> > > Bach, Johann Sebastian: Sonatas and Partitas for Solo Violin: Jaakko Kuusisto, Violine
Samstag, 20. Juli 2019

Bach, Johann Sebastian: Sonatas and Partitas for Solo Violin - Jaakko Kuusisto, Violine

Abstrakte Gebete


Label/Verlag: BIS Records
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Jaako Kuusisto spielt die Sonaten und Partiten von Johann Sebastian Bach so, als wären sie nicht von dieser Welt.

Aus der unüberschaubaren Anzahl an Einspielungen der Sonaten und Partiten für Violine solo BWV 1001-1006 Johann Sebastian Bachs hebt sich diese hier von Jaako Kuusisto zunächst vor allem dadurch ab, dass sie nicht nur in einer Kirche aufgenommen wurde, sondern auch auf einer hybriden SACD vorliegt. Wer die Aufnahme aus der schwedischen Österåker-Kirche also im Surround-Modus hört, fühlt sich wie in den Kirchenraum versetzt. So ist es der Tontechnik gelungen, einerseits den Klang der Gofriller-Geige von 1702 plastisch einzufangen – Kuusisto verwendet daneben einen Lamy-Bogen –, andererseits diesen aber in den klaren Kirchenhall einzubetten, ohne das eine dem anderen zu opfern. Glücklicherweise verteilt sich der Geigenklang gleichmäßig auf die Stereo- und den Center-Lautsprecher, ohne auf die räumliche Mitte verengt zu sein. Das birgt den Vorteil, dass durch den Nachhall die vertikale, d. h. akkordische Ebene der Sonaten und Partiten hervorgehoben wird, weil der gerade erst gespielte Ton stets mitklingt. Besonders die Doppelgriffe schillern so farbig weich. Es sorgt aber auch für den Eindruck eines permanenten klanglichen Schwebens, der diese Werke, zumindest auf dieser Aufnahme, klar im sakralen Bereich verortet. Kuusistos historisch informierte Bogenbehandlung und musikalische Gestaltung sorgen dabei für zusätzliche wendige Leichtigkeit. Und da die Kirchenakustik dazu neigt, den Instrumententon gleichsam noch reiner klingen zu lassen, ohne jegliche Nebengeräusche, die auf einen Instrumentenkörper hindeuten würden, wirken diese Sonaten und Partiten tatsächlich so, als würden sie im transzendentalen Raum erklingen. Dass der klangcharakteristische Unterschied zwischen einer Gavotte oder Bourée und einer Fuge somit vollkommen wegfällt, dürfte aber nicht erst in dieser Einspielung zu beobachten sein, und schmälert die Qualität der Interpretation nicht im Geringsten.

Vergeistigt

Tatsächlich ist dieser Aufnahme die lebenslange Auseinandersetzung des Interpreten mit den Werken in buchstäblich jedem Ton anzuhören. Kuusistos Vortrag ist so ausgereift differenziert, so maximal nuanciert, dass selbst in den emsig vorbeieilenden Tanzsätzen fast jeder Ton eine andere Betonung erfährt. Dass Kuusisto Vibrato an bestimmten Punkten nur ganz leicht als quasi dramaturgisch strukturierendes Element verwendet, bildet dabei nur eine Konstante in einer Interpretation, die so vergeistigt wirkt, dass sie das menschliche Element fast vollständig vergessen lässt. Hier liegt für den Rezensenten auch der einzige Kritikpunkt an dieser ansonsten wohl makellosen Sichtweise auf einen zeitlosen Werkzyklus. Denn vor allem in der berühmten 'Ciaconna' fehlt bei allem logischen Schwung und aller organischen Entfaltung die expressive Seite, der subjektive Gehalt, der die in sich geschlossene Welt der 'Ciaconna' mit Ausdruck erfüllen würde.

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 
Booklet:





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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    Bach, Johann Sebastian: Sonatas and Partitas for Solo Violin: Jaakko Kuusisto, Violine

Label:
Anzahl Medien:
Veröffentlichung:
BIS Records
2
06.02.2019
Medium:
EAN:

CD SACD
7318599921976


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Bach, Johann Sebastian


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BIS Records

Most record labels begin with a need to fill a niche. When Robert von Bahr founded BIS in 1973, he seems to have found any number of musical niches to fill. The first year's releases included music from the renaissance, Telemann on period instruments, Birgit Nilsson singing Sibelius and works by 29 living composers - Ligeti and Britten as well as Rautavaara and Sallinen - next to Purcell, Mussorgsky and Richard Strauss. A musical chameleon was born, a label that meant different things to different - and usually passionate - devotees.


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