> > > Späth, Andreas: Romantic Clarinet Chamber Music: Rita Meier, Karl-Andreas Kolly, Galatea Quartet
Samstag, 15. Juni 2019

Späth, Andreas: Romantic Clarinet Chamber Music - Rita Meier, Karl-Andreas Kolly, Galatea Quartet

Späth-Romantik


Label/Verlag: MDG
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Rita Karin Meier hat eine Platte mit wunderbarer Klarinettenmusik des völlig vergessenen Komponisten Andreas Späth vorgelegt.

Wie sollte man nicht mit diesem Wortspiel beginnen: ‚Späth-Romantik‘ ist auf einer neuen MDG-Platte zu hören, wenn auch nur dem Namen nach. Die hier aufgenommenen Klarinettenwerke von Andreas Späth (1790–1876) entstammen nämlich allesamt der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Seine Elegie op. 178 wirkt eher wie ein virtuoses Konzertstück mit leichten Ähnlichkeiten zum Stil Carl Maria von Webers, und tatsächlich hat Späth es wohl eigentlich als Werk für Orchester und Soloklarinette konzipiert. Explizit auf Weber bezieht sich Späth in seinen Variationen op. 133 für Klarinette und Streichquartett. Die Vorlage ist allerdings gänzlich unbekannt, das Thema stammt aus Webers Bühnenmusik zum Schauspiel 'Preciosa' von Pius A. Wolf, wie das ausgesprochen detaillierte Beiheft informiert.

Dafür hat Späth ein anderes sehr bekanntes Thema in seinen Mozart-Variationen verwendet, nämlich Cherubinos Arie 'Non so più cosa son, cosa faccio'. Die wird zunächst ganz gelassen, später virtuos verarbeitet. Ist hier das Klavier der Klarinette Partner, so setzt Späth in einem dritten Variationenwerk nochmals das Streichquartett ein. Diesmal ist das variierte Thema sein eigenes, und die Klarinette ist darin besonders virtuos behandelt. Außerdem verfügt das Werk aber auch über eine Adagio-Variation, in der sie wunderbar singen darf. Dieses Frühwerk von 1822 ist daher besonders eindrucksvoll.

Andreas Späth war selbst Klarinettist, und seine Werke für das Instrument stehen im Grunde etwa den bei Klarinettisten recht beliebten Fantasiestücken Gades nicht nach. Direkte Ähnlichkeiten zu diesen wesentlich später entstandenen Werken gibt es allerdings kaum, am ehesten noch in drei Nocturnes op. 175 oder drei 'Melodien' op. 196, wirklich hübschen, teils auch konzertant wirkenden Werken mit Klavierbegleitung. Der Begriff ‚Begleitung‘ trifft hier tatsächlich einmal zu, denn die Klavierstimme erhält keine große Eigenständigkeit und fordert somit den Pianisten Karl-Andreas Kolly nur wenig. In den Werken mit Streichquartett gilt Ähnliches für das begleitende Galatea Quartet.

Die Solistin Rita Karin Meier allerdings erweist sich mit dieser Platte als Virtuosin und verfügt außerdem über einen sehr angenehmem Ton, der voll und rund klingt. Sie tendiert allerdings dazu, das Staccato sehr weich zu spielen, und so wirkt die Musik manchmal etwas weniger frisch und knackig, als sie es wahrscheinlich könnte. Doch dafür ist ihr Vortrag von größter Natürlichkeit und Gelassenheit.

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 
Booklet:





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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    Späth, Andreas: Romantic Clarinet Chamber Music: Rita Meier, Karl-Andreas Kolly, Galatea Quartet

Label:
Anzahl Medien:
MDG
1
EAN:

760623211961


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MDG

Die klangrealistische Tonaufnahme

»Den beim Sprechen oder Musizieren entstehenden Schall festzuhalten, um ihn zu konservieren und beliebig reproduzieren zu können, ist eine Idee, die seit langem die Menschen beschäftigte. Waren zunächst eher magische Aspekte im Spiel, die die Phantasie beflügelten wie etwa bei Giovanni deila Porta, der 1598 den Schall in Bleiröhren auffangen wollte, so führte mit fortschreitender Entwicklung naturwissenschaftlichen Denkens ein verhältnismäßig gerader Weg zur Lösung...« (Riemann Musiklexikon)

Seit Beginn der elektrischen Schallaufzeichnung ist der Tonmeister als »Klangregisseur« bei der Aufnahme natürlich dem Komponisten und dem Interpreten, aber auch dem Hörer verpflichtet. Die Mittel zur Tonaufzeichnung sind hinlänglich bekannt. Die Kriterien für ihren Einsatz bestimmt das Ohr. Deshalb für den Hörer hier eine Beschreibung unserer Hörvorstellung.

