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Donnerstag, 9. Juli 2020

Love Songs - The King's Singers

Liebeslieder


Label/Verlag: signum classics
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Die Liebe zu besingen oder sie so kunstfertig wie hier besungen zu hören – wer würde dessen je überdrüssig? Am Repertoirewert mag man mit Recht mäkeln. Schön ist diese Platte der King's Singers trotzdem.

Über Liebe zu singen war allen Zeiten vertraut; das ist es natürlich auch der Gegenwart, im weitesten Sinne. Das englische Vokalsextett The King‘s Singers, in wechselnden Besetzungen inzwischen seit mehr als 50 Jahren in vielen Stilen erfolgreich, hat unter dem schlichten Titel 'Love Songs' bei Signum Classics jetzt eine Platte vorgelegt, die sich diesem Repertoire widmet. Es ist manches aus dem American Songbook zu hören, dazu Traditionals verschiedener Länder, genauso Charles Trenet wie Paul Simon oder Randy Newman. Es ist dies allerdings kein neues Album, sondern ein ‚Liebes-Querschnitt‘ aus Platten, die zwischen 2008 und 2017 erschienen sind, teils mit beträchtlichem Erfolg. Wer also 'Simple Gifts' oder 'Swimming over London', wer 'The Great American Songbook', 'Postcards' oder das Album zum 50. Geburtstag der Formation unter dem Titel 'Gold' bereits kennt, kann hier nichts Neues entdecken. Also keine frischen Impulse, bestenfalls Repertoirepflege. Die älteren Stücke werden auch keinesfalls von der aktuellen Besetzung neu eingesungen.

Und so offenbart sich in diesem vordergründig ambitionslos zu nennenden Ansatz doch noch etwas, das von Interesse ist: Die Platte bietet den Vorzug, sehr verschiedene Besetzungen in der Sphäre leichter Liebes-Musik zu hören. In diesem knappen Jahrzehnt hat es einen beinahe kompletten personellen Austausch gegeben. Einzig der zweite Bariton Christopher Gabbitas ist auf allen Platten zu hören gewesen. Und auch er ist inzwischen, Ende 2018, aus dem Ensemble ausgeschieden. Insgesamt ist im Lauf der Zeit tendenziell ein Verlust an stimmlichem Charisma zu verzeichnen. So charaktervoll, wie die Stimme des Tenors Paul Phoenix gezeichnet hat, so leicht, wie sich der Altus von David Hurley über das Geflecht erhoben hat, so schwarz und füllig, wie Stephen Connollys Bass über Jahre grundiert hat – das findet man bei den Nachfolgern Julian Gregory, Patrick Dunachie und Jonathan Howard noch nicht in gleicher Weise. Doch gibt es auch Gegenbeispiele: So hat der Neuseeländer Christopher Bruerton seit 2012 als erster Bariton in Sachen Präsenz und Stimmschönheit eine im Vergleich zum späten Philip Lawson völlig neue Seite aufgeschlagen. Insgesamt muss man bestaunen, wie zuverlässig Wechsel auf hohem, gelegentlich höchstem Niveau gelingen und zu einer auch nach 50 Jahren beeindruckenden Kontinuität im Schaffen der Gruppe führen.

Unforcierte Klangschönheit

In der kunstfertig und effektvoll arrangierten Musik sind viel Legato und der schöne Bogen gefordert, dazu eine gewisse Leichtigkeit der Geste, vor allem unforcierte Klangschönheit. All das ist hier in reichem Maß zu hören: Das Ensemble wirkt geschmeidig, klangsinnlich, elegant und leicht. Das individuelle Potenzial überragt nicht das gemeinsame. Was unterstreicht, dass die King‘s Singers immer dann besonders sind, wenn sich alle Protagonisten uneitel zusammenfügen. Genau das scheint auch mit der runderneuerten Besetzung wieder zu gelingen: Mit Linien voller Süße und echtem Sentiment – in solistischer Besetzung diese Dichte zu erreichen, das ist schon hohe Kunst. Dazu wird vorzüglich intoniert, lebendig und bewegt, dennoch sehr harmonisch und wie an der Schnur gezogen korrekt. Klanglich ist das Ganze bei vier verschiedenen Platten und Aufnahmesituationen natürlich in Nuancen different, wirkt es dennoch durchgehend konzentriert, transparent und ist von edler Plastizität.

 

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 
Booklet:





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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    Love Songs: The King's Singers

Label:
Anzahl Medien:
signum classics
1
Medium:
EAN:

CD
635212056523


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signum classics

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