> > > Sibelius, Jean: Lemminkainen Suite, Spring Song: BBC Symphony Orchestra, Sakari Oramo
Donnerstag, 14. November 2019

Sibelius, Jean: Lemminkainen Suite, Spring Song - BBC Symphony Orchestra, Sakari Oramo

Nordischer Impressionismus


Label/Verlag: Chandos
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Oramo kann Lemminkäinen: Sibelius-Fans dürfen aufhorchen.

Einen neuen Beitrag zur britischen Sibelius-Pflege leistet das BBC Symphony Orchestra unter seinem finnischen Chefdirigenten Sakari Oramo. Oramo zählt zwar zur Riege der finnisch international äußerst umtriebigen Dirigenten, so dirigierte er unter anderem bereits das Boston Symphony Orchestra und die Wiener Philharmoniker. Zu Jean Sibelius gab es auf dem Plattenmarkt jedoch bislang erst wenige Beiträge von ihm, vor allem im Vergleich mit seinen dirigierenden Landsleuten, man denke nur an Osmo Vänskä, Esa-Pekka Salonen und viele, viele andere. Umso mehr lässt nun vorliegende CD mit der rund 45 Minuten umfangreichen 'Lemminkäinen-Suite' op. 22 aufhorchen. Dies zumal diese vier Legenden für Orchester (1893-1896) zum Frühwerk von Sibelius zählen und somit noch vor der ersten Sinfonie entstanden – auch wenn Sibelius sie später noch gleich dreimal überarbeitet hat.

Wer hier genau hin hört, erkennt bereits den ein oder anderen Vorgriff auf den ‚reifen‘ Personalstil des finnischen Nationalkomponisten, wie etwa typische Ostinato-Figuren, Klangfelder oder auch melodische Wendungen, die an die zweite Sinfonie erinnern. Darum scheint es Sakari Oramo jedoch weniger zu gehen. Wo andere Dirigenten eher einem Leonard Bernstein folgen und den expressiven Melodiker und sinfonischen Dramatiker Sibelius hervorheben, gesteht Oramo dem frühen Sibelius seinen Eigenwert zu. Als behutsamer Gestalter orchestraler Balance legt er viel Wert auf die genaue Abstimmung zwischen den Instrumentengruppen, sodass kaum eine Klangfarbe im bunten Gewirr der weniger dramatisch als atmosphärisch gehaltenen Klangdichtungen verloren geht. Dieser Ansatz passt zur 'Lemminkäinen-Suite' umso besser, als die thematisch-strukturelle Arbeit nicht unbedingt zu ihren Stärken gehört. Dank Oramo jedoch vernimmt man hier ein geradezu impressionistisches Geflirre, das an den Sibelius der 'Okeaniden' erinnert, die erst deutlich später entstanden.

Spätromantisch süffig

Dass das Optimum an klanglicher Klarheit im Tutti dabei nicht immer erreicht wird, mag an der Akustik des Watford Colosseum liegen oder an der Aufnahmetechnik. Diese drängt die Streicher zugunsten höchst plastischer Holzbläser für den Geschmack des Rezensenten ein wenig zu sehr in den Hintergrund. Dies fällt auch im berühmten 'Schwan von Tuonela' auf, da die klangliche ‚Umgebung‘ des solistischen Englischhorn-Schwans in Form der Streicher hier zu wenig Beachtung erfährt, sieht man von Soli in Violine, Bratsche und Cello ab. Dass es auch ganz anders geht, zeigt dann das zeitlich parallel entstandene 'Frühlingslied' op. 16. Hier kommt der Freund spätromantisch süffiger Streichermelodik voll auf seine Kosten. In der rund zehn Jahre später entstandenen 'Suite zu Belsazars Gastmahl' op. 51 von 1907, die das CD-Programm komplettiert, zeigt Oramo dann im 'Einzug', dass er es versteht, ein Orchestercrescendo spannungsvoll an- und abschwellen zu lassen, sodass der räumliche Effekt des Ein- und Ausmarsches überzeugend wiedergegeben wird. Sibelius-Fans können hier also den einen oder anderen neuen Eindruck erhalten, ohne gleich von einer neuen Referenz zu schwärmen.

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 
Booklet:





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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    Sibelius, Jean: Lemminkainen Suite, Spring Song: BBC Symphony Orchestra, Sakari Oramo

Label:
Anzahl Medien:
Chandos
1
Medium:
EAN:

CD
095115213629


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Sibelius, Jean


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Chandos

Chandos Records was founded in 1979 by Brian Couzens and quickly established itself as one of the world's leading classical labels. Prior to forming the label, Brian Couzens, along with his son Ralph, worked for 8 years running a mobile recording unit recording for major labels (including RCA, Polydor, CFP, etc.) with many of the world's leading artists.
The company has championed rare and neglected repertoire, filling in many gaps in the record catalogues. Initially focussing on British composers (Alwyn, Bax, Bliss, Dyso, Moeran, Rubbra, Walton etc), it subsequently embraced a much wider field. Chandos' diverse catalogue contains over 2000 titles, from early music to contemporary, with composers from around the world. The company's aim is to present an exciting and varied selection of superbly recorded music to as many people as possible.
The following artists are strongly associated with, or exclusive to, the label: Richard Hickox, Matthias Bamert, I Fagiolini, Neeme Järvi, Louis Lortie, Jean-Efflam Bavouzet, Rumon Gamba, James Ehnes, Sir Charles Mackerras, David Parry, Valeri Polyansky, The Purcell Quartet, Gennady Rozhdestvensky, Howard Shelley, Simon Standage, Yan Pascal Tortelier, Vernon Handley, the BBC Philharmonic, BBC National Orchestra of Wales, the City of London Sinfonia and Collegium Muscium 90.
Chandos is universally acclaimed for the excellence of its sound quality and has always been at the forefront of technical innovation. In 1978, Chandos was one of the first to record in 16bit/44.1kHz PCM digital, as well as being one of the first to edit a digital recording completely in the digital domain (Holst: the Planet ? SNO/Gibson). In 1983, Chandos was one of the first to produce and release Compact Discs into the marketplace ? a revolution in the recorded music industry.
Today, Chandos has kept up with technology by recording mostly in 24bit/96kHz PCM but now also in DSD for producing ?surround sound? SACDs. Chandos releases at least five new recordings a month, together with imaginative re-issues of back-catlogue material.
The company has received countless awards, including several Gramophone Awards, notably the 2001 ?Record of the Year? for Richard Hickox?s recording of the original version of Vaughan Williams? A London Symphony; ?Best Choral Recording of 2003? for its recording of an undiscovered mass by Hummel and the ?Best Orchestral Recording? of 2004 for its set of Bax Symphonies. Other highlights include the American Grammy for Britten?s opera Peter Grimes, and most recently (2008), two further Grammy Awards, one for Hansel and Gretel and the other for Grechaninov?s Passion Week. Jean-Efflam Bavouzet?s debut on Chandos was also awarded Record of the Year by Monde de la Musique this year.
Chandos remains an independent, family run company which produces and markets its recordings from its office in Colchester, England, and is distributed worldwide.


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