Lifehaftigkeit

In der Gewißheit, daß der Konzertsaal im Wohnzimmer (leider) nicht realisierbar ist, konzentriert sich unser Bemühen darauf, die Illusion einer Wirklichkeit zu vermitteln. Die Musik soll im Hörraum so wiedererstehen, daß spontan der Eindruck der Unmittelbarkeit entsteht, das lebendige Klanggeschehen mit der ganzen Atmosphäre der »Lifehaftigkeit« erlebt wird. Da wir praktisch ausschließlich menschliche Stimmen und »klassische« Instrumente - auch sie haben ihren Ursprung im Nachahmen der Stimme - aufnehmen, konzentriert sich unsere Klangvorstellung auf natürliche Klangbalance und tonale Ausgeglichenheit im Ganzen, und instrumentenhafte Klangtreue im Einzelnen. Darüber hinaus natürliche, ungebremste Dynamik und genaueste Auflösung auch der feinsten Spannungsbögen. Weitestgehend bestimmend für die Illusion der Lifehaftigkeit ist auch die Ortbarkeit der Klangquellen im Raum: freistehend, dreidimensional, realistisch.

Musik entsteht im Raum

Um diesen »Klangrealismus« einzufangen, ist bei den Aufnahmen von MDG eine natürliche Akustik unbedingte Voraussetzung. Mehr noch, für jede Produktion wird speziell in Hinblick auf die Besetzung und den Kompositionsstil der passende Aufnahmeraum ausgesucht. Anschließend wird »vor Ort« die optimale Plazierung der Musiker und Instrumente im Raum erarbeitet. Dieser ideale »Spielplatz« ermöglicht nun nicht nur die akustisch beste Aufnahme, sondern inspiriert durch seine Rückwirkung die Musiker zu einer lebendigen, anregenden Musizierlust und spannender Interpretation. Können Sie sich die Antwort des Musikers vorstellen auf die Frage, ob er lieber in einem trockenen Studio oder in einem Konzertsaal spielt?

Die Aufnahme

Ist der ideale Raum vorhanden, entscheidet sich der gute Ton an den Mikrofonen - verschiedene Typen mit speziellen klanglichen Eigenheiten stehen zur Auswahl und wollen mit dem Klang der Instrumente im Raum in Harmonie gebracht werden. Ebenso wichtig für eine natürliche Abbildung ist die Anordnung der Mikrofone, damit etwa die richtigen Nuancen in der solistischen Darstellung oder die Kompensation von Verdeckungseffekten realisierbar werden. Das puristische Ideal »nur zwei Mikrofone« kann selten den komplexen Anforderungen einer Aufnahme mit mehreren Instrumenten gerecht werden. Aber egal wie viele Mikrofone verwendet werden: Stellt sich ein natürlicher Klangeindruck ein, ist die Frage nach dem Zustandekommen des »Lifehaftigen« zweitrangig. Entscheidend ist, es klingt so, als wären nur zwei Mikrofone im Spiel.

Ohne irgendwelche »Verschlimmbesserer« wie Filter, Limiter, Equalizer, künstlichen Hall etc. zu benutzen, sammeln wir die Mikro-Wellen übertragerlos in einem puristischen Mischpult und geben das mit elektrostatischem Kopfhörer kontrollierte Stereosignal linear und unbegrenzt an den AD-Wandler und zum digitalen Speicher weiter. Dadurch bleiben auch die feinsten Einschwingvorgänge erhalten. Auf der digitalen Ebene wird dann ohne klangmanipulierende Eingriffe mit dem eigenen Editor in unserem Hause das Band zur Herstellung der Compact Disc für den Hörer erstellt, für Ihr hoffentlich großes Hörvergnügen.


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