> > > Casella, Alfredo: La Donna Serpente: Teatro Regio Torino, Gianandrea Noseda
Donnerstag, 9. Juli 2020

Casella, Alfredo: La Donna Serpente - Teatro Regio Torino, Gianandrea Noseda

Unter dem Regenbogen


Label/Verlag: Naxos
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Alfredo Casella sollte man als Opernkomponisten nicht unterschätzen – die vorliegende Turiner Produktion vom April 2016 unter Gianandrea Noseda ist weit mehr als eine Ehrenrettung.

Wenn Alfredo Casella (1883–1947) als Komponist im öffentlichen Bewusstsein steht, so doch am wenigsten als Opernkomponist. Nur einen Beitrag schuf er 1928–31 zu dem Genre, das nach Puccinis Tod dringend neuer Stimmen bedurfte, und dieser Beitrag steht musikalisch Ferruccio Busoni fast näher als Puccini. Klanglich ausgesprochen eigen, ist 'La donna serpente' op. 50 wie Busonis (und Puccinis) 'Turandot' eine Adaption eines Märchenspiels von Carlo Gozzi; dass die römische Uraufführung Rom kein Erfolg war, ist weniger in der Musik als vielmehr in der politischen Situation zu suchen. Dass Casella in der Folge zwei Suiten mit symphonischen Fragmenten aus der Oper extrahierte, zeugt von seinem Realitätssinn mit Blick auf die damalige Aufführungssituation.

In Gianandrea Noseda, der schon im Rahmen seiner Chandos-Edition der Orchestermusik mit dem BBC Philharmonic diese beiden Suiten vorlegte, hat die Oper in dem vorliegenden Live-Mitschnitt aus dem Teatro Regio in Turin einen besonders berufenen Anwalt. Noseda lässt Casellas Orchestrierung strahlen, die Rhythmen funkeln, das Orchester, dem er seit 2007 als Chefdirigent vorsteht, führt er in eine neue Ära und hat es wieder zu einem der ersten Orchester in Italien gemacht. Hier wird nicht einfach ‚heruntermusiziert‘, die Musik ist spürbar inneres Bedürfnis aller Beteiligten.

Dichte Ensembleleistung

Das dreiaktige Werk mit Prolog ist reich an märchenhafter Handlung und dramatischen Zuspitzungen (Richard Wagner hat sich mit Gozzis Vorwurf in seinem Frühwerk 'Die Feen' auseinandergesetzt – Elemente aus diesem Frühwerk fanden auch Eingang etwa in den 'Lohengrin'), es fordert zahlreiche Solisten und hat einen anspruchsvollen Chorpart. Die Hauptlast der Handlung ruht auf den Sängern der Fee Miranda und ihres Gemahls, des sterblichen König Altidòr. Carmelo Remigio ist eine darstellerisch wie gesanglich überzeugende Miranda, die das Übernatürliche wie das Kreatürlich-Liebende gleichermaßen zu transportieren weiß, ohne eine Medea-Kopie à la Callas zu kreieren (auch Miranda tötet vorgeblich ihre Kinder – eine der Prüfungen des Paares). Der Tenor Piero Pratti mag keine Stimme der ersten Reihe besitzen (ihm bietet sich auch keine Arie, in der er sie präsentieren könnte), doch verfügt er über ungepresste Spitzentöne, die der schwierigen Partie Glanz verleihen. Die zahlreichen Gegenüber dieser Hauptfiguren, teilweise mit mimischen ‚Spiegelfiguren‘, sorgen für eine unvergleichlich dichte Ensembleleistung, in der kleine Mankos kaum ins Gewicht fallen. Selbst der Chor, der nicht immer ganz präzise und harmonisch sicher ist (Chordirektion Claudio Fenoglio), beeinträchtigt den Gesamteffekt kaum.

Arturo Cirillo bietet in schlichter Ausstattung von Dario Gessati eine quietschbunte, alle Farben des Regenbogens (und noch viel mehr aufbietende) Produktion (Kostüme: Gianluca Falaschi, Licht: Giuseppe Calabrò), die sich nie in Mätzchen verliert, sondern in all ihrem Reichtum stets dem Ganzen dient. Die Bildregie (Ariella Beddini) weiß die reiche visuelle Komponente der Inszenierung (Choreografie: Riccardo Olivier) auch auf der DVD zu transportieren, so dass auch die orchestralen Zwischenspiele nie zu ‚Umbaupausen‘ geraten. Dass die Menüführung der DVD und das Booklet wie bei Naxos insgesamt üblich nur ‚basic‘ geraten, beeinträchtigt das Gesamterlebnis der beeindruckenden Produktion nicht.

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 
Booklet:
Features:
Regie:







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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    Casella, Alfredo: La Donna Serpente: Teatro Regio Torino, Gianandrea Noseda

Label:
Anzahl Medien:
Naxos
1
Medium:
EAN:

DVD
747313563159


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Casella, Alfredo


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Naxos

Als der Unternehmer Klaus Heymann 1982 für seine Frau, die Geigerin Takako Nishizaki in Hongkong das Plattenlabel Marco Polo gründete, war dies der Beginn einer beispiellosen Erfolgsgeschichte. Fünf Jahre später rief Heymann das Label NAXOS ins Leben, das in der Klassikwelt längst zur festen Größe geworden ist und es bis heute versteht, hohe Qualität zu günstigen Preisen anzubieten. Der einzigartige und sich ständig erweiternde Katalog des Labels umfasst mittlerweile über 8.000 CDs mit mehr als 130.000 Titeln - von Kostbarkeiten der Alten Musik über sämtliche berühmten "Klassiker" bis hin zu Schlüsselwerken des 21. Jahrhunderts. Dabei wird der Klassik-Neuling ebenso fündig wie der Klassikliebhaber oder -sammler. International bekannte Künstler wie das Kodály Quartet, die Geigerin Tianwa Yang, der Pianist Eldar Nebolsin und die Dirigenten Marin Alsop, Antoni Wit, Leonard Slatkin und Jun Märkl werden von NAXOS betreut. Darüber hinaus setzt NAXOS modernste Aufnahmetechniken ein, um höchste Klangqualität bei seinen Produktionen zu erreichen und ist Vorreiter in der Produktion von hochauflösenden Blu-ray Audios - Grund genug für das renommierte britische Fachmagazin "Gramophone", NAXOS zum "Label of the Year" 2005 zu küren. Auch im digitalen Bereich nimmt NAXOS eine Vorreiterrolle ein: Bereits seit 2004 bietet das Label mit der NAXOS MUSIC LIBRARY ein eigenes Streamingportal mit inzwischen über 1 Million Titel an und unterhält mit ClassicsOnline zudem einen eigenen Download-Shop.


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