> > > Loewe, Carl: Das Sühnopfer des neuen Bundes: Arcis-Vokalsolisten, Barockorchester L'Arpa Festante, Thomas Gropper
Sonntag, 18. August 2019

Loewe, Carl: Das Sühnopfer des neuen Bundes - Arcis-Vokalsolisten, Barockorchester L'Arpa Festante, Thomas Gropper

Innige Gabe


Label/Verlag: OehmsClassics
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Zum 150. Todestag ermöglicht diese Einspielung einen intimen Blick auf das Passionsoratorium des berühmten Balladenmeisters Carl Loewe.

2019 jährt sich zum 150. Male Carl Loewes Todestag – Anlass genug für den Carus-Verlag Stuttgart, eine Neuausgabe seines Passionsoratoriums 'Das Sühnopfer des neuen Bundes' (1847) im Druck vorzulegen, die bei der vorliegenden Einspielung aus München vom Oktober 2018 vorab Verwendung fand. Das Ergebnis ist eine sorgsam ausgearbeitet, gediegene Darbietung eines Werkes, das musikalisch einen Bogen von Bach-Chorälen bis zu Schumann-Harmonik spannt. Die biblischen Szenen werden unter Loewes Händen in starken Stimmungen lebendig, mit prägnanten Chören und starker vokaler Charakteristik; der instrumentale Apparat ist mit Streichern, Orgel und Pauken eher bescheiden, so dass sich insgesamt ein eher intimer Gesamteindruck ergibt.

Differenzierte Lesart

Die Arcis-Vocalisten München und das Barockorchester L‘Arpa festante unter der Leitung von Thomas Gropper bieten eine differenzierte Lesart. Kaum weniger hochkarätig die solistischen Beiträge – allen voran jene des Baritons Andreas Burkhart, der, gleich in welcher Funktion, mit vorbildlicher Textgestaltung und farbenreicher Gestaltung jedes seiner Soli mit Leben erfüllt. Etwas weniger Farben, aber umso mehr Stimme kann die Mezzosopranistin Ulrike Marlotta aufbieten. Die Sopranistin Monika Mauch, knabengleich und voll klarer Tiefe, Georg Poplutz und ein Oratorientenor mit reicher Erfahrung (der aber diesmal recht wenig zu tun hat) sind auf den Seiten von klassik.com schon vielfach zu Recht gepriesen worden.

Eine in sich schlüssige, sorgfältige, an rechten Momenten auch dramatisch sich steigernde Produktion haben wir hier. Und dennoch fehlt dem Rezensenten etwas. In den gemischten Chören scheint ihm die Zahl der Männerstimmen (oder das ‚Bassfundament‘) etwas zu wenig stark ausgeprägt oder bewusst zurückgehalten (denn in den Männerchorsätzen passt alles). Auch hätte man sich bei den Streichern stellenweise mehr Präsenz gewünscht, damit diese in den Chorsätzen noch stärker auch ihren eigenen charaktervollen Ton beisteuern können (der ganz anders geartete, 2006 auf Naxos erschienene Live-Mitschnitt, bei dem neben einem großen Chor nur ein Streichquartett bemüht wird, das aber dennoch von größerer Präsenz ist, gibt einen entsprechenden Eindruck). Vielleicht dürfen wir uns im Loewe-Jahr 2019 (oder darüber hinaus) noch auf weitere entsprechend spannende Neuveröffentlichungen freuen – neben diversen Oratorien oder einer der Opern zwei Sinfonien, zwei Klavierkonzerte, Klaviersonaten und vieles mehr.

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 
Booklet:





Dieser Beitrag hat Ihnen gefallen? Empfehlen Sie ihn weiter!

Ihre Meinung? Kommentieren Sie diesen Artikel

Jetzt einloggen, um zu kommentieren.
Sind Sie bei klassik.com noch nicht als Nutzer angemeldet, können Sie sich hier registrieren.



Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



Cover vergrößern

    Loewe, Carl: Das Sühnopfer des neuen Bundes: Arcis-Vokalsolisten, Barockorchester L'Arpa Festante, Thomas Gropper

Label:
Anzahl Medien:
Veröffentlichung:
OehmsClassics
2
08.03.2019
Medium:
EAN:

CD
4260330917065


Cover vergössern

Loewe, Carl


Cover vergössern

OehmsClassics

Ein erfülltes Leben ist ohne Musik kaum denkbar. Musik spiegelt unsere Wahrnehmung der Umwelt und die Realität heutiger wie vergangener Zeiten. Gute Musik ist immer neu, immer frisch, immer wieder entdeckenswert. Deshalb bin ich überzeugt: Es gibt nicht -die- eine, definitive, beste Interpretation der großen Werke der Musikgeschichte. Und genau das macht klassische Musik so spannend: Jede Musikergenerationen experimentiert, entdeckt neue Blickwinkel, setzt unterschiedliche Schwerpunkte - derselbe Notentext wird immer wieder von anderen Strömungen belebt.

