> > > Gottfried August Homilius: Advent & Christmas Cantatas: Kölner Akademie, Michael Alexander Willens
Samstag, 25. Januar 2020

Gottfried August Homilius: Advent & Christmas Cantatas - Kölner Akademie, Michael Alexander Willens

Frisch gewagt


Label/Verlag: cpo
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Michael Alexander Willens und die Kölner Akademie überzeugen mit Homilius.

Mit großer Frische bieten uns Michael Alexander Willens und die Kölner Akademie vier Kantaten von Gottfried August Homilius zu den letzten drei Adventssonntagen und zum ersten Weihnachtsfeiertag, wohl alle um das Jahr 1726 entstanden. Festliche Freude verströmt 'Wohl dem, der nicht wandelt im Rat der Gottlosen', adventliche Besinnlichkeit 'So du mit deinem Munde bekennest Jesum', strahlenden Prunk die Weihnachtskantate 'Merk auf, mein Herz, und sieh dorthin'. Homilius‘ Textbehandlung in 'Siehe, der Herr kömmt mit viel tausend Heiligen' ist recht heikel – kurze, prägnant zu musizierende Notenwerte, und auf diese eine große Menge an konsonantenreichen Texten. Willens und sein zehnköpfiges Vokalensemble (das nur ganz selten ein wenig zu klein wirkt) erweisen sich als Meister der Präzision, verbunden mit kluger agogischer Ausführung und einem hinreichenden Verständnis für den sakralen Charakter der Musik. Dass anders als manch andere Interpreten die Kölner Akademie aber ganz besonders überzeugt, liegt nicht zuletzt an der inneren Dynamik der Darbietung, die den Eindruck einer in sich hochgradig spannungsvollen Live-Aufführung vermittelt, obschon es sich um eine Studioproduktion des Deutschlandfunks handelt. Homilius‘ harmonischer und klanglicher Reichtum wird voll Gusto ausgespielt – hörbar haben auch die Orchestermusiker große Freude an ihren Aufgaben.

Besondere Dimension

Ganz besonders überzeugt der Tenor Georg Poplutz, der seinen Rezitativen und Arien durch kluge Wortausdeutung eine besondere Dimension verleiht. Fast atemlos entlässt einen der Bass-Solist Mauro Borgioni ob seiner Koloraturvirtuosität und vorbildlichen Textverständlichkeit; die Sopranistin Hanna Herfurtner (die erst in der dritten Kantate auch eine eigene Arie singen darf) kann da nicht ganz mithalten, da ihre Stimme der Musik Homilius‘ fast entwachsen scheint und vor allem die Textverständlichkeit nicht ganz so selbstverständlich ist wie bei den beiden Herren. Die Mezzosopranistin Franziska Gottwald, die mit ihrem Soloauftritt bis zur Weihnachtskantate warten muss, hat das Wort und die Koloraturengeläufigkeit wiederum auf ihrer Seite, doch ist ihre Stimme ein wenig zu monochrom, was aber mit Blick auf ihre musikalischen Fähigkeiten, vor allem ihre strahlenden Höhen, vernachlässigt werden kann.

Homilius komponierte über 180 Kirchenkantaten – wenn sie so hochkarätig dargeboten werden wie hier, freuen wir uns sehr auf weitere Erkundungen in diesem Repertoire. Zwar haben Willens‘ Interpretationen keinen ‚Dresdner‘ Ton (erst recht keinen ‚Kruzianier‘-Ton), doch eine zeitlose Aura, die die Musik äußerst erfolgreich in der Musikgeschichte der damaligen Zeit verortet (Mozarts frühes Oratorium 'Die Schuldigkeit des ersten Gebotes' erweist sich dieser Musik überraschend wesensverwandt).

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 
Booklet:





Dieser Beitrag hat Ihnen gefallen? Empfehlen Sie ihn weiter!

