> > > Albéric Magnard: Symphonies No. 3 & 4: Philharmonisches Orchester Freiburg, Fabrice Bollon
Montag, 24. Februar 2020

Albéric Magnard: Symphonies No. 3 & 4 - Philharmonisches Orchester Freiburg, Fabrice Bollon

Üppige Symphonik aus Frankreich


Label/Verlag: Naxos
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Das Philharmonische Orchester Freiburg unter Fabrice Bollon legt hier Magnards dritte und vierte Symphonie in lebhaften Aufnahmen vor.

Fahle, lang gehaltene Bläserakkorde, geheimnisvoll und etwas herb, dann kontrastierend ein Thema der Celli. Der Beginn dieser neuen Platte mit Symphonien des Franzosen Albéric Magnard (1865–1914) lässt aufhorchen. In Frankreich hatte die Symphonie als Gattung ja nie die Bedeutung, die sie in manchen anderen Ländern erlangte, doch Magnard widmete sich ihr viermal. Das Philharmonische Orchester Freiburg hat nun seine beiden letzten Symphonien neu eingespielt. Im ersten Satz der dritten und im Finale der vierten Symphonie findet sich gar je ein Fugato, auch keine besonders typische Form der französischen Musik. Magnard wird manchmal mit Bruckner verglichen, und warum dieser Name zuerst genannt wird, scheint bei allen Unterschieden an einigen Stellen auch durchaus nachvollziehbar.

Üppig und originell

Die dritte Symphonie ist noch Magnards bekanntestes Orchesterwerk, von dem es durchaus eine Handvoll Einspielungen mit prominenten Dirigenten gibt, angefangen mit Ernest Ansermet von 1968, ferner von Michel Plasson und Thomas Sanderling, auch ein Konzert mit Charles Dutoit am Pult wurde aufgezeichnet. Dass sich bekannte Musiker dieser Werke annehmen ist auch nachvollziehbar, wenn man Magnards üppige und originelle Musik hört, die eben doch sehr eigenständig ist. Der zweite Satz etwa ist durch folkloristische Tänze geprägt, der dritte enthält eine ausdrucksvolle Cantilene für Oboe solo. Das Finale fällt allerdings gegenüber den anderen Sätzen etwas ab.

In der vierten Symphonie, 1913 fertiggestellt, verwendet Magnard im Grunde ganz ähnliche Zutaten, schmeckt sie jedoch etwas herber ab, das Werk klingt daher moderner. Doch Magnard hat es in erster Linie nicht durch seine Werke, sondern durch die Geschichte seines Todes zu einer gewissen Bekanntheit gebracht: Er wurde kurz nach Beginn des ersten Weltkriegs mit nicht einmal 50 Jahren bei dem völlig aussichtslosen Versuch getötet, sein nördlich von Paris gelegenes Haus ganz alleine gegen die anrückenden deutschen Invasoren zu verteidigen.

Die Freiburger Aufnahme dieser ziemlich komplexen und anspruchsvollen Partituren, die das Orchester mit seinem französischen Chef Fabrice Bollon aufgenommen hat, ist erfreulich lebhaft, und der Gesamtklang des Orchesters wirkt sehr ansprechend, gut ausgewogen und immer wieder wuchtig. Die spannenden Klangfarben, mit denen Magnard seine Partitur hier und dort anreicherte, kommen an vielen Stellen wunderbar zur Geltung, und der Choral ganz am Ende der vierten Symphonie ist ein klanglicher Hochgenuss. Die Aufnahme der dritten hat allerdings einen überraschend üppigen Hall, und da Magnard ohnehin zu einem manchmal arg dichten Orchestersatz neigt, ist der Klang nicht allzu transparent, Konturen könnten schärfer sein. Stellenweise scheinen auch einzelne Instrumente von der Tontechnik etwas zu stark hervorgehoben zu sein.

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 
Booklet:





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    Albéric Magnard: Symphonies No. 3 & 4: Philharmonisches Orchester Freiburg, Fabrice Bollon

Label:
Anzahl Medien:
Naxos
1
Medium:
EAN:

CD
747313408276


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Magnard, Albéric


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Naxos

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