> > > French Music for Ballet: Estonian National Symphony Orchestra, Neeme Järvi
Mittwoch, 23. September 2020

French Music for Ballet - Estonian National Symphony Orchestra, Neeme Järvi

Französische Ballettmusik mal drei


Label/Verlag: Chandos
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Neeme Järvi macht mit dem Staatlichen Sinfonieorchester Estland einen unterhaltsamen musikalischen Ausflug in die französische Tanzgeschichte.

Neeme Järvi ist ein vielseitig interessierter Dirigent mit einer fast unüberschaubaren Diskographie, die alle Gattungen klassischer Musik, auch jenseits des üblichen Repertoires, umfasst. Auf wenig ausgetretenen Pfaden wandelt er auch bei seinem aktuellen Programm. Mit dem Staatlichen Sinfonieorchester Estland hat er drei Ballettmusiken eingespielt: zwei Einakter, die kurz nach dem zweiten Weltkrieg entstanden, und ein spätromantisches Operndivertissement. Das Album beginnt mit 'Les Forains' von Henri Sauguet (1901–1989) aus dem Jahr 1945. Das Stück ist Erik Satie gewidmet, dessen Zirkusballett 'Parade' als Vorbild diente. Die Jahrmarktsgaukler des Titels geben auf einem Marktplatz eine Vorstellung und ziehen am Ende wegen der geringen Einnahme enttäuscht weiter. Sauguet griff die neoklassizistischen und vergnüglichen musikalischen Strömungen der ihm nahestehenden Komponistengruppe Groupe de Six auf und schrieb für 'Les Forains' eine im besten Sinne unterhaltsame Musik. In nur einer halben Stunde entsteht vor dem inneren Auge eine ganze Kirmeswelt mit Marsch, Parade, Galopp und ohrwurmträchtigem Walzer.

Reizvolle Farben

 

Die Choreographie zu 'Les Forains' kreierte Roland Petit. Sie gab seiner Karriere einen Anschub und mündete in der Gründung der eigenen Truppe Ballets des Champs-Élysees. Für sie schuf er 1946 'Les Amours de Jupiter'. Komponiert wurde das Kurzballett von Jaques Ibert (1890–1962), einem weiteren französischen Meister der stilistischen Abwechslung, der in der Filmmusik ebenso zu Hause war wie im sinfonischen Neoklassizismus. 'Les Amours de Jupiter' führen ins antike Hellas, wo der griechische Götterkönig zahlreiche Frauen durch seine Liebesavancen in Aufruhr bringt. Sie inspirierten Ibert zu einer Partitur der reizvollen Farben und instrumentalen Finesse, versetzt mit jazzigen Elementen und schwüler Melodik. Zwischen den Einaktern kann man sich am orientalischen Flair der 10-minütigen Ballettsuite aus Jules Massenets Oper 'Hérodiade' delektieren. Stilistisch passend ist sie nicht, wirkt eher wie ein Lückenfüller.

Neeme Järvi dirigiert alle drei Ballette zupackend und mit energetischem Drive. Die Delikatesse und tänzerische Leichtigkeit, die beispielsweile Jaques Mercier beim Ibert-Werk in der Timpani-Aufnahme auszeichnet, ist seine Sache hingegen nicht. Das Staatliche Sinfonieorchester Estland lässt hinsichtlich Präzision und Brillanz keine Wünsche offen. Das klangtechnisch einwandfreie Album, das mit einem viersprachigen Booklet ausgestattet ist, bietet anregende musikalische Unterhaltung, die man auch gut nebenbei genießen kann.

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 
Booklet:





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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    French Music for Ballet: Estonian National Symphony Orchestra, Neeme Järvi

Label:
Anzahl Medien:
Chandos
1
Medium:
EAN:

CD
095115213223


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Ibert, Jacques
Massenet, Jules
Sauguet, Henri


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Chandos

Chandos Records was founded in 1979 by Brian Couzens and quickly established itself as one of the world's leading classical labels. Prior to forming the label, Brian Couzens, along with his son Ralph, worked for 8 years running a mobile recording unit recording for major labels (including RCA, Polydor, CFP, etc.) with many of the world's leading artists.
The company has championed rare and neglected repertoire, filling in many gaps in the record catalogues. Initially focussing on British composers (Alwyn, Bax, Bliss, Dyso, Moeran, Rubbra, Walton etc), it subsequently embraced a much wider field. Chandos' diverse catalogue contains over 2000 titles, from early music to contemporary, with composers from around the world. The company's aim is to present an exciting and varied selection of superbly recorded music to as many people as possible.
The following artists are strongly associated with, or exclusive to, the label: Richard Hickox, Matthias Bamert, I Fagiolini, Neeme Järvi, Louis Lortie, Jean-Efflam Bavouzet, Rumon Gamba, James Ehnes, Sir Charles Mackerras, David Parry, Valeri Polyansky, The Purcell Quartet, Gennady Rozhdestvensky, Howard Shelley, Simon Standage, Yan Pascal Tortelier, Vernon Handley, the BBC Philharmonic, BBC National Orchestra of Wales, the City of London Sinfonia and Collegium Muscium 90.
Chandos is universally acclaimed for the excellence of its sound quality and has always been at the forefront of technical innovation. In 1978, Chandos was one of the first to record in 16bit/44.1kHz PCM digital, as well as being one of the first to edit a digital recording completely in the digital domain (Holst: the Planet ? SNO/Gibson). In 1983, Chandos was one of the first to produce and release Compact Discs into the marketplace ? a revolution in the recorded music industry.
Today, Chandos has kept up with technology by recording mostly in 24bit/96kHz PCM but now also in DSD for producing ?surround sound? SACDs. Chandos releases at least five new recordings a month, together with imaginative re-issues of back-catlogue material.
The company has received countless awards, including several Gramophone Awards, notably the 2001 ?Record of the Year? for Richard Hickox?s recording of the original version of Vaughan Williams? A London Symphony; ?Best Choral Recording of 2003? for its recording of an undiscovered mass by Hummel and the ?Best Orchestral Recording? of 2004 for its set of Bax Symphonies. Other highlights include the American Grammy for Britten?s opera Peter Grimes, and most recently (2008), two further Grammy Awards, one for Hansel and Gretel and the other for Grechaninov?s Passion Week. Jean-Efflam Bavouzet?s debut on Chandos was also awarded Record of the Year by Monde de la Musique this year.
Chandos remains an independent, family run company which produces and markets its recordings from its office in Colchester, England, and is distributed worldwide.


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