> > > Ludwig van Beethoven: Works for voice & orchestra: Turku Philharmonic Orchestra, Leif Segerstam
Samstag, 25. Januar 2020

Ludwig van Beethoven: Works for voice & orchestra - Turku Philharmonic Orchestra, Leif Segerstam

Zu schwer


Label/Verlag: Naxos
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Zum Beethoven-Jubiläum werden auch die abseitigsten Schaffensbereiche wiederbesucht.

Jenseits des langjährigen Projekts 'Leonore'/'Fidelio' hat sich Beethoven nur in überschaubarem Maße mit Musik für die Bühne profiliert. Da gibt es Konzertarien, da gibt es Einlagearien, fast alle in den Jahren vor 1800 – teilweise echte Gelegenheitsarbeiten, teilweise ambitionierte Werke mit Opuszahl, die zum Teil ganz außerordentlich selten zu hören sind – etwa das Terzett 'Tremate, empi, tremate' op. 116 von 1802/03, das trotz der späten Opuszahl musikalisch wie eine Art Vorstudie zu 'Leonore' wirkt. Am bekanntesten ist sicher die Konzertarie für Sopran 'Ah! perfido' op. 65 – die einzige weitere Komposition auf der CD, die Beethoven mit einer Opuszahl versah.

Unidiomatisch

Die vorliegende CD befasst sich mit Konzert- und Einlagearien gleichermaßen – in zumeist erschreckend unidiomatischer Textbehandlung. Leif Segerstam, der das Turku Philharmonic Orchestra mit Geschmack und Feingefühl leitet, hat in der Sopranistin Reetta Hauvisto, dem Tenor Dan Karlström und dem Bariton Kevin Greenlaw leider teilweise denkbar unpassende Gesangssolisten zur Verfügung. Zwar beherrscht Hauvisto den dramatischen Ton, aber eher jenen der Hochdramatischen denn den für Beethoven passenden. So gesellen sich ihr Tremolo und ihre zu verquollene Tonerzeugung zu ihrer Inkompetenz im Italienischen wie im Deutschen – gleich ob in 'Primo amore, piacer del ciel', 'Ah! perfido' oder 'Soll der Schuh nicht drücken'.

Hauvistos Ungelenkheit scheint Segerstam anzustecken, der den graziösen Ton der Umlauf-Einlagen durch einen heroischen ersetzt; die Koloraturen geraten gänzlich stillos, der Gesangston immer wieder fast sauer. Karlström hat nur eine Arie – eben jene zweite Umlauf-Arie; sie gerät besser als Hauvistos Beitrag – auch weil der Sänger über einen genuinen lyrischen Tenor verfügt. Wovon er singt, scheint ihm aber kaum klarer als Segerstam – alles gerät viel zu behäbig und Umlauf-fern. Deutlich wohler fühlt sich Karlström in dem Duett 'Ne giorni tuoi felici' und dem Terzett 'Tremate, empi, tremate', die aber durch Hauvisto schwer beeinträchtigt werden. Der echte Lichtblick der Produktion ist der Bariton Kevin Greenlaw, bei dem die Arien 'Mit Mädels sich vertragen' und 'Prüfung des Küssens' zumindest nicht bleischwer und idiomatisch auch recht gut daherkommen. Zwar hat auch Greenlaw den Humor der Texte nicht verstanden (und sein Italienisch scheint schwerfälliger als sein Deutsch), doch zumindest hört man ihm gerne zu.

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 
Booklet:





Dieser Beitrag hat Ihnen gefallen? Empfehlen Sie ihn weiter!

Ihre Meinung? Kommentieren Sie diesen Artikel

Jetzt einloggen, um zu kommentieren.
Sind Sie bei klassik.com noch nicht als Nutzer angemeldet, können Sie sich hier registrieren.



Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



Cover vergrößern

    Ludwig van Beethoven: Works for voice & orchestra: Turku Philharmonic Orchestra, Leif Segerstam

Label:
Anzahl Medien:
Naxos
1
Medium:
EAN:

