> > > France Romance: Kotaro Fukuma, Klavier
Donnerstag, 28. Mai 2020

France Romance - Kotaro Fukuma, Klavier

Vive la France


Label/Verlag: Naxos
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Kotaro Fukuma zeichnet ein aufgewecktes Bild vom pianistischen Frankreich ab dem ausgehenden 19. Jahrhundert.

'France Romance' lautet der Titel des neuen Albums, das der japanische Pianist Kotaro Fukuma beim Label Naxos eingespielt hat. Bekanntes und abseitiges Repertoire, ein abwechslungsreicher Querschnitt durch die französische Klavierliteratur ab dem ausgehenden 19. Jahrhundert ist darauf zu finden. Nicht fehlen dürfen dabei natürlich die alles überstrahlenden Namen Ravel und Debussy, in 'Rêverie' und 'La plus que lente' des Letzteren beweist er einen feinfühligen, wohl nicht zuletzt aufgrund seiner eigenen Studien in Paris gut geschulten Umgang mit der Ära des Impressionismus. Mit sorgsam dosiertem Pedalgebrauch ordnet er die Klangschichten gut durchhörbar an, die kontemplativen Stücke besitzen bei ihm einen ruhigen, in ihrer Phrasierung ebenmäßigen Atem. Gleiches gilt für Ravels 'Pavane pour une infante défunte', die in erhabener Getragenheit einherschreitet.

Besondere Version

Einer ganz besonderen Version begegnet man in 'La Valse'. Die Originalversion zu zwei Händen gefiel Fukuma nach eigenem, im Vorwort zum Begleittext abgedrucktem Bekunden nie so richtig. Also fertigte er sukzessiv erst eine verkürzte, dann eine komplett bearbeitete eigene Bearbeitung dieses Stücks an. Nicht nur zeigt er sich darin mit satztechnischen Aspekten bestens vertraut, auch sein Spiel transportiert die bunt kolorierte Hommage an den Wiener Walzer in all ihren Facetten von wilder Ausgelassenheit bis reflektierender Sentimentalität. Kleine Kostbarkeiten sind die 'Trois romances sans paroles' op. 17 von Gabriel Fauré sowie die Auszüge aus dessen '8 pièces brèves' op. 84, Fukuma holt sie verdienstvollerweise aus ihrem Schattendasein heraus und rückt sie in ein emotional ergreifendes Licht. Ebenso verfährt er mit einer Auswahl an Raritäten von Francis Poulenc ('Hommage à Edith Piaf' aus den '15 Improvisations' und 'Trois Novelettes' FP 47/FP 173).

Repertoire-Highlight

Weitere eigene Transkriptionen Fukumas finden sich in 'Je te veux' und 'Parlez-moi d‘amour', auch hier beherrscht er sein kompositorisches Können und das musikalische Sujet sicher. Ein Repertoire-Highlight sind die bis heute kaum bekannten sechs Arrangements von Trenet-Chansons des großen bulgarischen, leider viel zu stark in Vergessenheit geratenen Pianisten Alexis Weissenberg. Seine Bearbeitungen sind wertvolle, zu Herzen gehende Miniaturen. Bekannt gemacht hat von diesen vor allem das Stück 'En avril à Paris' der Kanadier Marc-André Hamelin, hinter dessen durch und durch vital sprudelnder Interpretation bleibt Fukuma allerdings weit zurück. Richtig überzeugend gelingt ihm lediglich das luftig schwebende 'Coin de rue', in den übrigen geht ihm leider die virtuose Lockerheit eines Hamelin ab, tatsächlich sind die liebenswerten Petitessen technisch um ein Vielfaches schwerer, als sie für den Hörer klingen. Alles in allem aber doch eine lohnende, repertoirebereichernde CD.

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 
Booklet:





Dieser Beitrag hat Ihnen gefallen? Empfehlen Sie ihn weiter!

Ihre Meinung? Kommentieren Sie diesen Artikel

Jetzt einloggen, um zu kommentieren.
Sind Sie bei klassik.com noch nicht als Nutzer angemeldet, können Sie sich hier registrieren.



Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



Cover vergrößern

    France Romance: Kotaro Fukuma, Klavier

Label:
Anzahl Medien:
Naxos
1
Medium:
EAN:

CD
730099141437


Cover vergössern

Naxos

Als der Unternehmer Klaus Heymann 1982 für seine Frau, die Geigerin Takako Nishizaki in Hongkong das Plattenlabel Marco Polo gründete, war dies der Beginn einer beispiellosen Erfolgsgeschichte. Fünf Jahre später rief Heymann das Label NAXOS ins Leben, das in der Klassikwelt längst zur festen Größe geworden ist und es bis heute versteht, hohe Qualität zu günstigen Preisen anzubieten. Der einzigartige und sich ständig erweiternde Katalog des Labels umfasst mittlerweile über 8.000 CDs mit mehr als 130.000 Titeln - von Kostbarkeiten der Alten Musik über sämtliche berühmten "Klassiker" bis hin zu Schlüsselwerken des 21. Jahrhunderts. Dabei wird der Klassik-Neuling ebenso fündig wie der Klassikliebhaber oder -sammler. International bekannte Künstler wie das Kodály Quartet, die Geigerin Tianwa Yang, der Pianist Eldar Nebolsin und die Dirigenten Marin Alsop, Antoni Wit, Leonard Slatkin und Jun Märkl werden von NAXOS betreut. Darüber hinaus setzt NAXOS modernste Aufnahmetechniken ein, um höchste Klangqualität bei seinen Produktionen zu erreichen und ist Vorreiter in der Produktion von hochauflösenden Blu-ray Audios - Grund genug für das renommierte britische Fachmagazin "Gramophone", NAXOS zum "Label of the Year" 2005 zu küren. Auch im digitalen Bereich nimmt NAXOS eine Vorreiterrolle ein: Bereits seit 2004 bietet das Label mit der NAXOS MUSIC LIBRARY ein eigenes Streamingportal mit inzwischen über 1 Million Titel an und unterhält mit ClassicsOnline zudem einen eigenen Download-Shop.


Mehr Info...


Cover vergössern
Jetzt kaufen bei...


Weitere Besprechungen zum Label/Verlag Naxos:

  • Zur Kritik... Quadratur des Kreises: Godowskys extrem hohe technische Hürden überspringt Konstantin Scherbakov in dieser zyklischen Folge nicht. Weiter...
    (Thomas Gehrig, )
  • Zur Kritik... Auf polyphonen Wolken: András Schiff brilliert mit Bachs 'Wohltemperiertem Klavier'. Weiter...
    (Thomas Gehrig, )
  • Zur Kritik... Ein Brahm'sches Auf und Ab : Das New Zealand String Quartet spielt gemeinsam mit Maria Lambos beide Streichquintette von Johannes Brahms ein und überzeugt dabei insbesondere durch eine akzentuierte Lesart beider Werke. Weiter...
    (Yvonne Rohling, )
blättern

Alle Kritiken von Naxos...

Weitere CD-Besprechungen von Thomas Gehrig:

  • Zur Kritik... Explosive Impulse: Das BRSO und Mariss Jansons erreichen mit dieser frühen Interpretation noch nicht ganz die Durchdringungstiefe späterer Bruckner-Aufnahmen. Weiter...
    (Thomas Gehrig, )
  • Zur Kritik... Quadratur des Kreises: Godowskys extrem hohe technische Hürden überspringt Konstantin Scherbakov in dieser zyklischen Folge nicht. Weiter...
    (Thomas Gehrig, )
  • Zur Kritik... Auf polyphonen Wolken: András Schiff brilliert mit Bachs 'Wohltemperiertem Klavier'. Weiter...
    (Thomas Gehrig, )
blättern

Alle Kritiken von Thomas Gehrig...

Weitere Kritiken interessanter Labels:

  • Zur Kritik... Spätromantische Musik neu entdeckt: Das Künstlerduo Ingolffsson-Stoupel gibt einen sehr gelungenen Einblick in das noch nicht so bekannte französische Repertoire aus der Zeit der Belle Epoque. Weiter...
    (Michaela Schabel, )
  • Zur Kritik... Brillante Cello-Konzerte des Übergangs: Im weitesten Sinne 'vorklassisch' sind diese vier Konzerte dreier deutscher Komponisten. Alexander Rudins durchgängig klangschöne, pulsierende Einspielungen vermitteln die unterschiedlichen Wege im stilistischen Wandel bis 1760. Weiter...
    (Dr. Hartmut Hein, )
  • Zur Kritik... Pulsbeschleuniger mit Gänsehautgarantie: Dieser Essener 'Freischütz' ist ein Tondokument zum Mitfiebern und zum Staunen, wie lebendig Musiktheater und wie aufregend diese altbekannte romantische Geisteroper sein kann. Weiter...
    (Benjamin Künzel, )
blättern

Alle CD-Kritiken...

Magazine zum Downloaden

NOTE 1 - Mitteilungen (4/2020) herunterladen (3000 KByte) Class aktuell (1/2020) herunterladen (4180 KByte)

Anzeige

Jetzt im klassik.com Radio

Ernst Toch: String Quartet No.13 op. 74 - Slow, dolcussimo con espressione

CD kaufen


Empfehlungen der Redaktion

Die Empfehlungen der klassik.com Redaktion...

Diese Einspielungen sollten in keiner Plattensammlung fehlen

weiter...


Portrait

Liv Migdal im Portrait "Man spielt mit den Ohren!"
Liv Migdal im Gespräch mit klassik.com.

weiter...
Alle Interviews...


Sponsored Links

Hinweis:

Mit Namen oder Initialen gekennzeichnete Beiträge geben die Meinung des Verfassers, nicht aber unbedingt die Meinung der Redaktion wieder.

Die Bewertung der klassik.com-Autoren:

Überragend
Sehr gut
Gut
Durchschnittlich
Unterdurchschnittlich