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Mittwoch, 29. Januar 2020

Reger Duo plays Yagling - Krzysztof Karpeta, Michal Rot

Herzliche Bemühung


Label/Verlag: DUX
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Victoria Yaglings Cellokammermusik ist eher etwas für passionierte Entdecker von unbekanntem Repertoire.

Reger Duo – das sind doch Hans-Georg Jaroslawski und Ulrich Urban? Ein bekanntes Duoensemble der 1970er- und 1980er-Jahre mit Leipziger Basis, das nach der Wende einen leider allzu schnellen Niedergang erlebte (und auch dessen Tonträgerproduktionen vom Markt verschwanden bzw. nicht mehr veröffentlicht wurden). Das neue Reger Duo, gegründet 2008 durch die beiden Polen Krzysztof Karpeta und Michał Rot, hat mit der historischen Konstellation eigentlich nur die Besetzung gemein – Cello und Klavier. Doch schon die programmatische Ausrichtung der beiden jungen Polen ist eine deutlich andere – besonderer Schwerpunkt soll unbekanntes Repertoire für die populäre Besetzung sein. (Ob das Ensemble je Reger gespielt hat, lässt sich leider weder aus dem Booklet noch aus seinen digitalen Spuren im Internet ablesen.)

Vornehmlich eklektisch

Zu Victoria Yagling (1946–2011) haben beide Musiker eine besondere Verbindung. Die Musikerin, die elf Jahre bei Mstislav Rostropovitch studierte und Kompositionsschülerin von Dmitri Kabalevsky war, profilierte sich vornehmlich als Cellistin, und so hat Krzysztof Karpeta seine Doktorarbeit über Yaglings Cellokammermusik geschrieben, die er zusammen mit Michał Rot mit großem Engagement darbietet. Dass Yaglings Musik dennoch vornehmlich eklektisch bleibt, man auch und selbst bei den späteren Werken wie der vierten Sonate für Cello und Klavier wenig echte Individualität findet (das energiereiche Finale vielleicht ausgenommen), vielmehr selbst die Musiker klangdarstellerisch etwas ratlos zurückzubleiben scheinen, deutet einerseits den besonderen Celloton Yaglings an, der dem Verständnis der Musik sicher zuträglich wäre, andererseits werden ihre Repertoirekenntnis wie auch ihre musikalischen Vorlieben offenbar (Debussy). Auch sonst ist Karpeta, etwa was schnelle Umspielungen und die exakte Intonation in Agitato-Passagen angeht, nicht immer technisch auf der höchsten Stufe – was dem Engagement der beiden Musiker aber keinen Abbruch tut. Die CD enthält die Sonaten 2 bis 4 aus den Jahren 1965, 1980 und 2002 sowie drei kürzere Stücke (Larghetto, Siciliana und Vocalise), die gar einen ‚populistisch-retrospektiven‘ Stil Yaglings belegen. Das Larghetto hätte auch 1915 geschrieben sein können. Jazz-Anklänge in den Sonaten sind eher gewollte ‚Extra-Farben‘ als genuine Implementierung zusätzlicher Stimmungen.

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 
Booklet:





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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    Reger Duo plays Yagling: Krzysztof Karpeta, Michal Rot

Label:
Anzahl Medien:
DUX
1
Medium:
EAN:

CD
5902547015286


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DUX

Das polnische Label DUX wurde 1992 von Malgorzata Polanska und Lech Tolwinski, beides Absolventen der Toningenieur-Fakultät der Frédéric Chopin Musikakademie in Warschau, gegründet. Hauptanliegen war die Produktion von Aufnahmen mit klassischer Musik, wobei man von Anfang an höchste Ansprüche an künstlerische und technische Standards stellte.Viele Aufnahmen von Dux erlangten sowohl in Polen als auch im Ausland breites Interesse bei Publikum und Kritik, die sich in zahlreichen Preisen und Auszeichnungen widerspiegelt.

Ein Schwerpunkt des Labels ist natürlich das reiche musikalische Erbe Polens, das weitaus mehr umfasst als Chopin oder Penderecki. Im Katalog finden sich daher neben bekannteren Namen wie Wieniawski, Szymanowski oder Lutoslawski auch zahlreiche hierzulande bislang weniger bekannte oder völlig unbekannte Komponisten von der Renaissance bis zur Gegenwart, wie Ignaz Jan Paderewski, der Klaviervirtuose und spätere Premier- und Außenminister der Zweiten Polnischen Republik oder Stanislaw Moniuszko, ein Zeitgenosse Verdis und Schöpfer der polnischen Nationaloper. Aber auch zahlreiche polnische Künstler, Ensembles und Orchester gilt es bei DUX zu entdecken, darunter international renommierte Namen wie beispielsweise die gefeierte Altistin Ewa Podles.


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