> > > Francaix / Nielsen: Clarinet Concertos: Paolo Beltramini, Orchestra della Svizzera italiana, Alain Lombard
Sonntag, 29. März 2020

Francaix / Nielsen: Clarinet Concertos - Paolo Beltramini, Orchestra della Svizzera italiana, Alain Lombard

Akrobatische Klarinettenkunst


Label/Verlag: Brilliant classics
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Zwei Komponisten, die wenig miteinander gemeinsam haben, außer dass sie jeweils ein Klarinetten-Konzert geschrieben haben, präsentieren hier in erstklassiger Manier Paolo Beltramini und das Orchester der italienischen Schweiz unter Alain Lombard.

Es gibt viele Klarinettenkonzerte, aber nur wenige, die regelmäßig gespielt werden. Unangefochten an der Spitze steht Mozarts (einziges) Konzert, an dem kein Klarinettist von Rang vorbeikommt. Nach Mozart befindet sich in der Beliebtheits-Skala lange kein Komponist, bevor man die Konzerte von Louis Spohr und Carl Maria von Weber gleichsam diskret in die ‚zweite Reihe‘ hinter das einzigartige Meisterwerk stellen kann. Alle anderen Gattungsbeiträge, ob sie nun von Busoni oder Hindemith stammen, dürfen schon als echte Raritäten gelten; in neuester Zeit haben außerdem die finnischen Komponisten Magnus Lindberg und Kalevi Aho mit jeweils einem Konzert für Aufsehen gesorgt. Nicht immer, aber fast immer werden (und wurden) die Werke gezielt für einen virtuosen Klarinettisten geschrieben – so wie heutzutage Lindberg (für Kari Kriikku) und Aho (für Martin Fröst), so schrieben auch früher die Tondichter ihr Konzert für einen bestimmten Klarinettisten, der manchmal auch in technischen Fragen beratend zur Seite stand.

So war es auch bei diesen beiden auf vorliegender CD versammelten Konzerten, die Jean Françaix und Carl Nielsen komponiert haben. Die jeweiligen Uraufführungsinterpreten waren Jacques Lancelot (bei Françaix) und Aage Oxenvad (bei Nielsen). Was die beiden Stücke allerdings sonst gemeinsam haben, weiß man wohl nur beim Label Brilliant Classics – möglicherweise einfach nur die Tatsache, dass sie gut gemeinsam auf eine CD passen. Solist ist Paolo Beltramini, Alain Lombard leitet das Orchester der italienischen Schweiz.

Beeindruckende Leichtigkeit

Wie viele Werke aus der Feder von Jean Françaix ist auch sein in den Jahren 1967/68 entstandenes Klarinettenkonzert eingängig, virtuos instrumentiert und (bei aller klanglichen Leichtigkeit) von sehr hohem technischen Anspruch für den Solisten. Vor allem der mit 'Allegrissimo' bezeichnete Finalsatz fordert höchste Fingerfertigkeit. Aber auch schon im Kopfsatz hat Beltramini, nach einer kurzen Einleitung durch die Flöte, alle Hände voll zu tun. Mit beeindruckender Leichtigkeit meistert er sämtliche technische und musikalische Hürden und hat auch noch Zeit für kecke Dialoge mit einzelnen Mitglieder des Orchesters, das – von diesen Dialogen abgesehen – eher dezent begleitet als dass es ein gleichberechtigter Partner wäre. Von einem ‚symphonischen Konzert‘ kann hier keine Rede sein, das Werk ist klar auf den Solisten zugeschnitten. Entsprechend hält Lombard seine Musiker zurück, umso mehr kann Beltramini glänzen. Dies tut er nicht so mit seiner Virtuosität, sondern (vor allem im dritten Satz) auch mit höchsten melodischen Qualitäten. Da auch die klangliche Balance zwischen Solist und Orchester nahezu optimal ist, kann sich diese Aufnahme mühelos unter den (wenigen) Konkurrenzeinspielungen behaupten.

Einwandfreie Interpretation

Dies gilt ohne Einschränkung auch für Nielsens Konzert, das in deutlich mehr Vergleichsaufnahmen vorliegt – vermutlich aufgrund des Status seines Urhebers als dänische National-Ikone. Unter anderem Sabine Meyer, Julian Bliss und der (bereits genannte) Martin Fröst haben das Werk aufgenommen. Der etwas kantigere, herbere Tonfall liegt Beltramini ebenso gut wie die verspielten, fröhlichen Passagen bei Françaix. Wie der Franzose wahrte auch Nielsen eine durchsichtige, eher schlanke Instrumentation, so dass ein Zudecken des Solisten niemals Thema ist. Lombard hat dann auch keine Schwierigkeiten, die Orchestermusiker gleichsam hinter Beltramini einzuordnen, einzig die (von Nielsen favorisierte) kleine Trommel drängt manchmal etwas in den Vordergrund. Ganz so überzeugend wie bei Françaix ist der Eindruck in dieser Einspielung des Nielsen-Konzertes aber dennoch nicht, was aber wohl eher am Werk selbst liegt als an der – hier wie dort – einwandfreien Interpretation. Es ist allerdings auch ein weiter Weg von Nielsens strengem, aufrüttelnden Klang zum genial-spielerischen Timbre von Françaix – zwischen den beiden Komponisten scheinen Welten zu liegen.

Wer Carl Nielsen kennt und schätzt, wird auch seine Konzerte (neben diesem hier noch je eines für Flöte und Violine) schon besitzen. Falls nicht, kann ich diese CD jedem Freund des dänischen (und auch des französischen) Komponisten ans Herz legen. Beltraminis erstklassiges Spiel ist wiederum ein Grund für alle Freunde der Klarinette, hier zuzugreifen. Wenn es überhaupt etwas an dieser Veröffentlichung auszusetzen gibt, dann maximal den nur englischsprachigen Beiheft-Text. Aber davon abgesehen – ungetrübte Klarinetten-Freude.

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 
Booklet:





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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    Francaix / Nielsen: Clarinet Concertos: Paolo Beltramini, Orchestra della Svizzera italiana, Alain Lombard

Label:
Anzahl Medien:
Brilliant classics
1
Medium:
EAN:

CD
5028421959948


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Francaix, Jean
Nielsen, Carl August


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