> > > Nielsen, Carl: Violin concerto op.33: Lisa Jacobs, Bremer Philharmoniker, Mikhail Agrest
Donnerstag, 24. September 2020

Nielsen, Carl: Violin concerto op.33 - Lisa Jacobs, Bremer Philharmoniker, Mikhail Agrest

Tonschönheit und Risiko


Label/Verlag: Challenge Classics
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Von den drei hier zu hörenden Werken für Violine und Orchester kann zwar nur das Konzert von Carl Nielsen überzeugen – dieses jedoch vollauf.

Beethoven und Brahms, Mendelssohn und Bruch – die Violinkonzerte dieser Herren liegen jeweils in einer riesigen Zahl von Einspielungen vor. Kaum denkbar, dass hier ein Interpret noch einen wirklich neuen Aspekt entdecken kann. So ist es zu begrüßen, dass die Geigerin Lisa Jacobs auf vorliegender CD auf diese sattsam bekannten Klassiker verzichtet und sich drei skandinavischen Komponisten zuwendet: Dem Dänen Carl Nielsen sowie den Norwegern Johan Halvorsen und Johan Svendsen. Nielsens (einziges) Violinkonzert ist dabei noch das bekannteste der drei Stücke, obwohl auch Svendsens Romanze lange Zeit fast ein Repertoire-Stück war; in den letzten Jahren ist sie jedoch etwas in Vergessenheit geraten. Halvorsens 'Andante religioso' ist ähnlich aufgebaut wie Svendsens Romanze, allerdings deutlich weniger bekannt. Jacobs wird in allen drei Werken von den Bremer Philharmonikern unter Mikhail Agrest begleitet.

Nielsens Konzert op. 33 zeigt schon durch seinen äußeren Aufbau Abweichungen von der Konvention, statt der üblichen drei Sätze gibt es zwei, die wiederum in sich unterteilt sind. Der erste Satz besteht aus einem einleitenden Präludium, dem ein 'Allegro cavalleresco' folgt; der zweite Satz verbindet ein Adagio mit dem abschließenden Rondo. Zwar hat das Orchester ein gewichtiges Wort mitzusprechen – wie es bei einem großen Symphoniker auch kaum anders sein kann –, aber grundsätzlich dominiert die Violine das Stück. Der Solopart ist extrem anspruchsvoll und vertrackt, fordert zudem ein ordentliches Maß an Ausdauer; die Violine ist im Laufe der gut 40 Minuten beinahe pausenlos beschäftigt.

Zahlreiche Facetten

Jacobs lässt von der einleitenden Kadenz an keine Zweifel an ihrem packenden Zugriff, der das Risiko nicht scheut und dem Werk technisch wie musikalisch vollauf gewachsen ist. Neben der technischen Souveränität überzeugt sie vor allem mit einer beeindruckenden dynamischen Gestaltungskraft, die zahlreiche Facetten vom leisesten Pianissimo bis zum herben, fast brutal wirkenden Fortissimo kennt. Nielsens seinem Grundton nach noch spätromantisches Konzert bekommt so ein überraschend modern wirkendes Klanggewand. Erheblichen Anteil daran haben auch die Bremer Philharmoniker, bei denen sich vor allem die Holzbläser auszeichnen können. Die von Agrest gewählten, durchgehend straffen Tempi tun dem Stück sehr gut. Gelungen ist zudem auch die Balance zwischen Solistin und Orchester.

Die beiden anderen, deutlich kürzeren Stücke mit dem mächtigen Violinkonzert zu vergleichen, ist vermutlich unfair; dennoch kommt man nicht um die Erkenntnis herum, dass da ein erhebliches Qualitätsgefälle erkennbar ist. Sowohl Halvorsens 'Andante religioso' als auch Svendsens Romanze wirken nach dem Nielsen-Konzert wie bessere Zugaben; insofern ist auch die Koppelung der drei Werke etwas unglücklich. Jacobs wird beiden Stücken vollauf gerecht, überzeugt mit Tonschönheit und einem leichten lyrischen Klang, doch wer zuvor die rasante, spektakuläre Interpretation des Nielsen-Konzertes gehört hat, wird hier ein Gähnen kaum unterdrücken können. Als angenehm klingende, zutiefst romantische Stücke haben beide dennoch ihren Charme. Es ist aber vor allem das Nielsen-Konzert, das diese Veröffentlichung empfehlenswert macht. Mit ihrer funkensprühenden Deutung stellt sich Jacobs in eine Reihe neben die bedeutendsten Interpreten dieses (zusammen mit dem Sibelius-Konzert) wohl besten skandinavischen Violinkonzertes.

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 
Booklet:





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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    Nielsen, Carl: Violin concerto op.33: Lisa Jacobs, Bremer Philharmoniker, Mikhail Agrest

Label:
Anzahl Medien:
Challenge Classics
1
Medium:
EAN:

CD
608917279924


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Halvorsen, Johan August
Nielsen, Carl August
Svendsen, Johan


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Challenge Classics

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Die Zusammenarbeit mit Künstlern wie Ton Koopman, dem Combattimento Amsterdam, dem Altenberg Trio Wien, Musica Antiqua Köln u.v.a., gibt CHALLENGE CLASSICS ein eindeutiges Profil.
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