> > > Pierantonio Tasca: A Santa Lucia: Anhaltinisches Theater Dessau, Markus Frank
Donnerstag, 22. Oktober 2020

Pierantonio Tasca: A Santa Lucia - Anhaltinisches Theater Dessau, Markus Frank

Neapolitanische Volkstragödie


Label/Verlag: cpo
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Die szenische Wiederentdeckung von Pierantonio Tascas Verismo-Reißer 'A Santa Lucia' in Dessau macht auch rein akustisch Effekt.

Wenn der Einakter 'Cavalleria rusticana' von Pietro Mascagni auf dem Spielplan steht, gibt es nach der Pause meistens Leoncavallos 'Pagliacci'. Doch ganz so untrennbar sind die veristischen Zwillinge nicht mehr. Eine interessante Alternative bot das Anhaltische Theater Dessau an, als es im April 2017 die sizilianische Bauerntragödie mit dem neapolitanischen Volksdrama 'A Santa Lucia' von Pierantonio Tasca kombinierte. Die ungewöhnliche, aber sinnvolle Kombination ging auf die Initiative des dortigen Operndirektors und Chefdramaturgen Felix Losert zurück, der das Werk wiederentdeckt und bereits 2002 in Auszügen konzertant in Erfurt vorgestellt hatte.

Pierantonio Tasca wurde 1858 im sizilianischen Noto geboren und starb dort 1934. Von seinen Opern hatte nur 'A Santa Lucia' Erfolg. Zu verdanken war dies im wesentlichen Gemma Bellincioni, eine der prägenden Verismo-Diven. Sie hatte schon in der Uraufführung von 'Cavalleria rusticana' mitgewirkt und suchte nach neuen Rollen. Die Partie der Rosella war maßgeschneidert für ihre expressive Darstellungskunst – eine mittellose Frau, die heimlich mit Ciccillo, dem Sohn eines Austernhändlers, liiert ist, ein Kind mit ihm hat und Selbstmord begeht, als sie durch Intrigen einer Rivalin von ihrem Geliebten fälschlicherweise der Untreue bezichtigt wird. Die Premiere von 'A Santa Lucia' fand 1892 auf Bestreben der Bellincioni an der Berliner Krolloper statt, an die sich europaweite Gastspiele anschlossen. Aufgrund des Erfolges erhielt Tasca vier Jahre später eine Anstellung am neu gegründeten Theater des Westens, doch konnte er nicht nachhaltig Fuß fassen. Keine seiner weiteren Werke behaupteten sich und auch 'A Santa Lucia' geriet nach dem Rückzug der Bellincioni in Vergessenheit. Dabei ist die Kurzoper durchaus lebensfähig, wie die Aufführungsserie in Dessau und die auf ihr basierende Einspielung durch cpo beweist.

Effektvoll in Szene gesetzt

Die melodramatische Handlung und das naturalistische Milieu – in diesem Fall neapolitanische Fischersleute – sind effektvoll in Musik gesetzt. Es gibt große Chorszenen, emotionsgeladene Soli und Duette, illustrative Orchesterpassagen, einschließlich Präludium und Intermezzo, und viel Lokalkolorit mit Mandolinenmusik, Tarantella und Fischergesängen. Die Aufnahme ist ein Zeugnis von der Leistungskraft des Dessauer Hauses. Alle Rollen sind mit Ensemblemitgliedern besetzt, vor allem Iordanka Derilova erweist sich als hochdramatische, ausdrucksstarke Tragödin. Rita Kapfhammer ist eine ebenbürtige Gegenspielerin, die ihre Intrige mit kultiviertem, subtil charakterisierendem Mezzosopran spinnt. Ray M. Wade, Jr. als Ciccillo besitzt einen kraftvollen Tenor, der ebenso zu lyrischen Farben fähig ist. Und auch Ulf Paulsen als Austernhändler kann den Wunsch eines alternden Mannes nach Liebe stimmlich beglaubigen. Der Dirigent Markus L. Frank ist ein leidenschaftlicher Anwalt für Tascas Partitur und kitzelt mit Chor und Orchester die volkstümlichen Stimmungen subtil heraus. Die klanglich einwandfreie Einspielung kann man jedem Verismo-Fan ans Herz legen – das vorzügliche Booklet ist ein zusätzlicher Pluspunkt.

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 
Booklet:





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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    Pierantonio Tasca: A Santa Lucia: Anhaltinisches Theater Dessau, Markus Frank

Label:
Anzahl Medien:
cpo
1
Medium:
EAN:

CD
761203518128


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Tasca, Pierantonio
 - A Santa Lucia - Preludio
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Dirigent(en):Frank, Markus
Orchester/Ensemble:Anhaltische Philharmonie Dessau


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cpo

Wohl kaum ein zweites Label hat in letzter Zeit soviel internationale Aufmerksamkeit erregt wie cpo. Die Fachwelt rühmt einhellig eine überzeugende Repertoirekonzeption, die auf hohem künstlerischen Niveau verwirklicht wird und in den Booklets eine geradezu beispielhafte Dokumentation erfährt. Der Höhepunkt dieser allgemeinen Anerkennung war sicherlich die Verleihung des "Cannes Classical Award" für das beste Label (weltweit!) auf der MIDEM im Januar 1995 und gerade wurde cpo der niedersächsische Musikpreis 2003 in "Würdigung der schöpferischen Leistungen" zuerkannt.
Besonders stolz macht uns dabei, daß cpo - 1986 gegründet - in Rekordzeit in die Spitze vorgestoßen ist. Das Geheimnis dieses Erfolges ist einfach erklärt, wenn auch schwierig umzusetzen: cpo sucht niemals den Kampf mit den Branchenriesen, sondern füllt mit Geschick die Nischen, die von den Großen nicht besetzt werden, weil sie dort keine Geschäfte wittern. Und aus mancher Nische wurde nach einhelliger Ansicht der Fachwelt mittlerweile ein wahres Schmuckkästchen.
Am Anfang einer Repertoire-Entscheidung steht bei uns noch ganz altmodisch das Partituren-lesen, denn nicht alles, was noch unentdeckt ist, muß auch auf die Silberscheibe gebannt werden. Andererseits gibt es - von der Renaissance bis zur Moderne - noch sehr viele wahre musikalische Schätze zu heben, die oft näher liegen, als man meint. Unsere großen Werk-Editionen von Pfitzner, Korngold, Hindemith oder Pettersson sind nicht umsonst gerühmt worden. In diesem Sinne werden wir fortfahren.
Letztendlich ist unser künstlerisches Credo ganz einfach: Wir machen die CDs, die wir schon immer selbst haben wollten. Seien Sie herzlich zu dieser abenteuerlichen Entdeckungsfahrt eingeladen!


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