> > > Robert Schumann: Orchester- und Kammermusikwerke: Klavierduo Eckerle
Freitag, 3. Juli 2020

Robert Schumann: Orchester- und Kammermusikwerke - Klavierduo Eckerle

Schumann reloaded


Label/Verlag: Naxos
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Das groß angelegte Schumann-Projekt des Klavierduos Eckerle biegt auf die Zielgerade ein.

Beim mittlerweile fünften Teil ihres zyklisch angelegten Schumann-Projekts ist das Klavierduo Eckerle inzwischen angekommen. Gegenstand der Reihe sind Orchester- und Kammermusikwerke in Bearbeitungen zu vier Händen. Auf der neuesten CD enthalten sind die Symphonien Nummer eins und drei. Von Robert und Clara gemeinsam stammt die vierhändige Adaption der sogenannten 'Frühlingssymphonie', die Einrichtung des Klaviersatzes findet einen guten Weg zwischen für technischer Realisierbarkeit für ‚Normalsterbliche‘ und klanglicher Abbildung der Partitur.

Agile Vitalität

Hohe Intensität kennzeichnet das Spiel des Duos Eckerle in der Introduktion des Kopfsatzes, im anschließenden Abschnitt gerät lediglich die Sechzehntel-Abwärtsbewegung des Hauptthemas etwas zu behäbig, im weiteren Verlauf herrscht agile Vitalität. Im Larghetto fallen die dynamischen Schattierungen in Richtung Pianissimo zu gering aus. Das Eingangsmotiv des Scherzo besitzt zupackende Elastizität, etwas mehr hervorgehoben werden könnte der spielerische Charakter des Trios. Der Schlusssatz wirkt stellenweise rhythmisch ein bisschen steif. Ähnlich durchwachsen gerät die – diesmal von Robert allein arrangierte – d-Moll-Symphonie op. 120. Die Einleitung des Kopfsatzes entwickelt wiederum gekonnt einen Spannungsbogen zum Hauptteil hin. Dessen musikalischen Gehalt erfasst das Duo mit scharf umrissener Artikulation und ausgeprägtem Sinn für dramaturgische Zäsuren. Die polyphonen Strukturen der Durchführung sind klar umrissen, im Folgenden überzeugt das Spiel der beiden mit markanten Akzentuierungen.

Wissenschaftlich fundiert

Der 'Romanze' wiederum fehlt es an nach innen gekehrter Reflexion. Ähnlich wie in der vorangegangenen Symphonie zeigt sich auch hier das Scherzo von zwei Seiten. Zu überzeugen im besten Sinne der Vortragsbezeichnung weiß der mit ‚Lebhaft‘ überschriebene Teil, in dem straffe Betonungen die Binnenspannung hochhalten. Das Trio hingegen entwickelt zu wenig musikalisches Profil. Bestens gelingt die Überleitung in den vierten Satz, der zum Abschluss in quirliger Spielfreude und kontrastreichem Anschlag erstrahlt. Genauso griffig hätte man sich Phrasierung und Artikulation auch in den anderen Ecksätzen gewünscht. Dennoch: Nicht nur, weil es sich um Weltersteinspielungen handelt, die einen hohen Repertoirewert besitzen – diese Serie eröffnet eine kompetent interpretierte, völlig neue Sicht auf das symphonische Œuvre Schumanns. Auf insgesamt sieben Folgen ist die von ‚Schumann-Papst‘ Joachim Draheim konzeptionell begleitete Reihe ausgerichtet – auf die verbleibenden zwei darf man schon jetzt gespannt sein. Die (inklusive Japanisch) dreisprachigen Ausführungen im Booklet warten mit viel wissenschaftlich fundierten Informationen auf und rücken biographische und rezeptionsgeschichtliche Aspekte ins rechte Licht.

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 
Booklet:





Dieser Beitrag hat Ihnen gefallen? Empfehlen Sie ihn weiter!

Ihre Meinung? Kommentieren Sie diesen Artikel

Jetzt einloggen, um zu kommentieren.
Sind Sie bei klassik.com noch nicht als Nutzer angemeldet, können Sie sich hier registrieren.



Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



Cover vergrößern

    Robert Schumann: Orchester- und Kammermusikwerke: Klavierduo Eckerle

Label:
Anzahl Medien:
Naxos
1
Medium:
EAN:

CD
730099141536


Cover vergössern

Schumann, Robert


Cover vergössern

Naxos

Als der Unternehmer Klaus Heymann 1982 für seine Frau, die Geigerin Takako Nishizaki in Hongkong das Plattenlabel Marco Polo gründete, war dies der Beginn einer beispiellosen Erfolgsgeschichte. Fünf Jahre später rief Heymann das Label NAXOS ins Leben, das in der Klassikwelt längst zur festen Größe geworden ist und es bis heute versteht, hohe Qualität zu günstigen Preisen anzubieten. Der einzigartige und sich ständig erweiternde Katalog des Labels umfasst mittlerweile über 8.000 CDs mit mehr als 130.000 Titeln - von Kostbarkeiten der Alten Musik über sämtliche berühmten "Klassiker" bis hin zu Schlüsselwerken des 21. Jahrhunderts. Dabei wird der Klassik-Neuling ebenso fündig wie der Klassikliebhaber oder -sammler. International bekannte Künstler wie das Kodály Quartet, die Geigerin Tianwa Yang, der Pianist Eldar Nebolsin und die Dirigenten Marin Alsop, Antoni Wit, Leonard Slatkin und Jun Märkl werden von NAXOS betreut. Darüber hinaus setzt NAXOS modernste Aufnahmetechniken ein, um höchste Klangqualität bei seinen Produktionen zu erreichen und ist Vorreiter in der Produktion von hochauflösenden Blu-ray Audios - Grund genug für das renommierte britische Fachmagazin "Gramophone", NAXOS zum "Label of the Year" 2005 zu küren. Auch im digitalen Bereich nimmt NAXOS eine Vorreiterrolle ein: Bereits seit 2004 bietet das Label mit der NAXOS MUSIC LIBRARY ein eigenes Streamingportal mit inzwischen über 1 Million Titel an und unterhält mit ClassicsOnline zudem einen eigenen Download-Shop.


Mehr Info...


Cover vergössern
Jetzt kaufen bei...


Weitere Besprechungen zum Label/Verlag Naxos:

  • Zur Kritik... Abwechslungsreiche Mehrstimmigkeit: Die Schumannsche spanische Trilogie beinhaltet einen breiten Besetzungsreichtum: Während die solistischen und Duett-Interpretation dieser Einspielung sehr mitfühlend und ausdifferenziert angelegt sind, wirken die Quartette etwas unausgereift. Weiter...
    (Lorenz Adamer, )
  • Zur Kritik... Magnard zum Dritten: Das Philharmonische Orchester Freiburg unter Fabrice Bollon vervollständigt seine Edition der Orchesterwerke Albéric Magnards mit fünf kleineren Werken. Weiter...
    (Jan Kampmeier, )
  • Zur Kritik... Die Bandbreite böhmischer Klassik in Wien: Mittlerweile liefern schon einige Tonträger ein gutes Bild von Leopold Kozeluch als Symphoniker. Die Serie auf dem Label Naxos erlaubt ein preiswertes, künstlerisch zufriedenstellendes Kennenlernen. Weiter...
    (Dr. Hartmut Hein, )
blättern

Alle Kritiken von Naxos...

Weitere CD-Besprechungen von Thomas Gehrig:

blättern

Alle Kritiken von Thomas Gehrig...

Weitere Kritiken interessanter Labels:

  • Zur Kritik... Unbekannter Prokofjew: Das Symphonieorchester Lahti spielt unter Dima Slobodeniouk selten zu hörende Werke von Sergej Prokofjew. Weiter...
    (Jan Kampmeier, )
  • Zur Kritik... Alte Bekannte: Concerto Copenhagen und Lars Ulrik Mortensen überzeugen mit dieser Gesamteinspielung von Bachs Cembalokonzerten. Weiter...
    (Dr. Jürgen Schaarwächter, )
  • Zur Kritik... Musik, die zu Tränen berührt: Dvoraks Urfassung des 'Stabat mater' für Orchester, Soli und Klavierbegleitung Weiter...
    (Michaela Schabel, )
blättern

Alle CD-Kritiken...

Magazine zum Downloaden

Class aktuell (1/2020) herunterladen (4180 KByte) NOTE 1 - Mitteilungen (7/8 2020) herunterladen (3000 KByte)

Anzeige

Jetzt im klassik.com Radio

Henri Marteau: Clarinet Quintet op.13 - Finale. Andante sostenuto

CD kaufen


Empfehlungen der Redaktion

Die Empfehlungen der klassik.com Redaktion...

Diese Einspielungen sollten in keiner Plattensammlung fehlen

weiter...


Portrait

 Folkwang Kammerorchester Essen im Portrait Mit Vollgas ins Haus des Teufels
Das Folkwang Kammerorchester Essen ? jung, energiegeladen, hochmusikalisch

weiter...
Alle Interviews...


Sponsored Links

Hinweis:

Mit Namen oder Initialen gekennzeichnete Beiträge geben die Meinung des Verfassers, nicht aber unbedingt die Meinung der Redaktion wieder.

Die Bewertung der klassik.com-Autoren:

Überragend
Sehr gut
Gut
Durchschnittlich
Unterdurchschnittlich