> > > Händel, Georg Friedrich: Concerti Grossi op.6: Akademie für Alte Musik Berlin, Bernhard Forck
Montag, 30. März 2020

Händel, Georg Friedrich: Concerti Grossi op.6 - Akademie für Alte Musik Berlin, Bernhard Forck

Erste Hälfte


Label/Verlag: Pentatone Classics
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Eine erste Hälfte des Händelschen Opus 6, die Lust auf die Fortsetzung macht. Dieser noble Zeitvertreib ist auch heute eine große Freude.

Aktuell hat die Akademie für Alte Musik Berlin bei Pentatone die erste Hälfte der zwölf Concerti grossi op. 6 von Georg Friedrich Händel vorgelegt – ein Konvolut, das in deutlicher formaler und ästhetischer Korrespondenz zu Arcangelo Corellis maßstäblichen und zudem höchst populären Arbeiten dieses Zuschnitts angelegt ist: Man maß sich ganz selbstverständlich an allem, was beliebt war und weithin reüssierte. Die Concerti entstanden in einem Zug binnen vier Wochen im Oktober 1739. Arbeitstempo und Qualität waren bei Händel verlässlich hoch und gingen versöhnt Hand in Hand. Geplant waren die Konzerte als Pausenunterhaltung – welch Niveau der Zerstreuung! – für die englischen Oratorien der heraufziehenden Saison. Und sie waren zugleich die Bestätigung und Fortsetzung der Zusammenarbeit Händels mit seinem Verleger Walsh.

Im Grunde ist diese Form eine auskomponierte Triosonate: Zwei je eigenständig führende Solostimmen werden von einem Basso continuo begleitet, im Wechsel mit den Wirkungen voller besetzter Ripieni. All das vollzieht sich in vier- bis sechssätzigen Folgen, variabel also, und ist auch sonst reich an Abwechslung.

Famoses Ensemble

Die Akademie für Alte Musik präsentiert sich erwartungsgemäß mit einem extrem kultivierten, noblen Ensembleklang, spielt beredt, ohne in dieser Hinsicht aufdringlich zu sein, zeigt sich gleichsam verliebt in Händels gerade in den langsamen Sätzen aufscheinende lineare Fantasie, ist zugleich hörbar begeistert von seiner motorischen Energie und beseelt durch die feinen lyrischen Gesten. Die Soli sind präsent, ohne sich in den Vordergrund zu drängen, so dass für fabelhaft behände Register von größter Geschlossenheit und Präzision eine erkleckliche Bühne bleibt. Vielleicht mag manchem bei aller Klangkultur das Moment des Musikantisch-Räsonierenden etwas zu kurz kommen. Der Rezensent bekennt, dass ihm das edel polierte Rotgold sehr gefallen hat, das die Präsentation durchwirkt. Neben makelloser Intonation, fein skizzierten, überaus bildkräftigen dynamischen Verläufen und einem stimmigen Tableau bei den Tempi hat die artikulatorische Qualität zu diesem Befund erheblich beigetragen: Diese Sphäre ist einfach ein Fest, von der ganz großen, substanzreichen Linie bis zur davon deutlich abgesetzten kleinteiligen Arbeit von üppigem Reichtum wird viel geboten. Das Klangbild ist herausragend: ein ideales Abbild der Formation, mit räumlicher Fantasie, tiefenscharf und reich an Nuancen, dazu mit wunderbarer Präsenz der subtil entfalteten Kraft.

Eine erste Hälfte des Händelschen Opus 6, die Lust auf die Fortsetzung macht. Dieser noble Zeitvertreib ist auch heute eine große Freude.

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 
Booklet:





Dieser Beitrag hat Ihnen gefallen? Empfehlen Sie ihn weiter!

Ihre Meinung? Kommentieren Sie diesen Artikel

Jetzt einloggen, um zu kommentieren.
Sind Sie bei klassik.com noch nicht als Nutzer angemeldet, können Sie sich hier registrieren.



Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



Cover vergrößern

    Händel, Georg Friedrich: Concerti Grossi op.6: Akademie für Alte Musik Berlin, Bernhard Forck

Label:
Anzahl Medien:
Pentatone Classics
1
Medium:
EAN:

CD SACD
827949073762


Cover vergössern

Händel, Georg Friedrich


Cover vergössern

Pentatone Classics

PentaTone wurde im Jahr 2001 von drei ehemaligen Leitenden Angestellten der Philips Classics zusammen mit Polyhymnia International (dem ehemaligen Philips Classics-Aufnahmezentrum) ins Leben gerufen.
Die Gründer von PentaTone sind überzeugt, dass der 5-Kanal Surround-Sound allmählich den heute noch gängigen Stereo-Sound ersetzen wird, vor allem weil er die Hörerfahrung immens bereichert. Die Einführung der Super Audio-CD (SA-CD) durch Sony und Philips hat es dem Hörer ermöglicht, sich den Konzertsaal direkt ins eigene Wohnzimmer zu holen. Die SA-CD hat im Vergleich zur CD eine weitaus höhere Speicherkapazität und sie kann 5-Kanal-Informationen in hoher Auflösung aufnehmen. Deshalb bietet die SA-CD einen hochwertigen Surround Sound.
Alle PentaTone-Aufnahmen erscheinen auf sog. hybriden SA-CDs, die zwei miteinander verbundene Schichten haben. Die erste enthält das normale CD-Signal, während auf der zweiten das Surround-Sound-Signal abliegt. Diese hybriden Tonträger können mit Stereo-Effekt auf jedem normalen CD-Spieler abgespielt werden. Um den Surround Sound-Effekt zu erzielen, benötigt man einen SA-CD-Spieler.
PentaTone baut seit einigen Jahren mit den hervorragenden Aufnahmen von Polyhymnia International einen neuen Klassikkatalog auf, der die berühmtesten Werke der Musikgeschichte enthält, interpretiert von absoluten Weltklasseinterpreten. So wurden Symphonie-Zyklen von Beethoven, Bruckner, Schostakowitsch und Schumann begonnen. Ein Brahms-Zyklus mit Marek Janowski am Pult des Pittsburgh Symphony Orchestra ist bereits erschienen. Sämtliche Werke für Violine und Orchester von Mozart wurden mit Julia Fischer aufgenommen, dem "Gramophone Artist of the Year 2007". In seiner kurzen Geschichte hat PentaTone bereits zahlreiche renommierte Preise gewonnen, darunter einen Grammy, einen Gramophone Award, einen Preis der deutschen Schallplattenkritik, zwei Echos, zwei Diapason d'Ors de l'année und einen CHOC de l'année.
Neben den Neuaufnahmen veröffentlicht PentaTone auch historische Surround Sound-Aufnahmen auf SA-CD. Dafür hat PentaTone sämtliche, zwischen 1970 und 1980 von Philips Classics im Quadrophonie-Verfahren entstandenen Aufnahmen für die Herausgabe auf SA-CD lizenziert. Auf diesen Einspielungen sind die legendären Philips Classics-Künstler jener Epoche zu hören. Mit dem heutigen SA-CD-System kommen diese spektakulären und hochwertigen 4-Kanal-Aufnahmen so zur Geltung, wie man es ursprünglich geplant hatte. Die Serie trägt den Titel "RQR" (Remastered Quadrophonic Recordings).


Mehr Info...


Cover vergössern
Jetzt kaufen bei...


