nachahmen der Stimme - aufnehmen, konzentriert sich unsere Klangvorstellung auf natürliche Klangbalance und tonale Ausgeglichenheit im Ganzen, und instrumentenhafte Klangtreue im Einzelnen. Darüber hinaus natürliche, ungebremste Dynamik und genaueste Auflösung auch der feinsten Spannungsbögen. Weitestgehend bestimmend für die Illusion der Lifehaftigkeit ist auch die Ortbarkeit der Klangquellen im Raum: freistehend, dreidimensional, realistisch.

Musik entsteht im Raum

Um diesen »Klangrealismus« einzufangen, ist bei den Aufnahmen von MDG eine natürliche Akustik unbedingte Voraussetzung. Mehr noch, für jede Produktion wird speziell in Hinblick auf die Besetzung und den Kompositionsstil der passende Aufnahmeraum ausgesucht. Anschließend wird »vor Ort« die optimale Plazierung der Musiker und Instrumente im Raum erarbeitet. Dieser ideale »Spielplatz« ermöglicht nun nicht nur die akustisch beste Aufnahme, sondern inspiriert durch seine Rückwirkung die Musiker zu einer lebendigen, anregenden Musizierlust und spannender Interpretation. Können Sie sich die Antwort des Musikers vorstellen auf die Frage, ob er lieber in einem trockenen Studio oder in einem Konzertsaal spielt?

Die Aufnahme

Ist der ideale Raum vorhanden, entscheidet sich der gute Ton an den Mikrofonen - verschiedene Typen mit speziellen klanglichen Eigenheiten stehen zur Auswahl und wollen mit dem Klang der Instrumente im Raum in Harmonie gebracht werden. Ebenso wichtig für eine natürliche Abbildung ist die Anordnung der Mikrofone, damit etwa die richtigen Nuancen in der solistischen Darstellung oder die Kompensation von Verdeckungseffekten realisierbar werden. Das puristische Ideal »nur zwei Mikrofone« kann selten den komplexen Anforderungen einer Aufnahme mit mehreren Instrumenten gerecht werden. Aber egal wie viele Mikrofone verwendet werden: Stellt sich ein natürlicher Klangeindruck ein, ist die Frage nach dem Zustandekommen des »Lifehaftigen« zweitrangig. Entscheidend ist, es klingt so, als wären nur zwei Mikrofone im Spiel.

Ohne irgendwelche »Verschlimmbesserer« wie Filter, Limiter, Equalizer, künstlichen Hall etc. zu benutzen, sammeln wir die Mikro-Wellen übertragerlos in einem puristischen Mischpult und geben das mit elektrostatischem Kopfhörer kontrollierte Stereosignal linear und unbegrenzt an den AD-Wandler und zum digitalen Speicher weiter. Dadurch bleiben auch die feinsten Einschwingvorgänge erhalten. Auf der digitalen Ebene wird dann ohne klangmanipulierende Eingriffe mit dem eigenen Editor in unserem Hause das Band zur Herstellung der Compact Disc für den Hörer erstellt, für Ihr hoffentlich großes Hörvergnügen.


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