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Dienstag, 27. Oktober 2020

Giovanni Pierluigi da Palestrina - The Sixteen, Harry Christophers

Palestrina ganz frisch


Label/Verlag: Coro
Detailinformationen zum besprochenen Titel


So ist die Tour durch das geistliche Werk Palestrinas ein echtes Vergnügen: Harry Christophers und The Sixteen mit einer wirklich gelungenen achten Folge ihrer Reihe.

Aktuell liegt die achte Folge der – angesichts von allein 104 überlieferten Messen ist das kein Wunder – nicht auf Vollständigkeit ausgelegten Palestrina-Reihe beim Label Coro vor, die Harry Christophers mit seinem famosen Vokalensemble The Sixteen seit einigen Jahren vorantreibt. Sie folgt wie ihre Vorgängerinnen der überzeugenden Grundidee, eine der fabelhaft qualitätvollen Messen mit inhaltlich verwandten Motetten zu kombinieren. Hier steht die achtstimmige, erst posthum erschienene 'Missa Fratres ego enim accepi' im Zentrum, die inhaltlich auf eine ebenfalls im Programm vertretene Motette gleichen Titels Bezug nimmt, in der es um den zentralen Punkt des letzten Abendmahls geht, mithin eines der großen Mysterien der christlichen Kirche, sei es nun als Sakrament angesprochen oder nicht. Die Messe ist eine der ausgreifendsten Kompositionen ihrer Art aus der Feder Palestrinas, balanciert in der Architektur, klar und fasslich wirkend, zugleich von erkennbar mirakulöser Qualität: Man kann sich beim Hören nur dieser einen Messe leicht erklären, warum Palestrina von vielen Rezipienten seiner Zeit und etlichen der nachfolgenden Generationen als idealer Exponent des kontrapunktischen Prinzips apostrophiert wurde.

Vor und nach der Messe erklingen Motetten, die inhaltlich der Karwoche mit dem letzten Abendmahl zuzuordnen sind, dem finalen Passionsgeschehen zustrebend und mit 'Victimae paschali laudes' in die Sphäre des Österlichen einmündend. Dazu sind noch drei Sätze aus Palestrinas Hohelied-Œuvre eingebunden, das neben den Madrigalen zu den bekanntesten Werken des Komponisten zählt, exquisite Musik auch dies. Harry Christophers verbindet das wunderbare Material in zwingender Konzeption zu einem schönen Erlebnis, das sogar einer gewissen inneren Dramatik nicht entbehrt.

The Sixteen als musikalisches Kraftpaket

 

Zum Klangerleben trägt natürlich alles entscheidend der Chor bei: Entgegen seinem Namen sind es hier nicht sechzehn, sondern achtzehn fabelhafte Sängerinnen und Sänger, die sich strömend verbreiten. Das Ensemble verfügt über Expertise auf vielen Feldern: Am Beginn, vor mittlerweile 40 Jahren, stand die Pracht der englischen Vokalrenaissance, schon das geriet uneingeschränkt eindrucksvoll, auf noch heute verfügbaren Platten nachzuhören. Dann griffen Ensemble und Gründer programmatisch immer weiter aus, auf den Kontinent, in barocke Sphären, bis heute zudem zu einer eminenten Größe im modernen Repertoire gereift – das Ensemble hat in Zusammenarbeit mit Stiftungen und Förderern viel Musik beauftragt oder uraufgeführt. Und natürlich sind die Vokalisten nicht erst mit der achten Folge der Reihe auch Palestrina-Experten: Sie beweisen ihren wachen Sinn für die Klarheit der Architektur, für die Schönheit der Linien, für die Zartheit manches Gespinsts, für die Balance, in der sich dieses formvollendet gestaltete Gewebe immer befinden muss.

Die klar, gelegentlich scharf gezeichneten Register lassen keine Weichheit aufkommen, sind nie nachgiebig in der Wirkung, vielmehr hell, strahlend, obertonreich. Folglich wird fabelhaft intoniert, durchgehend ohne Makel. Die Linien werden großflächig entfaltet, getragen von vielen kraftvollem Impulsen, für diese Musik erstaunlich deutlich aus dem Text entfaltet, mit Mut auch zu dynamischem Risiko, ohne Scheu auftrumpfend. Typisch für The Sixteen sind diese kraftvollen Gesten, mit der klaren Botschaft: Es geht nie nur um glanzlose, vielleicht auch etwas ermüdende Schönheit; auch diese idealtypische Musik der Renaissance soll lebendig gemacht und zum Funkeln gebracht werden. So ist die Tour durch das geistliche Werk Palestrinas ein echtes Vergnügen: Harry Christophers und The Sixteen mit einer wirklich gelungenen achten Folge ihrer Reihe.

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 
Booklet:





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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    Giovanni Pierluigi da Palestrina: The Sixteen, Harry Christophers

Label:
Anzahl Medien:
Coro
1
Medium:
EAN:

CD
828021617522


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Palestrina, Giovanni Pierluigi


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Coro

CORO is the lively and successful record label of Harry Christophers and The Sixteen. Formed in 2001 Coro has re-mastered, re-packaged and re-issued recordings of The Sixteen that were for a short time available on Collins Classics and now releases most of the ensemble?s new recordings. The label also features artists such as The Hilliard Ensemble, Elin Manahan Thomas and Sarah Connolly as well as a ?Live? series and young artists focus. It has recently launched the Acoustic World series of discs which epitomize CORO?s values of excellence of performance, authentic instruments, brilliance of sound and world class musicians.

Celebrated releases include Allegri?s Mierere, Tallis?s Spem in Alium and the complete Eton Choirbook Collection. More recently CORO has released brand new recordings by The Sixteen of Handel?s Coronation Anthems and Fauré?s Requiem with the Academy of St Martin in the Fields. The ensemble?s recording of Handel?s celebrated oratorio, Messiah, with an all-star soloist line-up: Carolyn Sampson, Catherine Wyn-Rogers, Mark Padmore and Christopher Purves, was awarded the prestigious MIDEM Classical Award 2009.

The Sixteen is recognised as one of the world?s greatest ensembles. Comprising both choir and period instrument orchestra, The Sixteen's total commitment to the music it performs is its greatest distinction. A special reputation for performing early English polyphony, masterpieces of the Renaissance, bringing fresh insights into Baroque and early Classical music and a diversity of twentieth-century music, is drawn from the passions of conductor and founder, Harry Christophers.

At home in the UK, The Sixteen are "The Voices of Classic FM", TV Media Partner with Sky Arts, and Associate Artists of Southbank Centre, London. The group promotes an annual series at the Queen Elizabeth Hall as well as The Choral Pilgrimage, a tour of our finest cathedrals bringing music back to the buildings for which it was written. The Sixteen has recently featured in the highly successful BBC Four television series, Sacred Music, presented by actor Simon Russell Beale.

The Sixteen tours throughout Europe, Japan, Australia and the Americas and has given regular performances at major concert halls and festivals worldwide, including the Barbican Centre - London, Bridgewater Hall - Manchester, Concertgebouw - Amsterdam, Sydney Opera House, Tokyo Opera City and Vienna Musikverein and also at the BBC Proms, the festivals of Granada, Lucerne, Istanbul, Prague and Salzburg.

Bringing together live concerts and recording plans has allowed The Sixteen to develop a glittering catalogue of releases, containing music from the Renaissance and Baroque through to great works of our time.


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