> > > Weinberger, Jaromir: Orchestral works: Deutsche Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz, Karl-Heinz Steffens
Donnerstag, 12. Dezember 2019

Weinberger, Jaromir: Orchestral works - Deutsche Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz, Karl-Heinz Steffens

Höchst unterhaltsame Opernsuite


Label/Verlag: cpo
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Die Orchester-Suite aus Jaromír Weinbergers Erfolgsoper 'Schwanda' wird hier mit viel Schwung, aber auch leichten klanglichen Problemen präsentiert.

Kleine Quizfrage für den musikalischen Freundeskreis: Wie viele Komponisten fallen Ihnen spontan ein, die durch ein einziges Werk berühmt geworden sind? Max Bruch und sein erstes Violinkonzert beispielsweise, Sergej Rachmaninoff und sein berühmt-berüchtigtes Prélude (op. 3 Nr. 2), Maurice Ravel und sein 'Bolero'? Die drei genannten Herren hatten ein – vorsichtig formuliert – distanziertes Verhältnis zu ihrem jeweiligen ‚One-hit-wonder‘, da es den Blick auf ihre übrigen Stücke natürlich trübte. Bruch beispielsweise reagierte in späteren Jahren verärgert, wenn ihm schon wieder ein Geiger sein erstes Konzert vorspielen wollte, und verwies auf seine anderen Violinkonzerte – die allerdings damals wie heute kaum jemand kennt (und spielt).

Doch einen unstrittigen Vorteil hat das jeweilige höchst populäre Werk: Es bewahrt den Namen seines Schöpfers davor, völlig in Vergessenheit zu geraten, was in der Musikgeschichte bisweilen sehr schnell und sehr gründlich passieren kann. So gibt es auch bei Jaromír Weinberger (1896-1967) das eine Stück, das ihn davor bewahrt – seine Oper 'Schwanda, der Dudelsackpfeifer' (im Original 'Švanda dudák'). Die Uraufführung im Jahr 1927 war ein triumphaler Erfolg für den Komponisten und verhalf ihm zu internationaler Bekanntheit. Wiederholen konnte Weinberger diesen Triumph aber nicht, seine weiteren Werke für Musiktheater erlangten nicht einmal annähernd die Popularität des 'Schwanda'.

Echte Rarität

Wie bei vielen anderen erfolgreichen Opern lag ein Arrangement der orchestralen Teile für den Konzertsaal auch hier nahe. Auf der vorliegenden CD hat der Dirigent Karl-Heinz Steffens neben der Ouvertüre die insgesamt vier orchestralen Zwischenspiele mit der Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz aufgenommen. Dazu gesellen sich sechs 'Böhmische Lieder und Tänze' sowie die Ouvertüre aus der Oper 'Die geliebte Stimme' – im Gegensatz zum 'Schwanda' eine echte Repertoire-Rarität.

Die fünf 'Schwanda'-Stücke zeigen den Reger-Schüler Weinberger als virtuosen Orchestrator, der mühelos eingängige Melodien mit instrumentalem Raffinement verbinden konnte. Die Liebe des Komponisten zu einzelnen Instrumenten (Fagott und Triangel) führt zu eigenwilligen Klang-Kombinationen, die von Steffens gut herausgearbeitet werden. Der schwungvollen Ouvertüre folgen kürzere (Tanz-)Sätze, deren Esprit von den Orchestermusikern voll ausgekostet wird. Allerdings leidet der Eindruck unter einem etwas blechernen Klangbild, die Schlaginstrumente treten bisweilen stark in den Vordergrund. Davon abgesehen kommt Weinbergers orchestrale Meisterschaft, inklusive einer beeindruckenden Schlussfuge, aber gut zur Geltung. Die gelegentliche Nähe der Suite zum Operetten-Tonfall stört dabei nicht wirklich.

