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Montag, 5. Dezember 2022

Ferdinand Ries: Chamber Music - Franz Ensemble

Wiederentdeckungen aus der Romantik


Label/Verlag: MDG
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Ferdinand Ries gehört zu den zahlreichen Komponisten der damaligen Zeit, die bis heute unterschätzt werden.

Ferdinand Ries' (1784-1838) vielseitiges Talent machte ihn zu einem typischen Vertreter zwischen dem 18. und 19. Jahrhundert – belesen, gebildet und voll wacher Beobachtungsgabe. Als Komponist mit zukunftsweisender Kraft hat er auch in die musikästhetischen Auseinandersetzungen seiner Zeit seiner Epoche eingegriffen und in zahllosen Artikeln Stellung bezogen. Ries hinterließ ein umfangreiches Werk mit drei Opern, zwei Oratorien, acht Sinfonien, fünf Konzertouvertüren, zahlreichen Klavierkonzerten und Kammermusik für die unterschiedlichsten Besetzungen.

Trotz seines umfangreichen kompositorischen Schaffens ist Ries noch immer ein Geheimtipp und so dürften die hier vorgestellten Werke auch für Kenner kammermusikalisches Neuland sein. Das Sextett op. 142 für Klavier, Harfe, Klarinette, Horn, Fagott und Kontrabass g-Moll ist trotz seiner hohen Opus-Nummer schon 1814 entstanden, also eigentlich ein Frühwerk. Die ungewöhnliche Besetzung mit Harfe und ihre herausgehobene Rolle resultiert daraus, dass der Instrumentenbauer Sébastien Èrard 1810 ein Patent für eine Harfe mit Doppelpedalmechanik an. Mit dieser Mechanik von sieben zweistufigen Pedalen wurde die Harfe in ihren spielerischen Möglichkeiten dem Klavier gleichgesetzt.

Das Franz Ensemble musiziert dieses Werk nuancenreich und technisch überlegen. Ganz „unverfettet“ kommen auch Trio für Violine, Viola und Violoncello in e-Moll WoO 70 Nr. 2 sowie das klanglich aparte Oktett As-Dur op. 128 aus dem Jahre 1816 daher. Es ist mit der spannenden Besetzung für Klarinette, Horn, Fagott, Violine, Bratsche, Cello, Kontrabass und Klavier seine umfangreichste kammermusikalische Komposition. Die Musiker erweisen sich bei als wunderbar aufeinander abgestimmtes agierendes Ensemble. Eine optimale Gelegenheit, mit diesen Werken Bekanntschaft zu machen.


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    Ferdinand Ries: Chamber Music: Franz Ensemble

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MDG
1
Medium:
EAN:
CD SACD
760623213668

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Ries, Ferdinand


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MDG

Die klangrealistische Tonaufnahme

»Den beim Sprechen oder Musizieren entstehenden Schall festzuhalten, um ihn zu konservieren und beliebig reproduzieren zu können, ist eine Idee, die seit langem die Menschen beschäftigte. Waren zunächst eher magische Aspekte im Spiel, die die Phantasie beflügelten wie etwa bei Giovanni deila Porta, der 1598 den Schall in Bleiröhren auffangen wollte, so führte mit fortschreitender Entwicklung naturwissenschaftlichen Denkens ein verhältnismäßig gerader Weg zur Lösung...« (Riemann Musiklexikon)

Seit Beginn der elektrischen Schallaufzeichnung ist der Tonmeister als »Klangregisseur« bei der Aufnahme natürlich dem Komponisten und dem Interpreten, aber auch dem Hörer verpflichtet. Die Mittel zur Tonaufzeichnung sind hinlänglich bekannt. Die Kriterien für ihren Einsatz bestimmt das Ohr. Deshalb für den Hörer hier eine Beschreibung unserer Hörvorstellung.

Lifehaftigkeit

In der Gewißheit, daß der Konzertsaal im Wohnzimmer (leider) nicht realisierbar ist, konzentriert sich unser Bemühen darauf, die Illusion einer Wirklichkeit zu vermitteln. Die Musik soll im Hörraum so wiedererstehen, daß spontan der Eindruck der Unmittelbarkeit entsteht, das lebendige Klanggeschehen mit der ganzen Atmosphäre der »Lifehaftigkeit« erlebt wird. Da wir praktisch ausschließlich menschliche Stimmen und »klassische« Instrumente - auch sie haben ihren Ursprung im Nachahmen der Stimme - aufnehmen, konzentriert sich unsere Klangvorstellung auf natürliche Klangbalance und tonale Ausgeglichenheit im Ganzen, und instrumentenhafte Klangtreue im Einzelnen. Darüber hinaus natürliche, ungebremste Dynamik und genaueste Auflösung auch der feinsten Spannungsbögen. Weitestgehend bestimmend für die Illusion der Lifehaftigkeit ist auch die Ortbarkeit der Klangquellen im Raum: freistehend, dreidimensional, realistisch.

Musik entsteht im Raum

Um diesen »Klangrealismus« einzufangen, ist bei den Aufnahmen von MDG eine natürliche Akustik unbedingte Voraussetzung. Mehr noch, für jede Produktion wird speziell in Hinblick auf die Besetzung und den Kompositionsstil der passende Aufnahmeraum ausgesucht. Anschließend wird »vor Ort« die optimale Plazierung der Musiker und Instrumente im Raum erarbeitet. Dieser ideale »Spielplatz« ermöglicht nun nicht nur die akustisch beste Aufnahme, sondern inspiriert durch seine Rückwirkung die Musiker zu einer lebendigen, anregenden Musizierlust und spannender Interpretation. Können Sie sich die Antwort des Musikers vorstellen auf die Frage, ob er lieber in einem trockenen Studio oder in einem Konzertsaal spielt?

Die Aufnahme

Ist der ideale Raum vorhanden, entscheidet sich der gute Ton an den Mikrofonen - verschiedene Typen mit speziellen klanglichen Eigenheiten stehen zur Auswahl und wollen mit dem Klang der Instrumente im Raum in Harmonie gebracht werden. Ebenso wichtig für eine natürliche Abbildung ist die Anordnung der Mikrofone, damit etwa die richtigen Nuancen in der solistischen Darstellung oder die Kompensation von Verdeckungseffekten realisierbar werden. Das puristische Ideal »nur zwei Mikrofone« kann selten den komplexen Anforderungen einer Aufnahme mit mehreren Instrumenten gerecht werden. Aber egal wie viele Mikrofone verwendet werden: Stellt sich ein natürlicher Klangeindruck ein, ist die Frage nach dem Zustandekommen des »Lifehaftigen« zweitrangig. Entscheidend ist, es klingt so, als wären nur zwei Mikrofone im Spiel.

Ohne irgendwelche »Verschlimmbesserer« wie Filter, Limiter, Equalizer, künstlichen Hall etc. zu benutzen, sammeln wir die Mikro-Wellen übertragerlos in einem puristischen Mischpult und geben das mit elektrostatischem Kopfhörer kontrollierte Stereosignal linear und unbegrenzt an den AD-Wandler und zum digitalen Speicher weiter. Dadurch bleiben auch die feinsten Einschwingvorgänge erhalten. Auf der digitalen Ebene wird dann ohne klangmanipulierende Eingriffe mit dem eigenen Editor in unserem Hause das Band zur Herstellung der Compact Disc für den Hörer erstellt, für Ihr hoffentlich großes Hörvergnügen.


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