> > > Taneyev, Sergei Ivanovic: Chamber Music with Piano: Piano Quartet op.20, Piano Trio op.22, Violin Sonatas, Piano Quintet op.30
Sonntag, 17. November 2019

Taneyev, Sergei Ivanovic: Chamber Music with Piano - Piano Quartet op.20, Piano Trio op.22, Violin Sonatas, Piano Quintet op.30

Kammermusik von Format


Label/Verlag: Brilliant classics
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Sergej Tanejew sollte man kennen. Brilliant Classics veröffentlicht auf drei CDs vier Kammermusikwerke des russischen Komponisten.

In die Kategorie ‚Muss man kennen‘ gehört ein Komponist, von dem viele noch nie gehört haben: Sergej Tanejew (1856–1915) war Schüler Tschaikowskijs und dessen Nachfolger als Professor am Moskauer Konservatorium, zu seinen Schülern gehören Aleksandr Skrjabin, Paul Juon und Sergej Rachmaninow. Doch Tanejew bewies nicht nur als Lehrer Format, sondern auch mit seinen eigenen Werken. Gut nachvollziehen kann man das mit drei neuen CDs, auf denen seine gesamte Kammermusik für Klavier und Streicher zu hören ist. Die Kammermusik spielte in der russischen Musikgeschichte bis zum 20. Jahrhundert nie eine besonders herausgehobene Rolle, doch um 1910 entstand Tanejews großes Klavierquintett op. 30 in g-moll, das man ebenfalls kennen muss. Der erste Satz dauert in der Neuaufnahme über 20 Minuten und ist zugegebenermaßen recht sperrig, doch dann kommen ein höchst originelles, brillant-spritziges Scherzo, ein wunderbar elegisches Largo und schließlich ein Finale, dass derart umwerfend monumental und expressiv ist wie kaum ein anderes Werk.

Die Aufnahme erscheint bei Brilliant Classics und wird gespielt von den fünf bislang unbekannten Italienern Daniela Cammarano, Alessandro Deljavan, Paolo Castellitto, Andrea Agostinelli und Daniele Orlando, über die im Beiheft leider rein gar nichts zu erfahren ist. Ihre Interpretation des Quintetts allerdings hält dem Vergleich mit anderen und auch noch sehr gelungenen Aufnahmen durchaus stand und überzeugt voll und ganz. Im Finale wird der Rahmen, da die Aufnahme enorm wuchtig klingt, fast gesprengt.

Nicht ganz so stark wie das Quintett ist Tanejews wenig zuvor komponiertes Klaviertrio op. 22 in D-Dur. Auch die Interpretation macht auf Anhieb einen etwas weniger positiven Eindruck, denn die Musiker spielen das eröffnende Allegro eher bedächtig, was am recht gemessenen Tempo sowie einer nicht ganz so knackigen Artikulation liegt. Im Finale stellt sich derselbe Eindruck ein, die beiden Mittelsätze hingegen sind großartig gelungen. Bald energisch, forsch und schroff, bald so extrem zart und leise, dass man bei manchen Einsätzen schon genau hinhören muss, ob die Musiker überhaupt spielen.

Unerhörte Wirkung

Auch im wiederum einige Jahre älteren Klavierquartett op. 20 in E-Dur fehlt dem ersten Satz, 'Allegro brillante', der letzte Schliff, er ist eher wuchtig als brillant gespielt. Dafür überzeugt die Interpretation des groß dimensionierten Finales dieses dreisätzigen Werkes. Auch hier ist das Tempo nicht zu rasch, doch das ermöglicht es den Musikern, die Artikulation um so deutlicher auszugestalten. Nicht verschweigen darf man bei diesem Quartett den wunderbaren langsamen Satz, dessen Thema am Ende eines mit allen kontrapunktisch Wassern gewaschenen Finales mit der Spielanweisung ‚serafico‘ und mit unerhörter Wirkung wiederkehrt.

Schließlich Tanejews Violinsonate in A-Dur, ein 1911 komponiertes Werk, das aber in weiten Teilen klingt, als wäre es 150 Jahre älter. Tanejew hat die Struktur sehr transparent gehalten und sich am klassischen oder gar barocken Stil orientiert. Daniela Cammarano und Alessandro Deljavan gelingt besonders das Menuett sehr gut, dem sie sich sehr liebevoll und zärtlich nähern. Das tun sie auch in den anderen Sätzen, im Adagio mit mehr, in den Ecksätzen hingegen mit weniger Erfolg: Die extreme Zurücknahme der Geige etwa wirkt hier doch übertrieben, und etwas mehr Schwung würde ihnen gut tun.

Insgesamt ist das Niveau der neuen Aufnahmen also schwankend. Einzelne Sätze sind großartig gespielt und stechen deutlich heraus, in anderen wirkt die Interpretation deutlich schwächer, allerdings auch nicht gänzlich misslungen. Akustisch ist die Aufnahme etwas zu hallig und nicht allzu transparent, das Beiheft informiert solide, aber nur auf englisch über die Werke, über die Interpreten leider gar nicht.

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 
Booklet:





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    Taneyev, Sergei Ivanovic: Chamber Music with Piano: Piano Quartet op.20, Piano Trio op.22, Violin Sonatas, Piano Quintet op.30

Label:
Anzahl Medien:
Veröffentlichung:
Brilliant classics
1
17.05.2019
Medium:
EAN:

CD
5028421957661


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Tanejew, Sergej


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Mit den Veröffentlichungen von komplettierten Gesamtwerks- Editionen und Zyklen berühmter Komponisten, hat sich das Label erfolgreich am Musikmarkt etabliert. Der Klassikmusikchef, Pieter van Winkel, ist Musikwissenschaftler und selbst Pianist. Mit seinem professionellen musikalischen Gespür für den Klassikmarkt, hat er in den letzten Jahren ein umfangreiches Klassikprogramm aufgebaut. Neben hochwertigen Lizenzprodukten fördert er mit Eigenproduktionen den musikalischen Nachwuchs und bietet renommierten Musikern eine ideale Plattform.


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