Deshalb ist ein Musikstück, egal aus welchem Jahrhundert, auch immer Neue Musik. OehmsClassics hat es sich zur Aufgabe gemacht, am Entdecken der neuen Seiten der klassischen Musik mitzuwirken.

Unser Respekt vor den künstlerischen Leistungen der legendären Interpreten ist gewiss. Unser Ziel als junges CD-Label sehen wir jedoch darin, den interpretatorischen Stil der Gegenwart zu dokumentieren. Junge Künstler am Anfang einer internationalen Karriere und etablierte Künstler, die neue Blickwinkel in die Interpretationsgeschichte einbringen - sie unterstützen wir ganz besonders und geben ihnen ein Forum, um auf dem Tonträgermarkt präsent zu sein.

Sie, liebe Musikhörer, bekommen damit die Gelegenheit, heute die Musikaufführung zu Hause nachzuvollziehen, die Sie gestern erst im Konzertsaal oder Opernhaus gehört haben. Wir laden Sie ein, gemeinsam mit uns die neuen Seiten der klassischen Musik zu erleben!


Ihr
Dieter Oehms


Mehr Info...


Cover vergössern
Jetzt kaufen bei...
Titel bei JPC kaufen


Weitere Besprechungen zum Label/Verlag OehmsClassics:

  • Zur Kritik... Klingende Jahreszeiten: Dmitri Kitajenko gibt mit der Zagreber Philharmonie eine Lehrstunde in musikalischer Poesie. Weiter...
    (Karin Coper, )
  • Zur Kritik... Der Erde Lust und Leid: Die Anschaffung dieses Essener 'Hans Heiling' lohnt sich – allein schon, um das eigene Repertoire jenseits des Weber'schen 'Freischütz' zu erweitern und sich klar zu machen, dass mutige Oper auch abseits der einschlägigen Metropolen stattfindet. Weiter...
    (Benjamin Künzel, )
  • Zur Kritik... 'Gar oft hab ich's gehört!': Durch diese Frankfurter 'Lustige Witwe' fegt in vielerlei Hinsicht ein frischer Wind. Und das tut ungemein gut. Weiter...
    (Benjamin Künzel, )
blättern

Alle Kritiken von OehmsClassics...

Weitere CD-Besprechungen von Dr. Jürgen Schaarwächter:

  • Zur Kritik... Pianistisch durchleuchtet: Der Amerikaner Garrick Ohlsson bietet in seinem Falla-Programm etwas weniger Spanien als andere Interpreten. Weiter...
    (Dr. Jürgen Schaarwächter, )
  • Zur Kritik... Chinesische Erinnerungen: Zwei Violinkonzerte zeigen den Komponisten Tan Dun von ganz verschiedenen Seiten. Weiter...
    (Dr. Jürgen Schaarwächter, )
  • Zur Kritik... Grenzensprengend: Drei Musiker bieten Kammermusik in höchster harmonischer Vollkommenheit. Weiter...
    (Dr. Jürgen Schaarwächter, )
blättern

Alle Kritiken von Dr. Jürgen Schaarwächter...

Weitere Kritiken interessanter Labels:

  • Zur Kritik... Klare Diktion: Yu Mi Lee unternimmt auf ihrem Debüt-Album eine fesselnde Reise nach Russland. Weiter...
    (Thomas Gehrig, )
  • Zur Kritik... Pianistisch durchleuchtet: Der Amerikaner Garrick Ohlsson bietet in seinem Falla-Programm etwas weniger Spanien als andere Interpreten. Weiter...
    (Dr. Jürgen Schaarwächter, )
  • Zur Kritik... Zu verbindlich: Die Deutsche Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz unter der Leitung von Christoph-Mathias Mueller und die chinesische Geigerin Tianwa Yang widmen sich Wolfgang Rihms Werken für Violine und Orchester. Weiter...
    (Dr. Dennis Roth, )
blättern

Alle CD-Kritiken...

Magazine zum Downloaden

NOTE 1 - Mitteilungen (7/2019) herunterladen (2731 KByte) Class aktuell (2/2019) herunterladen (4851 KByte)

Anzeige

Jetzt im klassik.com Radio

Antonín Dvorák: String Quartet B 57 in E major op.80 - Finale. Allegro con brio

CD kaufen


Empfehlungen der Redaktion

Die Empfehlungen der klassik.com Redaktion...

Diese Einspielungen sollten in keiner Plattensammlung fehlen

weiter...


Portrait

 Folkwang Kammerorchester Essen im Portrait Mit Vollgas ins Haus des Teufels
Das Folkwang Kammerorchester Essen ? jung, energiegeladen, hochmusikalisch

weiter...
Alle Interviews...


Sponsored Links

Hinweis:

Mit Namen oder Initialen gekennzeichnete Beiträge geben die Meinung des Verfassers, nicht aber unbedingt die Meinung der Redaktion wieder.

Die Bewertung der klassik.com-Autoren:

Überragend
Sehr gut
Gut
Durchschnittlich
Unterdurchschnittlich