CD
747313388271


Cover vergössern

Beethoven, Ludwig van


Cover vergössern

Naxos

Als der Unternehmer Klaus Heymann 1982 für seine Frau, die Geigerin Takako Nishizaki in Hongkong das Plattenlabel Marco Polo gründete, war dies der Beginn einer beispiellosen Erfolgsgeschichte. Fünf Jahre später rief Heymann das Label NAXOS ins Leben, das in der Klassikwelt längst zur festen Größe geworden ist und es bis heute versteht, hohe Qualität zu günstigen Preisen anzubieten. Der einzigartige und sich ständig erweiternde Katalog des Labels umfasst mittlerweile über 8.000 CDs mit mehr als 130.000 Titeln - von Kostbarkeiten der Alten Musik über sämtliche berühmten "Klassiker" bis hin zu Schlüsselwerken des 21. Jahrhunderts. Dabei wird der Klassik-Neuling ebenso fündig wie der Klassikliebhaber oder -sammler. International bekannte Künstler wie das Kodály Quartet, die Geigerin Tianwa Yang, der Pianist Eldar Nebolsin und die Dirigenten Marin Alsop, Antoni Wit, Leonard Slatkin und Jun Märkl werden von NAXOS betreut. Darüber hinaus setzt NAXOS modernste Aufnahmetechniken ein, um höchste Klangqualität bei seinen Produktionen zu erreichen und ist Vorreiter in der Produktion von hochauflösenden Blu-ray Audios - Grund genug für das renommierte britische Fachmagazin "Gramophone", NAXOS zum "Label of the Year" 2005 zu küren. Auch im digitalen Bereich nimmt NAXOS eine Vorreiterrolle ein: Bereits seit 2004 bietet das Label mit der NAXOS MUSIC LIBRARY ein eigenes Streamingportal mit inzwischen über 1 Million Titel an und unterhält mit ClassicsOnline zudem einen eigenen Download-Shop.


Mehr Info...


Cover vergössern
Jetzt kaufen bei...


Weitere Besprechungen zum Label/Verlag Naxos:

  • Zur Kritik... Nie gehörter Schostakowitsch: Mark Fitz-Gerald dirigiert zwei bislang nie aufgenommene Partituren von Schostakowitsch, die er teilweise selbst rekonstruiert hat. Weiter...
    (Jan Kampmeier, )
  • Zur Kritik... Mit Liebe zum Detail: Das Orchester von Peter Breiner präsentiert die Musik der Beatles im Gewand Alter Musik und gibt ihr damit eine neue Form, die vor Charme und Enthusiasmus nur so sprüht. Das Ergebnis ist eine klangliche Rarität, die sich hören lassen kann. Weiter...
    (Dr. Uta Swora, )
  • Zur Kritik... Orchestral virtuos: Das Boston Symphony Orchestra spielt Auftragskompositionen von unterschiedlich starker Inspiration. Weiter...
    (Dr. Jürgen Schaarwächter, )
blättern

Alle Kritiken von Naxos...

Weitere CD-Besprechungen von Dr. Jürgen Schaarwächter:

  • Zur Kritik... Musik der inneren Einkehr: Massimo Salotti bemüht sich um die eher laienhaften Klavierkompositionen von Georges Ivanovic Gurjieff und Thomas De Hartmann. Weiter...
    (Dr. Jürgen Schaarwächter, )
  • Zur Kritik... Blitzsauber: Das Trio Marvin, Preisträger des ARD-Wettbewerbs, bietet perfekte Umsetzungen des Notentextes, aber noch keine genialen Interpretationen. Weiter...
    (Dr. Jürgen Schaarwächter, )
  • Zur Kritik... In die erste Reihe: Eine weitere Großleistung in der Haydn-Edition des London Haydn Quartet. Weiter...
    (Dr. Jürgen Schaarwächter, )
blättern

Alle Kritiken von Dr. Jürgen Schaarwächter...

Weitere Kritiken interessanter Labels:

  • Zur Kritik... Wenn Pferde singen: Zwei einfallsreiche Schweizer Musiker wagen ein interessantes Experiment und verwandeln Eurodance-Hits in klassische Kunstwerke. Weiter...
    (Maxi Einenkel, )
  • Zur Kritik... Virtuose Lässigkeit: Claire Huangci begeistert mit polnischem Repertoire auf ihrem ersten Konzertalbum. Weiter...
    (Thomas Gehrig, )
  • Zur Kritik... Tonschönheit und Risiko: Von den drei hier zu hörenden Werken für Violine und Orchester kann zwar nur das Konzert von Carl Nielsen überzeugen – dieses jedoch vollauf. Weiter...
    (Dr. Michael Loos, )
blättern

Alle CD-Kritiken...

Magazine zum Downloaden

NOTE 1 - Mitteilungen (1/2020) herunterladen (2483 KByte) Class aktuell (4/2019) herunterladen (4308 KByte)

Anzeige

Jetzt im klassik.com Radio

Felix Draeseke: String Quartet No.1 op. 27 - Largo

CD kaufen


Empfehlungen der Redaktion

Die Empfehlungen der klassik.com Redaktion...

Diese Einspielungen sollten in keiner Plattensammlung fehlen

weiter...


Portrait

Christian Euler im Portrait "Melancholie ist die höchste Form des Cantabile"
Bratschist Christian Euler im Gespräch mit klassik.com über seine Lehrer, seine neueste SACD und seine künstlerische Partnerschaft zum Pianisten Paul Rivinius.

weiter...
Alle Interviews...


Sponsored Links

Hinweis:

Mit Namen oder Initialen gekennzeichnete Beiträge geben die Meinung des Verfassers, nicht aber unbedingt die Meinung der Redaktion wieder.

Die Bewertung der klassik.com-Autoren:

Überragend
Sehr gut
Gut
Durchschnittlich
Unterdurchschnittlich