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Samstag, 25. Juni 2022

Arp Schnitger & The Hamburg Organ Tradition - Harald Vogel, Orgel

Harald Vogel brilliert auf einer Schnitger-Orgel.


Label/Verlag: MDG
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Arp Schnitger war der bedeutendste Orgelbauer seiner Zeit. Vogel stellt eine seiner Orgeln mit barockem Programm vor.

Dass Harald Vogel ein anerkannter Spezialist für die Orgelmusik des Barocks ist, bedarf keiner Diskussion. Er hat Entwicklungen angestoßen, nach denen diese Musik nicht nur authentischer wiedergegeben werden kann, sondern auch dem heutigen Hörer nähergebracht wird, als es Generationen vorher möglich war. Davon ist auch diese CD geprägt. Der Höhepunkt ist zweifelsohne Präludium ex C von Dieterich Buxtehude. Wann hätte der Stylus phantasticus wohl frischer, mutiger, lebendiger und authentischer geklungen! Hinzu kommt die im Laufe seiner Zeit immer größere Virtuosität des Organisten. Es wird schwerfallen, eine bessere Version als diese zu finden.

Schwerer haben es die Werke aus dem früheren Barock. Sie sind insgesamt trockener, weniger spektakulär und daher auch schwieriger darzustellen. Dass Vogel sich auch dieser Herausforderung erfolgreich stellt, versteht sich fast von selbst. Diese CD enthält zudem eine Vorführung der Arp-Schnitger-Orgel St. Jacobi Hamburg, auf der das Programm eingespielt wurde. Zunächst werden die 8‘-Register dargestellt, sodann die kurzbecherigen Zungenstimmen und die Trompeten und Posaunen. Damit ist die Reichhaltigkeit dieser Orgel noch lange nicht erfasst; bei nur gut 58 Minuten auf dieser CD hätte man sich noch weitere Register gewünscht. Ansonsten ist dies eine gelungene Vorstellung der von Jürgen Ahrend restaurierten Orgel. Die Aufnahmetechnik tut das Ihre zum Gelingen dieser CD.


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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    Arp Schnitger & The Hamburg Organ Tradition: Harald Vogel, Orgel

Label:
Anzahl Medien:
MDG
1
Medium:
EAN:
CD SACD
760623212562

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Buxtehude, Dietrich
Praetorius, Hieronymus
Praetorius, Jakob
Scheidemann, Heinrich
Weckmann, Matthias


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MDG

Die klangrealistische Tonaufnahme

»Den beim Sprechen oder Musizieren entstehenden Schall festzuhalten, um ihn zu konservieren und beliebig reproduzieren zu können, ist eine Idee, die seit langem die Menschen beschäftigte. Waren zunächst eher magische Aspekte im Spiel, die die Phantasie beflügelten wie etwa bei Giovanni deila Porta, der 1598 den Schall in Bleiröhren auffangen wollte, so führte mit fortschreitender Entwicklung naturwissenschaftlichen Denkens ein verhältnismäßig gerader Weg zur Lösung...« (Riemann Musiklexikon)

Seit Beginn der elektrischen Schallaufzeichnung ist der Tonmeister als »Klangregisseur« bei der Aufnahme natürlich dem Komponisten und dem Interpreten, aber auch dem Hörer verpflichtet. Die Mittel zur Tonaufzeichnung sind hinlänglich bekannt. Die Kriterien für ihren Einsatz bestimmt das Ohr. Deshalb für den Hörer hier eine Beschreibung unserer Hörvorstellung.

Lifehaftigkeit

In der Gewißheit, daß der Konzertsaal im Wohnzimmer (leider) nicht realisierbar ist, konzentriert sich unser Bemühen darauf, die Illusion einer Wirklichkeit zu vermitteln. Die Musik soll im Hörraum so wiedererstehen, daß spontan der Eindruck der Unmittelbarkeit entsteht, das lebendige Klanggeschehen mit der ganzen Atmosphäre der »Lifehaftigkeit« erlebt wird. Da wir praktisch ausschließlich menschliche Stimmen und »klassische« Instrumente - auch sie haben ihren Ursprung im Nachahmen der Stimme - aufnehmen, konzentriert sich unsere Klangvorstellung auf natürliche Klangbalance und tonale Ausgeglichenheit im Ganzen, und instrumentenhafte Klangtreue im Einzelnen. Darüber hinaus natürliche, ungebremste Dynamik und genaueste Auflösung auch der feinsten Spannungsbögen. Weitestgehend bestimmend für die Illusion der Lifehaftigkeit ist auch die Ortbarkeit der Klangquellen im Raum: freistehend, dreidimensional, realistisch.

Musik entsteht im Raum

Um diesen »Klangrealismus« einzufangen, ist bei den Aufnahmen von MDG eine natürliche Akustik unbedingte Voraussetzung. Mehr noch, für jede Produktion wird speziell in Hinblick auf die Besetzung und den Kompositionsstil der passende Aufnahmeraum ausgesucht. Anschließend wird »vor Ort« die optimale Plazierung der Musiker und Instrumente im Raum erarbeitet. Dieser ideale »Spielplatz« ermöglicht nun nicht nur die akustisch beste Aufnahme, sondern inspiriert durch seine Rückwirkung die Musiker zu einer lebendigen, anregenden Musizierlust und spannender Interpretation. Können Sie sich die Antwort des Musikers vorstellen auf die Frage, ob er lieber in einem trockenen Studio oder in einem Konzertsaal spielt?

Die Aufnahme

Ist der ideale Raum vorhanden, entscheidet sich der gute Ton an den Mikrofonen - verschiedene Typen mit speziellen klanglichen Eigenheiten stehen zur Auswahl und wollen mit dem Klang der Instrumente im Raum in Harmonie gebracht werden. Ebenso wichtig für eine natürliche Abbildung ist die Anordnung der Mikrofone, damit etwa die richtigen Nuancen in der solistischen Darstellung oder die Kompensation von Verdeckungseffekten realisierbar werden. Das puristische Ideal »nur zwei Mikrofone« kann selten den komplexen Anforderungen einer Aufnahme mit mehreren Instrumenten gerecht werden. Aber egal wie viele Mikrofone verwendet werden: Stellt sich ein natürlicher Klangeindruck ein, ist die Frage nach dem Zustandekommen des »Lifehaftigen« zweitrangig. Entscheidend ist, es klingt so, als wären nur zwei Mikrofone im Spiel.

Ohne irgendwelche »Verschlimmbesserer« wie Filter, Limiter, Equalizer, künstlichen Hall etc. zu benutzen, sammeln wir die Mikro-Wellen übertragerlos in einem puristischen Mischpult und geben das mit elektrostatischem Kopfhörer kontrollierte Stereosignal linear und unbegrenzt an den AD-Wandler und zum digitalen Speicher weiter. Dadurch bleiben auch die feinsten Einschwingvorgänge erhalten. Auf der digitalen Ebene wird dann ohne klangmanipulierende Eingriffe mit dem eigenen Editor in unserem Hause das Band zur Herstellung der Compact Disc für den Hörer erstellt, für Ihr hoffentlich großes Hörvergnügen.


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