
Auber, Daniel-Francois-Esprit: La Sirène - Orchestre des Frivolités Parisiennes, David Reiland
Gekonnte leichte Muse
Label/Verlag: Naxos
Detailinformationen zum besprochenen Titel
Jeanne Crousaud als Sirene Zerlina bezaubert nicht nur die Männerwelt der Opéra, sondern auch den Hörer. Hier liegt eine leichte, eingängige und abwechslungsreich musizierte Einspielung einer nicht mehr allzu bekannten Opéra comique vor.
Die 1844 uraufgeführte Opéra comique 'La Sirène' von Daniel-François-Esprit Auber und Eugène Scribe war nahezu sofort ein großer Erfolg. In den ersten beiden Spielzeiten erlebte das Werk über hundert Vorstellungen allein an der Opéra Comique, es wurde außerhalb von Paris in Frankreich, aber auch in Deutschland nachgespielt, selbst Heinrich Heine war ein bekennender Fan.
In der Tat gibt es eine virtuose Hauptrolle mit stupenden Koloraturketten und Tirolienne, eingängige Finali, im Herzen der Oper und im letzten Akt zwei sich im Charakter unterscheidende Duette, diverse rhythmisch mitreißende Ensembles. Die Handlung ist schnell, ein wenig abstrus und erreicht ihren Höhepunkt mehrmals, indem Charaktere auftauchen, sich als jemand anderes entpuppen, sich schon von früher kennen und sich gegenseitig in die Pfanne hauen wollen. Alles gipfelt darin, dass die Schmugglerbande, von der die Sirene Zerlina der Lockvogel ist, behauptet, für eine Oper zu proben, um ihrem Hauptmann, Zerlinas Bruder, zur Flucht zu verhelfen.
Perfekter Nährboden
In der vorliegenden Liveaufnahme vom Januar 2018 unter der Leitung von David Reiland brechen sich der quirlige Höreindruck der Opéra comique, die Spielfreude und das Tempo Bahn. Das kleine Orchester, welches von Auber beispielsweise in der Ouvertüre in ungewöhnlichen Klangfarben gesetzt ist, trifft den Spielcharakter so genau, verschafft den Sängern einen perfekten Nährboden, um ihre Figuren in allen Facetten zu entfalten. Das Orchestre des Frivolités Parisiennes ist gegründet, um der ‚leichten‘ französischen Oper zu ihrem Recht zu verhelfen, ist also ein Spezialistenorchester. Und was hier im Klang angelegt ist, wird in der Besetzung und den Stimmen der Sänger fortgeführt.
Jeanne Crousaud als Zerlina (Sirène) bezaubert zum einen mit blitzenden Koloraturketten – ihre Tirolienne im 3. Akt gehört sicherlich zu den absoluten Höhepunkten der Aufnahme – , warmen Klangfarben auch in den oberen Registern, aber zum anderen auch mit einer deutlichen Aussprache und einer Technik, die eindeutig Gewicht auf den Ausdruck und nicht nur auf den Schönklang legt. Mit Xavier Flabat als Scopetto und Jean-Noël Teyssier als Liebhaber Scipion sind zwei junge Tenöre besetzt, die beide den geforderten leichten Ton beherrschen, die sich in ihrem stimmlichen und darstellerischen Charakter jedoch wunderbar unterscheiden. Jean-Fernand Setti als Duc de Popoli, Benjamin Mayenobe als Impressario Bolbaya, Jacques Calatayud als Pecchione und Pierre de Bucy als Sprecher des Grand-Juge vervollständigen das Ensemble. Selbst an der heimischen Stereoanlage lässt sich nachvollziehen, mit welchem Eifer die Sänger dabei sind. Das gilt auch für den Chor Les Métaboles. Nicht immer steht der Schönklang im Vordergrund, manchmal gibt es deutlich kehlige oder knödelige Stimmgebung, aber das beeinträchtigt nicht den positiven Eindruck, den diese Aufnahme hinterlässt.
Die Energie stimmt und vermittelt, wie aufführenswert das Werk ist. Einziges Manko dieser Ausgabe ist, dass das Booklet ausschließlich in englischer Sprache vorliegt. Damit und mit der knapp gefassten Inhaltsangabe ist es nicht lückenlos möglich, die Sänger dem Gehörten zuzuordnen. Doch dieses Versäumnis in der Ausgabe sollte den geneigten Käufer nicht davon abhalten, sich diese eingängige Opéra einzuverleiben.
Interpretation: Klangqualität: Repertoirewert: Booklet: |
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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:
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Auber, Daniel-Francois-Esprit: La Sirène: Orchestre des Frivolités Parisiennes, David Reiland |
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Label: Anzahl Medien: |
Naxos 1 |
Medium:
EAN: |
CD
730099043670 |
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Auber, Daniel Francois |
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