Weitere Besprechungen zum Label/Verlag Pentatone Classics:

  • Zur Kritik... Concerti grossi, zweiter Teil: Die Akademie für Alte Musik komplettiert ihre Version von Händels op. 6 nobel und geschmackvoll: Mit diesem Set von Concerti grossi macht ganz sicher niemand etwas falsch. Weiter...
    (Dr. Matthias Lange, )
  • Zur Kritik... Tenorale Kraftmeierei: Man ist hin- und hergerissen beim Hören des vorliegenden Solo-Album des amerikanischen Tenors Michael Fabiano – irgendwo zwischen Faszination für dieses besondere Timbre und einer ebenso deutlichen Portion Enerviertheit. Weiter...
    (Benjamin Künzel, )
  • Zur Kritik... Theaterluft aus jeder Pore: Diese von David Bates geleitete Aufführung von Glucks 'Orfeo ed Euridice' atmet Theaterluft aus jeder Pore und hat Energie und Musizierlust im Überfluss getankt. Dem kann man sich nicht entziehen. Weiter...
    (Benjamin Künzel, )
blättern

Alle Kritiken von Pentatone Classics...

Weitere CD-Besprechungen von Dr. Matthias Lange:

  • Zur Kritik... Dunkler Sog: Eine große Passion, in Substanz und Faktur wie in Deutung und künstlerischer Ambition. Masaaki Suzuki und sein Bach Collegium Japan mit einem veritablen Lebenszeichen. Weiter...
    (Dr. Matthias Lange, )
  • Zur Kritik... Concerti grossi, zweiter Teil: Die Akademie für Alte Musik komplettiert ihre Version von Händels op. 6 nobel und geschmackvoll: Mit diesem Set von Concerti grossi macht ganz sicher niemand etwas falsch. Weiter...
    (Dr. Matthias Lange, )
  • Zur Kritik... Natürlich: Ein Vivaldi der anderen Art: Feiner, nicht immer verhaltener, voller natürlicher Töne, in einem Zugriff abseits des Gewohnten und des Gewöhnlichen. Auch die programmatische Einbettung ist stimmig. Eine ebenso anregende wie unterhaltsame Platte. Weiter...
    (Dr. Matthias Lange, )
blättern

Alle Kritiken von Dr. Matthias Lange...

Weitere Kritiken interessanter Labels:

  • Zur Kritik... Persönliche Sichtweise: Sir Simon Rattle und das London Symphony Orchestra überzeugen mit Bruckners Sechster Sinfonie. Weiter...
    (Michael Pitz-Grewenig, )
  • Zur Kritik... Ideenarme Schwerfälligkeit: Unterschiedliche, teilweise noch unbekannte geistliche Werke von Giacomo Meyerbeer zeigen neue Facetten des Opernkomponisten. Die Preußische Philharmonie unter Dario Salvi vermag dieses Repertoire allerdings nur etwas nüchtern zu interpretieren. Weiter...
    (Lorenz Adamer, )
  • Zur Kritik... Feierliche Romreise: Das Buffalo Philharmonic Orchestra unter JoAnn Falletta widmet sich der 'Römischen Trilogie' von Ottorino Respighi. Weiter...
    (Lorenz Adamer, )
blättern

Alle CD-Kritiken...

Magazine zum Downloaden

NOTE 1 - Mitteilungen (3/2020) herunterladen (2910 KByte)

Anzeige

Jetzt im klassik.com Radio

Claudio Monteverdi: Ave maris stella

CD kaufen


Empfehlungen der Redaktion

Die Empfehlungen der klassik.com Redaktion...

Diese Einspielungen sollten in keiner Plattensammlung fehlen

weiter...


Portrait

Christian Euler im Portrait "Melancholie ist die höchste Form des Cantabile"
Bratschist Christian Euler im Gespräch mit klassik.com über seine Lehrer, seine neueste SACD und seine künstlerische Partnerschaft zum Pianisten Paul Rivinius.

weiter...
Alle Interviews...


Sponsored Links

Hinweis:

Mit Namen oder Initialen gekennzeichnete Beiträge geben die Meinung des Verfassers, nicht aber unbedingt die Meinung der Redaktion wieder.

Die Bewertung der klassik.com-Autoren:

Überragend
Sehr gut
Gut
Durchschnittlich
Unterdurchschnittlich