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Sonntag, 29. März 2020

Auber: La Macon - Tonkünstler Orchester, Kurt Tenner

Opernhandwerk


Label/Verlag: ORFEO
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Die deutschsprachige ORF-Produktion von Daniel-François-Esprit Aubers Oper 'Le Maçon' erinnert an historische Rundfunkzeiten.

Daniel-François-Esprit Auber war Anfang bis Mitte des 19. Jahrhunderts einer der produktivsten und populärsten französischen Komponisten. Heute ist sein Name im Wesentlichen nur noch mit zwei Opern verbunden: der Grand opéra 'La Muette di Portici', die 1830 nach einer Aufführung in Brüssel die belgische Revolution auslöste, und der im gleichen Jahr in Paris uraufgeführten Opéra-comique 'Fra Diavolo'. In letzter Zeit aber nimmt das Interesse an weiteren Bühnenwerken von Auber wieder zu. Szenisch, wie beispielsweise 'Manon Lescaut' und 'Le Domino Noir' in Liège. Oder im Tonstudio, wie die zwei Ouvertüren-Anthologien oder die Ersteinspielung von 'La Sirène'.

Aus Scribes Librettoschmiede

Jetzt ist 'Le Maçon', zu Deutsch 'Maurer und Schlosser', hinzugekommen, eine in Paris 1825 uraufgeführte, ehemals im deutschsprachigen Raum besonders beliebte Opéra-comique: vom Sujet her am ehesten eine Rettungsoper mit komödiantischem Einschlag. Die Geschichte, die aus der Librettoschmiede von Eugène Scribe stammt, handelt von zwei Pariser Handwerkern, die in die türkische Botschaft entführt werden, um dort einen Kerker zu bauen, der die Flucht eines gefangenen Offiziers samt Geliebter verhindern soll. Doch dank der Courage des Maurers gelingt deren Befreiung.

Bei der Aufnahme handelt es sich um eine stark gekürzte, deutschsprachige Produktion des Österreichischen Rundfunks aus dem Jahr 1950. Die Dialoge sind gestrichen, stattdessen führt eine namentlich nicht genannte Sprecherin durch das Geschehen. Von stilistischer Werktreue, die heutzutage bei französischen Opern in der Regel praktiziert wird, ist diese Bearbeitung weit entfernt. Sie klingt mehr nach handfester deutscher Spieloper als nach frankophilem Esprit, was auch an der musikalischen Leitung von Karl Tenner liegt, dem langjährigen Dirigenten und Aufnahmeleiter beim ORF, der Aubers anmutige Melodien mit kräftigem Pinsel ausmalt.

Ansprechende Qualität

Die stimmliche Qualität der Mitwirkenden ist insgesamt ansprechend, die Textverständlichkeit durchgängig sehr gut. Nur einige bekannte Namen sind dabei: Das ist einmal Hildegard Rössel-Majdan von der Wiener Staatsoper, die auch international Karriere machte und hier mit üppigem Spielalt eine neugierige Nachbarin verkörpert; dann der Bassist Peter Lagger, der von 1963 bis zu seinem frühen Tod 1979 zu den Stützen der Deutschen Oper Berlin gehörte, aber in der winzigen Rolle eines türkischen Sklaven noch ganz Anfang seiner Laufbahn stand; und schließlich Walter Anton Dotzer als Maurer, der mit seinem feschen Tenor daran erinnert, dass er auch in Operette und Film zu Hause war. Maria Salten, Hilde Rychling und Herakles Politis sind hingegen unbeschriebene Blätter. Man hört eine ordentliche Soubrette, eine ebensolche lyrische Sopranistin und einen Tenor, der geschmackvoll zu phrasieren weiß.

Dass das Booklet nur einen informativen Einführungstext enthält, aber keine Sängerbiographien, ist ein wirkliches Manko. Insgesamt jedoch ist die technisch passabel aufbereitete Aufnahme ein interessantes Dokument einer vergangenen Rundfunkkultur und sie füllt eine Repertoirelücke.

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 
Booklet:





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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    Auber: La Macon: Tonkünstler Orchester, Kurt Tenner

Label:
Anzahl Medien:
ORFEO
1
Medium:
EAN:

CD
4011790985121


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Auber, Daniel Francois


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ORFEO

Erschienen die ersten Aufnahmen des 1979 in München gegründeten Labels noch in Lizenz bei RCA und EMI, produziert und vertreibt ORFEO seit 1982 unter eigenem Namen. Durch konsequente Repertoire- und Künstlerpolitik konnte sich das Label seit seinem aufsehenerregenden Auftritt am Anfang der Digital-Ära dauerhafte Präsenz auf dem Markt verschaffen. Nicht nur bekannte Werke, sondern auch weniger gängige Musikliteratur und interessante Raritäten - davon viele in Ersteinspielungen - wurden dem Publikum in herausragenden Interpretationen zugänglich gemacht. Dabei ist es unser Bestreben, auch mit Überraschungen Treue zu klassischer Qualität zu beweisen.
Der Musik der Moderne wird mit den gleichen Qualitätsstandards Beachtung geschenkt - in exemplarischen Neuaufnahmen wie in Mitschnitten bedeutender Uraufführungen. Wichtige Akzente setzen dabei die Serien Edition zeitgenössisches Lied, die bis in die unmittelbare Gegenwart vorstößt, und Musica Rediviva mit Werken verbotener oder zu Unrecht vergessener Komponisten.
Zu den Künstlern zählen die besten Sängerinnen und Sänger, Instrumentalisten, Orchester und Dirigenten der letzten drei Jahrzehnte. Die Förderung aufstrebender Künstler der jüngeren Generation war und ist ORFEO stets ein Anliegen. Viele, die heute zu den Großen der Musikszene zählen, errangen bei uns ihre ersten Schallplattenerfolge.
Mit der Serie ORFEO D'OR wird auf die große interpretatorische Vergangenheit zurückgegriffen; legendäre Aufführungen u.a. aus Bayreuth, München, Wien und Salzburg werden dokumentiert. Hierbei wurde von Anfang an besonderer Wert auf sorgfältige Edition gelegt; durch - das dürfte auf dem Markt für historische Aufnahmen heute sehr selten sein - offizielle Zusammenarbeit mit den Künstlern, Erben und Institutionen hat ORFEO D'OR jeweils exklusiven Zugriff auf die besten erhaltenen Originalquellen.
Unser Ziel: Die Faszination, die klassische Musik ausüben kann, über die Generationen lebendig nahe zubringen.


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