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Freitag, 20. Mai 2022

Pictures - Nikola Djoric

Imaginieren per Akkordeon


Label/Verlag: Berlin Classics
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Auf eine ungewohnte Klangreise geht es mit Nikola Djoric, der originale Klavierpartituren von Mussorgsky und Tschaikowsky auf seinem Knopfakkordeon spielt. Kopf-Arbeit für konzentrierte Hörer.

Zieht man diese Vorjahresveröffentlichung als Klavier-Enthusiast aus dem Archiv, steht das Interesse am Vergleich der Klangbilder und überhaupt der Umsetzbarkeit des gerade bei Mussorgsky nicht einfachen Klavierparts im Vordergrund. Ungeachtet der für den Rezensenten nicht wirklich einschätzbarer spieltechnischer Anforderungen wird Djorics stupende Fingerfertigkeit am Knopfakkordeon in den raschen Impressionen deutlich. Ebenso besitzt der Serbe das richtige Gespür für instrumentengerecht ‚atmende‘ Phrasierungen und Tempi und koloriert die vorgestellte Bilderfolge mit den 22 Klangregistern und kontrastiver Dynamik treffend aus. Das ist besonders spannend, wenn man einerseits Maurice Ravels Orchestrierung und andererseits die ursprüngliche Klavierfassung im Ohr imaginiert: Zwar besitzt das Akkordeon wie das Klavier eine dennoch eher monochrone Grundfärbung, aber wie dieses auch sehr spezifische Reize.

Sensibel-leises Spiel ist Djorics schönste Qualität. Im Finale des 'Heldentors von Kiew' hingegen, wo am Klavier die Pranke ausgepackt werden kann, fehlt dem Instrument wirkliche Klangwucht, und das Tempo bleibt hier durchgehend sehr zurückhaltend: Der finale Jubel zündet hier leider nicht, so schön auch die Promenade war...

Wie die intimeren der Bilder Mussorgskys sind Tschaikowskys kleine bis kleinste, viel einfacher gesetzte Stücke aus dem 'Kinderalbum' Djorics sicheres Revier: Das durchgehend Liedhafte, auch Spielerisch-Tänzerische in 'Die neue Puppe' oder die Hexe Baba Jaga, die auch hier erscheint, erschließt sich dem Akkordeon ideal, sehr stimmungsvoll kommen gerade auch die eingängigen, wunderbar ausphrasierten "süßen Träume" daher. Eine auch klangtechnisch ausgezeichnete CD nicht nur für andere AkkordeonistInnen, sondern auch für besinnlich-konzentriertes Hören in stillen Stunden.


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    Pictures: Nikola Djoric

Label:
Anzahl Medien:
Berlin Classics
1
Medium:
EAN:
CD
885470011936

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Mussorgsky, Modest
Tschaikowsky, Peter


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Berlin Classics

Berlin Classics (BC) ist das Klassik-Label der Edel Germany GmbH. Es ist das Forum für zahlreiche bedeutende historische Aufnahmen, wichtige Beiträge der musikalischen Zentren Leipzig, Dresden und Berlin sowie maßgebliche Neuproduktionen mit etablierten und aufstrebenden jungen Klassik-Künstlern. Dazu zählen etablierte Stars, wie z.B. die Klarinettistin Sharon Kam, die Pianisten Ragna Schirmer, Sebastian Knauer, Matthias Kirschnereit, Anna Gourari und Lars Vogt, die Sopranistin Christiane Karg oder auch die Ensembles Concerto Köln, Pera Ensemble, sowie der Dresdner Kreuzchor und das Vocal Concert Dresden. Mehrfach wurden Produktionen mit einem Echo-Preis ausgezeichnet. Im Katalog von Berlin Classics befinden sich Aufnahmen mit Kurt Masur, Herbert Blomstedt, Kurt Sanderling, Franz Konwitschny, Hermann Abendroth, Günther Ramin, Peter Schreier, Ludwig Güttler, Dietrich Fischer-Dieskau, die Staatskapellen Dresden und Berlin, das Gewandhausorchester Leipzig, die Dresdner Philharmonie, die Rundfunkchöre Leipzig und Berlin, der Dresdner Kreuzchor und der Thomanerchor Leipzig. Sukzesssive wird dieses historische Repertoire für den interessierten Hörer auf CD wieder zugänglich gemacht, wobei die künstlerisch hochrangigen Analogaufnamen mit größter Sorgfalt unter Anwendung der Sonic Solutions NoNoise-Technik bearbeitet werden, um sie an digitalen Klangstandard anzugleichen.


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