Ihre Meinung? Kommentieren Sie diesen Artikel

Jetzt einloggen, um zu kommentieren.
Sind Sie bei klassik.com noch nicht als Nutzer angemeldet, können Sie sich hier registrieren.



Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



Cover vergrößern

    Gottfried August Homilius: Advent & Christmas Cantatas: Kölner Akademie, Michael Alexander Willens

Label:
Anzahl Medien:
cpo
1
Medium:
EAN:

CD
761203527823


Cover vergössern

Homilius, Gottfried August
 - Siehe, der Herr kömmt mit viel tausend Heiligen -
 - Symphony op.12 in F minor -
 - Symphony op.12 in F minor -
 - Symphony op.12 in F minor -
 - Symphony op.12 in F minor -
 - Wohl dem, der nicht wandelt im Rat der Gottlosen -
 - Wohl dem, der nicht wandelt im Rat der Gottlosen -
 - Wohl dem, der nicht wandelt im Rat der Gottlosen -
 - Wohl dem, der nicht wandelt im Rat der Gottlosen -
 - Wohl dem, der nicht wandelt im Rat der Gottlosen -
 - So Du mit deinem Munde bekennest Jesum -
 - So Du mit deinem Munde bekennest Jesum -
 - So Du mit deinem Munde bekennest Jesum -
 - So Du mit deinem Munde bekennest Jesum -
 - So Du mit deinem Munde bekennest Jesum -
 - So Du mit deinem Munde bekennest Jesum -
 - Merk auf, mein Herz, und sieh dorthin -
 - Merk auf, mein Herz, und sieh dorthin -
 - Merk auf, mein Herz, und sieh dorthin -
 - Merk auf, mein Herz, und sieh dorthin -
 - Merk auf, mein Herz, und sieh dorthin -


Cover vergössern

Dirigent(en):Willens, Michael Alexander
Orchester/Ensemble:Kölner Akademie
Interpret(en):Herfurtner, Hanna
Gottwald, Franziska
Poplutz, Georg
Borgioni, Mauro


Cover vergössern

cpo

Wohl kaum ein zweites Label hat in letzter Zeit soviel internationale Aufmerksamkeit erregt wie cpo. Die Fachwelt rühmt einhellig eine überzeugende Repertoirekonzeption, die auf hohem künstlerischen Niveau verwirklicht wird und in den Booklets eine geradezu beispielhafte Dokumentation erfährt. Der Höhepunkt dieser allgemeinen Anerkennung war sicherlich die Verleihung des "Cannes Classical Award" für das beste Label (weltweit!) auf der MIDEM im Januar 1995 und gerade wurde cpo der niedersächsische Musikpreis 2003 in "Würdigung der schöpferischen Leistungen" zuerkannt.
Besonders stolz macht uns dabei, daß cpo - 1986 gegründet - in Rekordzeit in die Spitze vorgestoßen ist. Das Geheimnis dieses Erfolges ist einfach erklärt, wenn auch schwierig umzusetzen: cpo sucht niemals den Kampf mit den Branchenriesen, sondern füllt mit Geschick die Nischen, die von den Großen nicht besetzt werden, weil sie dort keine Geschäfte wittern. Und aus mancher Nische wurde nach einhelliger Ansicht der Fachwelt mittlerweile ein wahres Schmuckkästchen.
Am Anfang einer Repertoire-Entscheidung steht bei uns noch ganz altmodisch das Partituren-lesen, denn nicht alles, was noch unentdeckt ist, muß auch auf die Silberscheibe gebannt werden. Andererseits gibt es - von der Renaissance bis zur Moderne - noch sehr viele wahre musikalische Schätze zu heben, die oft näher liegen, als man meint. Unsere großen Werk-Editionen von Pfitzner, Korngold, Hindemith oder Pettersson sind nicht umsonst gerühmt worden. In diesem Sinne werden wir fortfahren.
Letztendlich ist unser künstlerisches Credo ganz einfach: Wir machen die CDs, die wir schon immer selbst haben wollten. Seien Sie herzlich zu dieser abenteuerlichen Entdeckungsfahrt eingeladen!


