> > > Dvorak, Antonin: String Quartets Vol.3: Vogler Quartett
Montag, 26. Juli 2021

Dvorak, Antonin: String Quartets Vol.3 - Vogler Quartett

Stück für Stück erkunden


Label/Verlag: cpo
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Wer die populäreren (späten) Quartette von Antonín Dvořák schon auf Tonträger besitzt und nach einer Vervollständigung oder Entdeckungen sucht, ist mit dieser Zusammenstellung eher früher Werke des Böhmen gut bedient.

Jenes ‚böhmische Blut‘, über das merkwürdigerweise Herbert von Karajan als Dvořák-Interpret so gerne fabulierte, dürfte man als Voraussetzung hier kaum vermissen. Zwar hat das Prager Streichquartett, dessen Gesamtaufnahme dieser Werkreihe aus den 1970er Jahren (DGG) immer noch eine Referenz ist, oft einen strahlenderen Ton, etwa zu Beginn des frühen, um 1870 entstandenen D-Dur-Quartetts (Nr. 3 in der problematischen chronologischen Zählung). Was aber das Vogler-Quartett gerade in diesem ausufernden 70-minütigen Brocken an Gespür für dramaturgische Entwicklung und intonationsreinstem Klangsinn zeigt, wird der Idee symphonischer Größe auch bei nur vier Stimmen vollends gerecht.

Den epischen Ausuferungen jener dritten Gattungserkundung auf CD 2 gegenüber stehen zwei gewohnt etwa halbstündige Beiträge aus den Jahren 1873 (Nr. 6 op. 12, von ursprünglich fünf auf die hier gespielten vier Sätze reduziert) und 1876 (Nr. 8, erst spät als op. 80 veröffentlicht). Den thematischen Dauerwiederholungen im Allegro von op. 80 bekommen die Klangfärbungen und feinen dynamischen Stufungen der schon seit 1985 gemeinsam gestaltenden ‚Voglers‘ sehr gut. Einzig der Kopfsatz des a-Moll-Quartetts op. 12 wirkt (vielleicht sogar bewust) etwas fahl und hakender musiziert, das ganze Quartett etwas ‚trockener‘, mitunter sich fast verlierend im Klang. Hier grüßt in der Motivik und rhythmischen Faktur Beethoven ganz deutlich (die fünfsätzige Fassung war wohl durch Satz-Übergänge dessen cis-Moll-Quartett nachgestaltet). Der komplexe, konzentrierte Weg, den Dvořák in seinen ‚Dreißigern‘ hin zu den populären Meisterwerken einschlug, lässt sich hier spannend verfolgen.


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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    Dvorak, Antonin: String Quartets Vol.3: Vogler Quartett

Label:
Anzahl Medien:
cpo
2
Medium:
EAN:
CD
761203762620

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Dvorák, Antonín
 - String Quartet B 57 in E major op.80 - Allegro
 - String Quartet B 57 in E major op.80 - Andante con moto
 - String Quartet B 57 in E major op.80 - Allegro scherzando - Trio
 - String Quartet B 57 in E major op.80 - Finale. Allegro con brio
 - String Quartet B 40 in A minor op.12 - Allegro ma non troppo
 - String Quartet B 40 in A minor op.12 - Poco allegro
 - String Quartet B 40 in A minor op.12 - Poco adagio
 - String Quartet B 40 in A minor op.12 - Allegro molto
 - String Quartet B 18 in D major - Allegro con brio
 - String Quartet B 18 in D major - Andantino
 - String Quartet B 18 in D major - Allegro energico - Trio
 - String Quartet B 18 in D major - Finale. Allegretto


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cpo

Wohl kaum ein zweites Label hat in letzter Zeit soviel internationale Aufmerksamkeit erregt wie cpo. Die Fachwelt rühmt einhellig eine überzeugende Repertoirekonzeption, die auf hohem künstlerischen Niveau verwirklicht wird und in den Booklets eine geradezu beispielhafte Dokumentation erfährt. Der Höhepunkt dieser allgemeinen Anerkennung war sicherlich die Verleihung des "Cannes Classical Award" für das beste Label (weltweit!) auf der MIDEM im Januar 1995 und gerade wurde cpo der niedersächsische Musikpreis 2003 in "Würdigung der schöpferischen Leistungen" zuerkannt.
Besonders stolz macht uns dabei, daß cpo - 1986 gegründet - in Rekordzeit in die Spitze vorgestoßen ist. Das Geheimnis dieses Erfolges ist einfach erklärt, wenn auch schwierig umzusetzen: cpo sucht niemals den Kampf mit den Branchenriesen, sondern füllt mit Geschick die Nischen, die von den Großen nicht besetzt werden, weil sie dort keine Geschäfte wittern. Und aus mancher Nische wurde nach einhelliger Ansicht der Fachwelt mittlerweile ein wahres Schmuckkästchen.
Am Anfang einer Repertoire-Entscheidung steht bei uns noch ganz altmodisch das Partituren-lesen, denn nicht alles, was noch unentdeckt ist, muß auch auf die Silberscheibe gebannt werden. Andererseits gibt es - von der Renaissance bis zur Moderne - noch sehr viele wahre musikalische Schätze zu heben, die oft näher liegen, als man meint. Unsere großen Werk-Editionen von Pfitzner, Korngold, Hindemith oder Pettersson sind nicht umsonst gerühmt worden. In diesem Sinne werden wir fortfahren.
Letztendlich ist unser künstlerisches Credo ganz einfach: Wir machen die CDs, die wir schon immer selbst haben wollten. Seien Sie herzlich zu dieser abenteuerlichen Entdeckungsfahrt eingeladen!


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