> > > Brahms, Johannes: Kammermusik mit Klarinette: Arek Arkadiusz, Apollon Quartett
Donnerstag, 6. August 2020

Brahms, Johannes: Kammermusik mit Klarinette - Arek Arkadiusz, Apollon Quartett

Interpretatorisches Ausloten von Kontrasten


Label/Verlag: DUX
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Die vielfach rezipierte Kammermusik von Johannes Brahms mit Klarinette lädt zu vielen Interpretationsmöglichkeiten ein. Auf der vorliegenden Einspielung wird der Fokus vornehmlich auf das Ausloten der Extreme gelegt.

Brahms’ Trio für Klarinette, Violoncello und Klavier op. 114 und das Quintett für Klarinette und Streichquartett op. 115 erschließen in den jeweils vier Sätzen ungeahnte Ausdrucksmöglichkeiten. Dieses Potenzial wird auf der aktuellen Aufnahme vor allem im Verweilen von Kontrasten sichtbar. Arkadiusz Adamski (Klarinette), Magdalena Wojciechowska (Klavier) und Marcin Zdunik (Violoncello) demonstrieren im Trio eine sehr fein ausgeprägte Dynamik, die vom wirklich minimalen Pianissimo bis zum scharfen, expressiven Fortissimo reicht. Ebenso werden im Quintett (Apollon Musagète Quartett mit Arkadiusz Adamski) die Kontraste in allen musikalischen Parametern ausgelotet und das Tempo wird zeitweise sehr überdehnt, um dann wieder schnell vorwärtszutreiben.

Manchenorts sind aufgrund dieser Kontraste auf der Einspielung sogar begleitende Interpretationsgeräusche des Instrumentalspiels zu vernehmen, aber für die Zuhörenden bleibt stets eine Spannung – nämlich welche Richtung die Interpreten fortwährend einschlagen. Das Aufwallen der Extreme ist einerseits etwas gewöhnungsbedürftig, aber andererseits wird dadurch das Potential von Brahms’ Kammermusik deutlich und diese CD bietet somit sicherlich einen interessanten Mehrwert.


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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    Brahms, Johannes: Kammermusik mit Klarinette: Arek Arkadiusz, Apollon Quartett

Label:
Anzahl Medien:
DUX
1
Medium:
EAN:
CD
5902547011400

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Brahms, Johannes


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DUX

Das polnische Label DUX wurde 1992 von Malgorzata Polanska und Lech Tolwinski, beides Absolventen der Toningenieur-Fakultät der Frédéric Chopin Musikakademie in Warschau, gegründet. Hauptanliegen war die Produktion von Aufnahmen mit klassischer Musik, wobei man von Anfang an höchste Ansprüche an künstlerische und technische Standards stellte.Viele Aufnahmen von Dux erlangten sowohl in Polen als auch im Ausland breites Interesse bei Publikum und Kritik, die sich in zahlreichen Preisen und Auszeichnungen widerspiegelt.

Ein Schwerpunkt des Labels ist natürlich das reiche musikalische Erbe Polens, das weitaus mehr umfasst als Chopin oder Penderecki. Im Katalog finden sich daher neben bekannteren Namen wie Wieniawski, Szymanowski oder Lutoslawski auch zahlreiche hierzulande bislang weniger bekannte oder völlig unbekannte Komponisten von der Renaissance bis zur Gegenwart, wie Ignaz Jan Paderewski, der Klaviervirtuose und spätere Premier- und Außenminister der Zweiten Polnischen Republik oder Stanislaw Moniuszko, ein Zeitgenosse Verdis und Schöpfer der polnischen Nationaloper. Aber auch zahlreiche polnische Künstler, Ensembles und Orchester gilt es bei DUX zu entdecken, darunter international renommierte Namen wie beispielsweise die gefeierte Altistin Ewa Podles.


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