> > > Verdi, Giuseppe: Messa da requiem: Sächs. Staatsopernchor, Staatskapelle Dresden, Christian Thielemann
Donnerstag, 19. September 2019

Verdi, Giuseppe: Messa da requiem - Sächs. Staatsopernchor, Staatskapelle Dresden, Christian Thielemann

Vokal perfekt


Label/Verlag: Profil - Edition Günter Hänssler
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Christian Thielemann und die Staatskapelle Dresden führten im Jahr 2014 in einem Gedenkkonzert Verdis Requiem mit hervorragenden Solisten auf.

2014 hat Christian Thielemann im Konzert ‚Zum Gedenken an die Zerstörung Dresdens am 13. Februar 1945‘ Verdis 'Messa da Requiem' aufgeführt. Dieses Konzert wurde in der Semperoper live vom MDR aufgezeichnet und erschien nun beim Label Profil Hänssler. Kombiniert man Thielemann mit den Sängernamen Stoyanova, Prudenskaja, Castronovo und Zeppenfeld, ist eigentlich klar, welches Ergebnis zu erwarten ist. Und das bekommt der Hörer auch: nahezu perfekte Sänger, sozusagen Prototypen ihres Fachs, astreinen Orchester- und Chorklang, bombastisch, auftrumpfend und recht pathosgeladen musiziert.

Über die Beiträge im Booklet wird der Hörer über die Geschichte des Gedenkkonzertes umfassend informiert. Wer mit diesen Eindrücken im Hinterkopf den aus dem Nichts auftauchenden Beginn der 'Messa da Requiem' hört, dieses leise, völlig niedergeschlagene Gebet, das sich erst langsam steigert, in dem die Beteiligten per Musik erst nach und nach in der Lage sind zu buchstabieren, sich mitzuteilen, dem geht dieser extrem zurückgenommene Beginn unter die Haut. Der Hörer wird sehr gekonnt nicht nur in das Werk, sondern auch in eine bestimmte Situation hineinkatapultiert. Wenn dann das 'Dies irae' mit unbändiger Wucht losdröhnt, ist man umso dankbarer, dass es sich um einen Livemitschnitt handelt, der auch den Raumklang mitliefert. Dadurch kommt Nachhall hinzu, schwingt die Große Trommel auch im heimischen Wohnzimmer. Thielemann reizt die Extreme aus, nicht an allen Stellen, die man erwartet, beispielsweise im 'Lacrymosa' wäre durchaus noch mehr Ambivalenz in der Dynamik möglich, aber er nutzt diese Mittel doch kontinuierlich.

Schlüssig und fesselnd

 

Und wie sollte er auch nicht, wenn er solche Solisten zur Verfügung hat, die nahezu jedes Detail ohne hörbare Anstrengung gestalten können. Georg Zeppenfeld bringt seine sonore Bassstimme mit, ergibt sich jedoch nie dem eigenen Klang, sondern weiß diese Stimme differenziert einzusetzen. Tenor Charles Castronovo ist eher leicht besetzt für das Requiem, wodurch ihm beispielsweise mühelos ein sehr zartes 'Hostias' gelingt und er überhaupt diese Partie bis zum Ende aktiv gestalten kann, ohne mit seinen Kräften haushalten zu müssen. Dann die wunderbare Marina Prudenskaja, die 2014 mit ihrer warmen Mezzostimme und ihrem eigenen Timbre bezaubert, die Durchschlagskraft in allen Registern beweist und dabei immer eine warme Klangfarbe mit sich bringt. Und schließlich Sopranistin Krassimira Stoyanova, die im 'Libera me' eine Glanzleistung vollbringt, ihre Höhe im Pianissimo leuchten lässt und scheinbar Atem ohne Ende hat. Diesen beweist sie nicht durch das ganze Requiem, aber eben eindrucksvoll am Ende. Ein sehr besonderer Moment ist auch das 'Agnus Dei' mit dem bestens disponierten Sächsischen Staatsopernchor Dresden. Thielemann zelebriert mit der Staatskapelle Dresden die Partitur, setzt eher auf dynamische denn auf agogische Vielseitigkeit, aber seine Interpretation geht auf. Sie erscheint manchmal fast zu pathetisch und doch ist das Gesamtergebnis schlüssig und fesselnd.

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 
Booklet:





Dieser Beitrag hat Ihnen gefallen? Empfehlen Sie ihn weiter!

Ihre Meinung? Kommentieren Sie diesen Artikel

Jetzt einloggen, um zu kommentieren.
Sind Sie bei klassik.com noch nicht als Nutzer angemeldet, können Sie sich hier registrieren.



Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



Cover vergrößern

    Verdi, Giuseppe: Messa da requiem: Sächs. Staatsopernchor, Staatskapelle Dresden, Christian Thielemann

Label:
Anzahl Medien:
Profil - Edition Günter Hänssler
1
Medium:
EAN:

CD
881488160758


Cover vergössern

Verdi, Giuseppe


Cover vergössern

Profil - Edition Günter Hänssler

Profil - The fine art of classical music
EDITION GÜNTER HÄNSSLER - EIN LABEL MIT "PROFIL"
Bei der Gründung seiner "EDITION GÜNTER HÄNSSLER" und dem neuen Label "PROFIL" betrat Produzent Günter Hänssler, der ehemalige Chef des erfolgreichen Labels Hänssler Classics, mit einer ganz klaren Philosophie und Zielsetzung den Klassik-Markt:
"Nur ein Label mit einem klaren PROFIL, mit einem eindeutigen Wiedererkennungseffekt hat heute noch eine Chance auf dem heiß umkämpften CD-Markt - um die Liebhaber klassischer Musik heute mit einem Produkt zu überzeugen braucht man Originalität, Innovation und optimierte Vertriebswege."
Der Name PROFIL ist Programm. Günter Hänssler denkt in Serien. Nur groß angelegte Projekte haben heute noch eine Chance, sich nachhaltig auf dem Markt wiederzufinden. So entstanden international hoch gepriesene und mehrfach mit internationalen Preisen ausgezeichnete Editionen wie die EDITION STAATSKAPELLE DRESDEN oder die GÜNTER WAND EDITION.
Die Repertoire-Politik ist charakteristisch. Eine Auswahl erster internationaler Künstler finden sich im Programm von PROFIL ebenso wieder wie erfolgreiche Newcomer der Klassikszene, darunter das mehrfach preisgekrönte Klenke-Quartett, das in der Interpretation von Kammermusik in den letzten Jahren neue Maßstäbe setzen konnte.
Ergänzt wird das Repertoire durch ausgewählte, digital aufwendig restaurierte historische Aufnahmen, Interpretationen von legendärem Ruf in neuer, bisher nicht gekannter digitaler Klangqualität. Auf diese Weise schlägt PROFIL die Brücke von der Vergangenheit in die Gegenwart und versteht sich so auch als Bewahrer musikalischer Traditionen.
PROFIL: Ein Programm - eine Verpflichtung aus Tradition!


Mehr Info...


Cover vergössern
Jetzt kaufen bei...


Weitere Besprechungen zum Label/Verlag Profil - Edition Günter Hänssler:

  • Zur Kritik... Humanistisch gefärbt: Auch mit dem NDR Sinfonieorchester brauchte Klaus Tennstedt keine Mätzchen, um mit Beethoven zu überzeugen. Weiter...
    (Dr. Jürgen Schaarwächter, )
  • Zur Kritik... Pionierarbeit: Florian Uhlig setzt sein jetzt schon gelungenes und wichtiges Schumann-Projekt nahtlos fort. Weiter...
    (Thomas Gehrig, )
  • Zur Kritik... Les Rarissimes de Gina Bachauer: Die griechische Pianistin Gina Bachauer hätte eine vertiefte diskografische Erkundung verdient. Weiter...
    (Dr. Jürgen Schaarwächter, )
blättern

Alle Kritiken von Profil - Edition Günter Hänssler...

Weitere CD-Besprechungen von Silke Meier-Künzel:

  • Zur Kritik... Weite und Ruhe: Der junge isländische Tenor Benedikt Kristjánsson kombiniert auf seiner ersten Solo-CD isländische Volkslieder mit Liedern von Franz Schubert. Weiter...
    (Silke Meier-Künzel, )
  • Zur Kritik... Sensibles Vorspiel: Karim Shehata interpretiert 15 kurze Charakterstücke mit großer Sensibilität und schafft so ein abwechslungsreiches und in sich stimmiges Programm. Weiter...
    (Silke Meier-Künzel, )
  • Zur Kritik... Gekonnte leichte Muse: Jeanne Crousaud als Sirene Zerlina bezaubert nicht nur die Männerwelt der Opéra, sondern auch den Hörer. Hier liegt eine leichte, eingängige und abwechslungsreich musizierte Einspielung einer nicht mehr allzu bekannten Opéra comique vor. Weiter...
    (Silke Meier-Künzel, )
blättern

Alle Kritiken von Silke Meier-Künzel...

Weitere Kritiken interessanter Labels:

  • Zur Kritik... Neugier und Leidenschaft: 'An American Song Album' macht neugierig, beglückt in hohem Maß und gehört zu jenen CDs, die mehrmals im Jahr durchgehört werden sollten. Weiter...
    (Benjamin Künzel, )
  • Zur Kritik... Unter dem Regenbogen: Alfredo Casella sollte man als Opernkomponisten nicht unterschätzen – die vorliegende Turiner Produktion vom April 2016 unter Gianandrea Noseda ist weit mehr als eine Ehrenrettung. Weiter...
    (Dr. Jürgen Schaarwächter, )
  • Zur Kritik... Üppige Symphonik aus Frankreich: Das Philharmonische Orchester Freiburg unter Fabrice Bollon legt hier Magnards dritte und vierte Symphonie in lebhaften Aufnahmen vor. Weiter...
    (Jan Kampmeier, )
blättern

Alle CD-Kritiken...

Magazine zum Downloaden

NOTE 1 - Mitteilungen (8/2019) herunterladen (3670 KByte) Class aktuell (3/2019) herunterladen (8670 KByte)

Anzeige

Jetzt im klassik.com Radio

Peter Tschaikowsky: String Quartet No.2 op.22 in F major - Andante ma non tanto

CD kaufen


Empfehlungen der Redaktion

Die Empfehlungen der klassik.com Redaktion...

Diese Einspielungen sollten in keiner Plattensammlung fehlen

weiter...


Portrait

Christian Euler im Portrait "Melancholie ist die höchste Form des Cantabile"
Bratschist Christian Euler im Gespräch mit klassik.com über seine Lehrer, seine neueste SACD und seine künstlerische Partnerschaft zum Pianisten Paul Rivinius.

weiter...
Alle Interviews...


Sponsored Links

Hinweis:

Mit Namen oder Initialen gekennzeichnete Beiträge geben die Meinung des Verfassers, nicht aber unbedingt die Meinung der Redaktion wieder.

Die Bewertung der klassik.com-Autoren:

Überragend
Sehr gut
Gut
Durchschnittlich
Unterdurchschnittlich