Mehr Info...


Cover vergössern
Jetzt kaufen bei...


Weitere Besprechungen zum Label/Verlag cpo:

  • Zur Kritik... Weihnachtswunder: Ein stilistisch weiter, sehr schön gesungener weihnachtlicher Bogen, der viel vom wunderbaren Geheimnis dieses Fests mitteilt und die illustre Diskografie des Sächsischen Vokalensembles ganz sicher bereichert. Weiter...
    (Dr. Matthias Lange, )
  • Zur Kritik... Nicht ohne Formeln: Dem Sinfonieorchester Münster gelingt eine Ehrenrettung Volbachs, aber keine Interpretation, die jeder Freund sinfonischer Musik um 1900 unbedingt im Regal haben muss. Weiter...
    (Dr. Jürgen Schaarwächter, )
  • Zur Kritik... Große und kleine Dimension: Gerhard Weinberger beweist seine Meisterschaft in Regers monumentalem Opus 127 wie in den feinen Choralvorspielen. Weiter...
    (Dr. Jürgen Schaarwächter, )
blättern

Alle Kritiken von cpo...

Weitere CD-Besprechungen von Dr. Jürgen Schaarwächter:

  • Zur Kritik... Musik der inneren Einkehr: Massimo Salotti bemüht sich um die eher laienhaften Klavierkompositionen von Georges Ivanovic Gurjieff und Thomas De Hartmann. Weiter...
    (Dr. Jürgen Schaarwächter, )
  • Zur Kritik... Blitzsauber: Das Trio Marvin, Preisträger des ARD-Wettbewerbs, bietet perfekte Umsetzungen des Notentextes, aber noch keine genialen Interpretationen. Weiter...
    (Dr. Jürgen Schaarwächter, )
  • Zur Kritik... In die erste Reihe: Eine weitere Großleistung in der Haydn-Edition des London Haydn Quartet. Weiter...
    (Dr. Jürgen Schaarwächter, )
blättern

Alle Kritiken von Dr. Jürgen Schaarwächter...

Weitere Kritiken interessanter Labels:

  • Zur Kritik... Wenn Pferde singen: Zwei einfallsreiche Schweizer Musiker wagen ein interessantes Experiment und verwandeln Eurodance-Hits in klassische Kunstwerke. Weiter...
    (Maxi Einenkel, )
  • Zur Kritik... Virtuose Lässigkeit: Claire Huangci begeistert mit polnischem Repertoire auf ihrem ersten Konzertalbum. Weiter...
    (Thomas Gehrig, )
  • Zur Kritik... Tonschönheit und Risiko: Von den drei hier zu hörenden Werken für Violine und Orchester kann zwar nur das Konzert von Carl Nielsen überzeugen – dieses jedoch vollauf. Weiter...
    (Dr. Michael Loos, )
blättern

Alle CD-Kritiken...

Magazine zum Downloaden

NOTE 1 - Mitteilungen (1/2020) herunterladen (2483 KByte) Class aktuell (4/2019) herunterladen (4308 KByte)

Anzeige

Jetzt im klassik.com Radio

Tzvi Avni: Dedication

CD kaufen


Empfehlungen der Redaktion

Die Empfehlungen der klassik.com Redaktion...

Diese Einspielungen sollten in keiner Plattensammlung fehlen

weiter...


Portrait

 Folkwang Kammerorchester Essen im Portrait Mit Vollgas ins Haus des Teufels
Das Folkwang Kammerorchester Essen ? jung, energiegeladen, hochmusikalisch

weiter...
Alle Interviews...


Sponsored Links

Hinweis:

Mit Namen oder Initialen gekennzeichnete Beiträge geben die Meinung des Verfassers, nicht aber unbedingt die Meinung der Redaktion wieder.

Die Bewertung der klassik.com-Autoren:

Überragend
Sehr gut
Gut
Durchschnittlich
Unterdurchschnittlich