> > > Werke von Shostakovich, Waxman: Moné Hattori, Deutsches Symphonie-Orchester Berlin, Alan Buribayev
Samstag, 19. Oktober 2019

Werke von Shostakovich, Waxman - Moné Hattori, Deutsches Symphonie-Orchester Berlin, Alan Buribayev

Besonderes Erlebnis


Label/Verlag: ICA Classics
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Auf ihrem Debüt-Album kann Moné Hattori ihr immenses Talent voll ausspielen.

Eine Vielzahl klangvoller Namen ist aus der Kader-Schmiede von Geigen-Papst Prof. Zakhar Bron hervorgegangen – die Weltstars Vadim Repin und Maxim Vengerov sind nur die berühmtesten. Zu seinen besten Schülerinnen der jüngeren Generation zählt die Japanerin Moné Hattori, neben ihrem eigenen prominenten Mentor zählt sie zu ihren eigenen Vorbildern Jascha Heifetz und David Oistrach – für diese beiden wurden die auf ihrem vorliegenden, bei ICA Classics erschienenen Debüt-Album enthaltenen Werke geschrieben. Franz Waxman (1906–1967) hat seine auf der gleichnamigen Oper basierende 'Carmen-Fantasie' Heifetz gewidmet, schon darin erkennt man eines der wesentlichen Merkmale von Hattoris Spiel: Ihre atemberaubende Virtuosität kommt mit den allerlei technischen Schikanen dieses Bravourstücks bestens zurecht. Scheinbar mühelos und mit brillant leuchtendem Ton fegt sie buchstäblich durch alle Lagen, fulminante Doppelgriffe, rasante Skalen und kristallklar glänzende Flageolett-Farben inklusive.

Meisterhafte Darstellung

Ganz andere zusätzliche Qualitäten sind in Schostakowitschs a-Moll-Konzert op. 77 gefragt, dessen Widmungsträger David Oistrach hat den Kompositionsprozess beratend begleitet. Technische Höchstschwierigkeitsgrade sind dennoch enthalten, die meistert Hattori weiterhin mit derselben Souveränität. Spielerische Ausdrucksformen von behutsam geschwungenen melodischen Bögen mit beinahe kammermusikalischer Intimität im einleitenden Nocturne-Abschnitt bis hin zu kratzbürstigen Dissonanzen und roher Fortissimo-Gewalt im darauffolgenden Scherzo kann sie mit einer ebensolchen scheinbaren Selbstverständlichkeit abrufen. Meisterhaft gelingt ihr die ausladende Solo-Kadenz im dritten Satz – den Interpretationen ihrer eingangs genannten Vorbilder steht sie an Intensität und musikalischer Präsenz in nichts nach. Auch das tänzerisch angehauchte Spiel des 'Burlesque'-Satzes mit dessen folkloristischen Motiven beherrscht sie herausragend.

Immenses Potential

Keine Frage: Hattori besitzt ein immenses Potential, ihr gelingt bei Schostakowitsch eine ganz große Annäherung an einen ganz dicken Brocken der Violinliteratur. Quasi als guter Geist zur Seite steht ihr dabei der charismatische Klang ihres 1743er-Guarneri-Intruments. Leider nicht mit Hattoris fabelhaftem Niveau mithalten kann das Deutsche Symphonie-Orchester Berlin unter Leitung von Alan Buribayev. Vermag es die 'Carmen-Fantasie' noch einigermaßen schwungvoll zu begleiten, ist es den tiefschürfenden Klangwelten von Schostakowitschs Konzert nicht gewachsen. Zu wenig schattiert dringt es – im Gegensatz zur Solistin – in die motivisch-programmatischen Abgründe des Werks vor, dynamisch und gestalterisch bleibt es zu sehr an der Oberfläche. Was freilich nichts daran ändert: Hattori beschert dem Zuhörer ein ganz besonderes Geigenerlebnis und die Erkenntnis: Von dieser jungen Ausnahmegeigerin wird man in der Zukunft sicherlich zunehmend hören – hoffentlich auch bald wieder auf CD. Zur ganz großen Weltkarriere gehören bekanntlich auch Glück und Beziehungen. Hattori mag man beides von Herzen wünschen, sie hätte den ganz großen Durchbruch verdient.

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 
Booklet:






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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    Werke von Shostakovich, Waxman: Moné Hattori, Deutsches Symphonie-Orchester Berlin, Alan Buribayev

Label:
Anzahl Medien:
Veröffentlichung:
ICA Classics
1
01.03.2019
Medium:
EAN:

CD
5060244551565


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Schostakowitsch, Dimitri
Waxman, Franz


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ICA Classics

Mit ICA (International Classical Artists) entstand im Jahr 2011 das erste DVD- und CD-Label einer Künstleragentur. ICA bietet in seinem Katalog unter dem Label Legacy sowohl wertvolles Archivmaterial, das aus Quellen der BBC, des WDR Köln oder des Boston Symphony Orchestra stammt, als auch die in renommierten Konzertsälen entstandenen Aufnahmen der hauseigenen Künstler, die unter dem Label Live präsentiert werden. Die meisten der ICA-Titel erscheinen erstmals auf DVD oder CD. Alle historischen Aufnahmen sind nach dem neuesten Stand der Technik liebevoll und fachmännisch restauriert worden.

Für diese einmaligen Aufnahmen wurde das Label ICA bereits mit bedeutenden Preisen - wie dem Toblacher Komponierhäuschen, dem Internationalen Mahler Preis und mehreren Diapasons d'Or geehrt. Zu den besonders erfolgreichen Titeln gehören die 1986 entstandene Aufnahme von Mahlers Dritter mit Klaus Tennstedt und dem London Philharmonic Orchestra sowie die DVD mit dem Royal Philharmonic Orchestra und dem BBC Symphony Orchestra unter Rudolf Kempe mit Musik von Dvorak und Richard Strauss.

Das Team von ICA, dem auch die in der Musikindustrie erfahrenen Experten Stephen Wright und John Pattrick angehören, war in den vergangen Jahren am Erfolg von zahlreichen CD- und DVD-Produktionen beteiligt. Dazu gehören beispielsweise The Art of Conducting, The Art of Piano, The Art of Violin sowie die DVD-Serie Classic Archive. Darüber hinaus entstanden in Koproduktion Dokumentationen über Richter, Fricsay, Mravinsky und Toscanini. Das bereits 1998 gegründete BBC Legends Archiv-Label umfasst mittlerweile mehr als 250 CDs. Für EMI Classics entstand die CD-Serie Great Conductors of the 20th Century.


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