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Dienstag, 2. März 2021

Bach, Johann Sebastian: English Suites - Masaaki Suzuki, Cembalo

Suzuki am Cembalo


Label/Verlag: BIS Records
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Die Platte ist ein schönes Zeugnis stupenden Cembalovermögens – bei Bach wie bei seinem Interpreten Masaaki Suzuki.

Masaaki Suzuki, Gründer und Leiter des Bach Collegium Japan, hat seine Wurzeln als Organist und Cembalist nie gekappt oder verleugnet: Auch während seiner Jahrzehnte währenden Aufnahmetätigkeit für die Gesamteinspielung des Bachschen Kantatenwerks hat er immer wieder einzelne Alben veröffentlicht und ist jetzt, nach Abschluss des großen Werks, wieder freier, in diese Richtung fortzufahren. Seine Diskografie allein bei Bach ist nicht klein und umfasst unter anderem beide Bücher des 'Wohltemperierten Klaviers', dazu die 'Goldberg-Variationen‘ oder die sechs Partiten BWV 825 bis 830. Jetzt liegt bei BIS eine Doppel-CD mit den 'Englischen Suiten' BWV 806 bis 811 vor.

Dieser Werkkorpus erscheint dem Hörer der Gegenwart in einer Geschlossenheit, die es tatsächlich nicht gibt: Die erste der Suiten ist wohl früher entstanden als die anderen, allesamt sind lediglich in diversen Abschriften erhalten. Die sind gleichwohl verlässlich und zeigen in verschiedenen zeitlichen Schichten, wie Bach offenbar an der Vervollkommnung der Suiten arbeitete, nachdem sie in der Welt waren. Nach dem eindeutig französischen Hauch der ersten Suite manifestiert sich in den folgenden Werken viel stärker eine eminente Virtuosität auf der Basis kontrapunktischer Komplexität – all das versehen mit italienisch anmutenden Elementen. Komplexe Pianistik erfordert das, strukturgewaltig ist es; im Vergleich mit anderen Cembalowerken Bachs auch weniger gesanglich inspiriert. Die beschließende Gigue der sechsten Suite steht sinnbildlich für die überbordende Komplexität, die die Musik harmonisch, linear und mit Blick auf affektive Klarheit immer wieder geradezu aus der Kurve zu tragen droht.

Erstklassige Interpretation

Natürlich: Das ist, kompetent interpretiert, wunderbare, hochambitionierte Cembalomusik. Und Masaaki Suzuki unterstreicht deutlich, dass er sehr viel mehr als ein versierter Chor- und Orchesterleiter ist – ein veritabler Virtuose nämlich. Und ein Souverän, der technisch, stilistisch und in der versatilen Gestaltung der Satzcharaktere sehr deutlich in der ersten Reihe der Bach-Cembalisten der Gegenwart agiert. Die Tempi werden einerseits in klar disponierte Kontexte eingebettet, zugleich geht Suzuki in den einleitenden Préludes frei und atmend mit den Tempi um, lässt er auch andere Sätze von diesem hochmusikalischen Zugriff profitieren. Alle Satztypen werden differenziert gestaltet, Einheitszugriff gibt es nicht, der Suitencharakter wird kunstvoll expliziert. Die finalen Gigues werden verlässlich zu wahren Temperamentsausbrüchen. Und Masaaki Suzuki entlockt dem Cembalo artikulatorisch alles an Varianten, lässt auch die strukturell lastenden, kompositorisch denkbar voll beladenen Sätze zugänglich wirken.

Ein deutlicher Malus des ansonsten informativen und substanziell überzeugenden Booklets: Dem erklingenden Instrument ist nur eine dürre Zeile gewidmet. Der ist zu entnehmen, dass es eine von Willem Kroesbergen gefertigte Kopie eines vergrößerten Ruckers-Cembalos ist. Die Klangsphären wirken harmonisch gebaut und ergeben ein komplettes Bild – vom erfreulich gerundeten Diskant über eine strukturreiche Mittellage bis zum klangvoll-sehnigen Bass. Auch technisch ist der Befund bei dieser hybriden SACD erfreulich: Die klingende Vielfalt des Instruments wird glücklich aufgenommen, das Bild ist voller Plastizität und Spannkraft, wirkt konzentriert und zugleich reich an Farben. Die Platte ist ein schönes Zeugnis stupenden Cembalovermögens – bei Bach wie bei seinem Interpreten Suzuki.

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 
Booklet:





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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    Bach, Johann Sebastian: English Suites: Masaaki Suzuki, Cembalo

Label:
Anzahl Medien:
Veröffentlichung:
BIS Records
2
03.04.2019
Medium:
EAN:

CD SACD
7318599922812


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Bach, Johann Sebastian


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BIS Records

Most record labels begin with a need to fill a niche. When Robert von Bahr founded BIS in 1973, he seems to have found any number of musical niches to fill. The first year's releases included music from the renaissance, Telemann on period instruments, Birgit Nilsson singing Sibelius and works by 29 living composers - Ligeti and Britten as well as Rautavaara and Sallinen - next to Purcell, Mussorgsky and Richard Strauss. A musical chameleon was born, a label that meant different things to different - and usually passionate - devotees.


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