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Freitag, 5. Juni 2020

Was weite Herzen füllt - Rascher Saxophone Quartet

Faszination saxophonischer Klangwelten


Label/Verlag: Paschenrecords
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Das Raschèr Saxophone Quartet überzeugt mit Kompositionen der Jazzmusiker Steffen Schorn und Roger Hanschel.

Bereits 2017 im Nürnberger Studio des BR eingespielt, ist die ‚neue‘ CD jetzt zum 50. Jubiläumsjahr des Raschèr Saxophone Quartet endlich erschienen. 350 Kompositionen wurden für dieses legendäre Saxophonquartett bereits geschrieben. Die Kompositionen bedürfen der vollen Konzentration, damit ihre Klangschönheit und musikalische Komplexität entdecken werden können, wobei das Booklet manche musiktheoretische Hilfestellungen leistet.

Die beiden Jazzmusiker Steffen Schorn und Roger Hanschel komponierten und improvisierten, d. h. sie spielten die Soli ein. Das Raschèr Saxophone Quartet interpretiert die überaus schwierigen Stücke. Besondere Expression gelingt durch die instrumentale Vielfalt vom Sopranino hinunter bis zu den faszinierenden Tiefen des Subkontrabass-Saxophons. Basis ist der grenzüberschreitende Thirdstream, ein 50 Jahre alter Begriff, der Stilvielfalt verbindet und multipliziert. Minimal Patterns gehören dazu, jagende Sechszehntelketten, Hanschels Vorliebe für indische Musik und das vom Jazz übergreifende Swinggefühl.

Von den sechs Stücken begeistert jedes auf seine Weise. Hanschels titelgebende Komposition 'Was weite Herzen füllt' wird zum Programm. Alt- und Tenorsaxophon entwickeln subtil eine dialogische Melodie, in der die anderen Saxophone einstimmen. Sie bauen ein immer dichteres rhythmisches Netz auf, kontrastieren den dezenten Background mit schnellen Stakkatolinien, aus dem sich bei Tempowechsel wieder ein rasantes Sax-Solo herauskristallisiert.

Akustische Gemälde

Schorns 'Three Pictures' malt mit Tönen drei akustische Gemälde mit satten Klangfarben. Durch Halbtöne verdichtet, zaubern sie wie Komplementärfarben impressionistische Stimmungen, die von Melodienlinien harmonisch wohlproportioniert in immer neuen Varianten strukturiert werden. Die subtilen Klanggewebe wirken wie Seelenbilder, in denen sich Improvisationslinien jubelnd, explodierend in die Höhe schrauben, in den Tiefen rhythmisieren, wieder zu einer gemeinsamen Harmonie finden, die ein Solo improvisierend weiterspinnt, um im zweiten und dritten Teil neue ‚Movements‘ zu entwickeln, was durch den 9-tönigen Modus und die damit möglichen Quartenschichtungen und atonalen Cluster sehr experimentell, doch noch in hörfreundlichen Harmonien bestens gelingt.

Noch provokanter ist Schorns 'Manic Maelzel'. Hier fusionieren zwei Welten laut Booklet. Der Zauberer Catweazle aus der britischen TV-Serie trifft auf seiner Zeitreise Johann Nepomuk Maelzel, dem Erfinder des Metronoms, dessen Exaktheit er sich nicht unterwerfen will, woraus sich polyrhythmische Verflechtungen ergeben, die vom Sopraninosaxophon schrill chromatisch kommentiert werden. Im zweiten Teil wird in rasanten Tempi, extremen Tonlagen in sich ständig ändernden, flirrenden Harmonien über die Zeit sinniert. 

In Hanschels 'Regeneration & Blend' ergeben sich durch Terz- und Quartschichtungen spannungsvolle Akkorde, die sich durch Taktwechsel verdichten, während das Raschèr Quartett vor vibrierendem Background durch einen Choral-ähnlichen Part klassisch-romantische Stimmungen einbringt. Alternierend übernehmen unterschiedliche Saxophone die Melodieführung, stimmen in einem drängend flirrenden Miteinander in den Choral wieder ein, der schließlich retardierend voll romantischer Sehnsucht in einer Kadenz harmonisch ausklingt. 

Völlig konträr dazu schlägt Schorns 'Wo is denn des her' ganz fröhlich freche Improvisationen an. Eine Melodie wie ein Kinderlied wird durch komplexe Harmonien und Rhythmen im hohen Tonspektrum zum witzig schrägen Improvisationsspiel, das in einem kontrastierenden Tuba-Solo eskaliert. In ruhiger Obertonlage beginnt auch das letzte und kürzeste Stück in Gedenken an 'Buddy‘s Soul – for Ken'. Das Baritonsaxophon leitet über zu einem zart fühlenden Lamento. Baritonsaxophonist Kenneth Coon verstarb zwei Jahre nach der Einspielung.

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 
Booklet:





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    Was weite Herzen füllt: Rascher Saxophone Quartet

Label:
Anzahl Medien:
Paschenrecords
1
Medium:
EAN:

CD
4250976100648


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Schorn, Steffen


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Paschenrecords

Nachdem PASCHENrecords in den vergangenen Jahren von vielen Künstlern immer wieder Anfragen bezüglich einer Vermarktung ihrer Aufnahmen bekam, entschlossen wir uns im Sommer 2011, das Unternehmen neben der reinen Musik- und Audioproduktion um eine entscheidende Sparte zu erweitern - das Label PASCHENrecords.

Das Konzept war einfach wie auch logisch - die Liebe zur Musik und die Hingabe, die bisher in jede einzelne Produktion gesteckt wurde, sollte sich nun auch in dem Programm der PASCHENrecords-CDs widerspiegeln.

Durch die Vereinigung von Produktion und Vertrieb können die Künstler während des gesamten Aufnahme-Projektes von PASCHENrecords begleitet werden. Repertoire und Aufnahmeorte werden dabei ebenso gemeinsam geplant, wie die Booklet-Gestaltung und die anschließende Vervielfältigung und Vermarktung der CDs. So können sich die Künstler intensiv der inhaltlichen Arbeit, ihrer Musik, widmen.

PASCHENrecords arbeitet mit verschiedenen Vertriebspartnern zusammen und baut das bestehende Netzwerk stetig aus. So soll das gesamte Programm des Labels weltweit, über die Online-Verfügbarkeit hinaus, einem breiten Publikum präsentiert und zugänglich gemacht werden.

Unser Anliegen ist es, Künstlern aus vielen Bereichen der Musik eine Plattform zur Präsentation ihres Schaffens zu bieten. Namhafte Künstler, ebenso wie Nachwuchsmusiker bereichern das Repertoire des Labels, das von relativ bekannten oder bisher unbekannten Werken aus zahlreichen Epochen bis hin zu zeitgenössischer Musik, Jazz und Weltmusik reicht. Auf diese Weise bemüht sich PASCHENrecords sowohl Musiker als auch Musikliebhaber ein Stück auf "audiophile" Weise im eigentlichen Sinne zu begleiten.


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