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Donnerstag, 2. April 2020

Horizons - Der Geist weht, wo er will - Singer pur

Geistvoll


Label/Verlag: OehmsClassics
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Das Ensemble Singer Pur stellt vor allem in den moderneren Sätzen und Arrangements von Stücken aus aller Welt seine Stärken heraus.

Der Geist weht, wo er will – diesem Gedanken geht das Vokalensemble Singer Pur auf seiner neuen Platte unter dem Titel 'Horizons' nach. Und der Geist weht nicht nur, wo er will, er bewegt auch, wen und was er will. Unter anderem eine große Zahl von Komponisten aller Zeiten, Kulturen, Religionen und Weltgegenden. Das Programm der Platte, leider kaum mehr als eine Stunde lang, legt davon Zeugnis ab: Den Rahmen bilden die Pfingst-Communio 'Spiritus ubi vult spirat' und der noch bekanntere Pfingst-Hymnus 'Veni, creator spiritus', von denen in der weiteren Folge des Programms weitere Verse gliedernd eingefügt werden. Hinzu treten historische Größen wie Giovanni Pierluigi Palestrina oder Salomone Rossi, daneben Sätze aus Russland und Georgien, aus Afrika, Asien und Amerika. Dazu sind mit Joanne Metcalf oder Ivan Moody außerordentlich profilierte Stimmen der britischen Gegenwartsmusik zu hören. Schließlich Péter Louis von Dijk mit dem titelgebenden 'Horizons' oder Hans Schanderl mit dem gleichfalls interessanten Satz 'Einmal wandelt Läuten durch mich hin'.

Palestrina stößt auf ein Xhosa-Traditional – aus solchen Spannungen bezieht die Platte einen Großteil ihrer Attraktivität. Wobei anzumerken ist, dass gerade Palestrina und Rossi beinahe wie Fremdkörper wirken, gar etwas pflichtschuldig dazu genommen: Ganz ohne Zweifel waren sie hochinspiriert, doch scheinen sie in ihrer strukturellen Strenge deutlich entfernt von den freieren Sätzen anderer Hände, denen mehr Assoziationsraum eignet, die das Wehen des Geistes kongenialer spiegeln. Statt der alten Meister ein paar mehr der gemäßigt modernen Sätze oder weitere Impressionen aus aller Welt – das wäre vielleicht sinnvoll gewesen.

Klare Stärken

Man meint das auch im klingenden Ergebnis zu hören: Bei den Kontrapunktikern wirken die Linien noch nicht homogen gestaltet und eher unruhig, ist zudem – zum Beispiel von einem der beiden tieferen Tenöre – manche Schärfe zu hören. Auch die einstimmige Gregorianik wirkt – zumindest am Beginn des Programms – zwar lebendig und groß, ist gleichzeitig aber auch nicht frei von Schwebungen, mit nicht perfekt ineinander verblendeten Einzelstimmen. Dieser Befund ändert sich schnell, wenn das Ensemble in geschlossenerem Satz seine Stärken im gereiften Zusammenklang herausstellen kann, der auch nach der Neubesetzung des hohen Tenors harmonisch ist, die fünf Männerstimmen wie stets geschmackvoll gekrönt von Claudia Reinhards Sopran.

Überall da, wo der Klang kompakt ist, setzt das große Strahlen ein, wenn sich die Formation akkordisch verströmt, wenn sie in subtil ausgehörten Harmonien einen ganz spezifischen, unverwechselbaren Ensemble-Charme hat. Besonders die Kompositionen von Metcalf und Moody sind ideal, auch Schanderl oder van Dijk: Maßvoll Modernes bietet den Fähigkeiten der Vokalisten im Zusammenklang einen idealen Resonanzraum. Das alles ist in einem erstaunlich großen, zugleich präzisen, angemessen klaren Klangbild realisiert. Vielleicht hätte weniger Rekurs auf das Ältere zu einem noch geschlosseneren Eindruck geführt. Jedenfalls findet das Ensemble vor allem in den moderneren Sätzen und Arrangements von Stücken aus aller Welt immer deutlicher zu seinen Stärken.

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 
Booklet:





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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    Horizons - Der Geist weht, wo er will: Singer pur

Label:
Anzahl Medien:
OehmsClassics
1
Medium:
EAN:

CD
426030917140


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OehmsClassics

Ein erfülltes Leben ist ohne Musik kaum denkbar. Musik spiegelt unsere Wahrnehmung der Umwelt und die Realität heutiger wie vergangener Zeiten. Gute Musik ist immer neu, immer frisch, immer wieder entdeckenswert. Deshalb bin ich überzeugt: Es gibt nicht -die- eine, definitive, beste Interpretation der großen Werke der Musikgeschichte. Und genau das macht klassische Musik so spannend: Jede Musikergenerationen experimentiert, entdeckt neue Blickwinkel, setzt unterschiedliche Schwerpunkte - derselbe Notentext wird immer wieder von anderen Strömungen belebt.

Deshalb ist ein Musikstück, egal aus welchem Jahrhundert, auch immer Neue Musik. OehmsClassics hat es sich zur Aufgabe gemacht, am Entdecken der neuen Seiten der klassischen Musik mitzuwirken.

Unser Respekt vor den künstlerischen Leistungen der legendären Interpreten ist gewiss. Unser Ziel als junges CD-Label sehen wir jedoch darin, den interpretatorischen Stil der Gegenwart zu dokumentieren. Junge Künstler am Anfang einer internationalen Karriere und etablierte Künstler, die neue Blickwinkel in die Interpretationsgeschichte einbringen - sie unterstützen wir ganz besonders und geben ihnen ein Forum, um auf dem Tonträgermarkt präsent zu sein.

Sie, liebe Musikhörer, bekommen damit die Gelegenheit, heute die Musikaufführung zu Hause nachzuvollziehen, die Sie gestern erst im Konzertsaal oder Opernhaus gehört haben. Wir laden Sie ein, gemeinsam mit uns die neuen Seiten der klassischen Musik zu erleben!


Ihr
Dieter Oehms


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