Effektvoller Schlusspunkt

In den 'Böhmischen Liedern und Tänzen' punkten die Musiker der Staatsphilharmonie mit packender Rhythmik und gelungenen Soli, vor allem die Violine im ersten Tanz. Auch hier ist der Klang allerdings nicht optimal, Balance-Probleme zwischen den einzelnen Instrumentengruppen machen sich gelegentlich bemerkbar. Die angenehme Kompaktheit der Tänze ist ein großer Pluspunkt, Weinberger verfiel niemals in Redseligkeit. Hört man allerdings alle Tänze direkt hintereinander, ähneln sie sich doch ein wenig. Als einzelnes Stück, z. B. als Zugabe, hätte vor allem das erste Stück eine Repertoire-Chance verdient. Dies gilt auch für die Ouvertüre zur 'Geliebten Stimme', nicht ganz so dicht gearbeitet und so spektakulär wie diejenige zum 'Schwanda', aber immer noch hörenswert. Steffens setzt damit einen effektvollen Schlusspunkt unter eine gelungene Weinberger-Werkschau, die etwas an den klanglichen Unausgewogenheiten leidet. Da der CD-Markt aber nicht gerade mit Veröffentlichungen des tschechischen Tondichters überflutet wird, ist der Repertoire-Wert dieser Silberscheibe dennoch recht hoch.

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 
Booklet:





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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    Weinberger, Jaromir: Orchestral works: Deutsche Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz, Karl-Heinz Steffens

Label:
Anzahl Medien:
cpo
1
Medium:
EAN:

CD
761203751327


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Weinberger, Jaromir
 - From the opera Schwanda, the Bagpiper - Overture
 - From the opera Schwanda, the Bagpiper - Odzemek
 - From the opera Schwanda, the Bagpiper - Furiant
 - From the opera Schwanda, the Bagpiper - Prelude to the second act
 - From the opera Schwanda, the Bagpiper - Polka
 - From the opera Schwanda, the Bagpiper - Fuga
 - Bohemian Songs and Dances - No.1
 - Bohemian Songs and Dances - No.2
 - Bohemian Songs and Dances - No.3
 - Bohemian Songs and Dances - No.4
 - Bohemian Songs and Dances - No.5
 - Bohemian Songs and Dances - No.6
 - Overture The Beloved Voice -


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Dirigent(en):Steffens, Karl-Heinz
Orchester/Ensemble:Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz


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cpo

Wohl kaum ein zweites Label hat in letzter Zeit soviel internationale Aufmerksamkeit erregt wie cpo. Die Fachwelt rühmt einhellig eine überzeugende Repertoirekonzeption, die auf hohem künstlerischen Niveau verwirklicht wird und in den Booklets eine geradezu beispielhafte Dokumentation erfährt. Der Höhepunkt dieser allgemeinen Anerkennung war sicherlich die Verleihung des "Cannes Classical Award" für das beste Label (weltweit!) auf der MIDEM im Januar 1995 und gerade wurde cpo der niedersächsische Musikpreis 2003 in "Würdigung der schöpferischen Leistungen" zuerkannt.
Besonders stolz macht uns dabei, daß cpo - 1986 gegründet - in Rekordzeit in die Spitze vorgestoßen ist. Das Geheimnis dieses Erfolges ist einfach erklärt, wenn auch schwierig umzusetzen: cpo sucht niemals den Kampf mit den Branchenriesen, sondern füllt mit Geschick die Nischen, die von den Großen nicht besetzt werden, weil sie dort keine Geschäfte wittern. Und aus mancher Nische wurde nach einhelliger Ansicht der Fachwelt mittlerweile ein wahres Schmuckkästchen.
Am Anfang einer Repertoire-Entscheidung steht bei uns noch ganz altmodisch das Partituren-lesen, denn nicht alles, was noch unentdeckt ist, muß auch auf die Silberscheibe gebannt werden. Andererseits gibt es - von der Renaissance bis zur Moderne - noch sehr viele wahre musikalische Schätze zu heben, die oft näher liegen, als man meint. Unsere großen Werk-Editionen von Pfitzner, Korngold, Hindemith oder Pettersson sind nicht umsonst gerühmt worden. In diesem Sinne werden wir fortfahren.
Letztendlich ist unser künstlerisches Credo ganz einfach: Wir machen die CDs, die wir schon immer selbst haben wollten. Seien Sie herzlich zu dieser abenteuerlichen Entdeckungsfahrt eingeladen!


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