> > > Joseph Haydn and his London Disciples: Rebecca Maurer, Fortepiano
Donnerstag, 23. Mai 2019

Joseph Haydn and his London Disciples - Rebecca Maurer, Fortepiano

Jenseits der Schülerschaft


Label/Verlag: Genuin
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Rebecca Maurer erkundet auf dem Fortepiano Werke von Komponisten, die Joseph Haydn einst inspiriert hat.

Joseph Haydns Besuche in London waren für ganze Generationen britischer Musiker einschneidend. Noch zum Bizentenarium 1932 schrieb die Londoner Musikpresse von der Bedeutung von Haydns Englandaufenthalten. Neben Konzerttätigkeit und gesellschaftlichen Verpflichtungen empfing Haydn auch einige wenige Schüler – doch die Zahl der hier vorgestellten Schüler dürfte bei weitem nicht den Einfluss spiegeln, den der Komponist auf seine dortigen Zeitgenossen ausübte. Wir wissen von vielen Musikern, dass sie sich durch Haydn inspiriert fühlten – ob in direkter oder ‚indirekter‘ Schülerschaft.

So weit erkundet die Pianistin Rebecca Maurer die Musikgeschichte. Im Gegenteil bezieht sie sich fast ausschließlich auf die Forschung einer Autorin zu Haydns Einfluss auf die britische Hausmusik. Bedenkt man, dass Stanley Sadie, dem Musikkenner als Herausgeber des New Grove Dictionary of Music and Musicians wohlbekannt, schon in den 1950er-Jahren zu weiteren Untersuchungen den Grundstein legte, ist das hier vorliegende Ergebnis bescheiden. Neben zwei einrahmenden Haydn-Sonaten der Jahre 1794/95 (warum nicht auch 1790?) bietet Maurer von Christian Ignatius Latrobe (1758–1836) nur den langsamen Satz aus der Sonate A-Dur op. 3/1 aus dem Jahr 1791, dafür von Thomas Haigh (1769–1808?) eine 'Fantasie über die Kaiserhymne' (1817), die Klavierbearbeitungen dreier Canzonetten (1796) sowie die Haydn gewidmete zweisätzige Sonate B-Dur op. 10/2 (1796). Und es sind die Werken der Haydn-Schüler, in denen Maurer sich offenkundig am inspiriertesten fühlt (natürlich ist der Tonträgermarkt der Haydn-Klaviersonaten, auch auf historischen Instrumenten, bereits reich bestückt). In Haighs Fantasie hört man weniger Haydn als vielmehr auch Beethoven und damit einen Stil, der Haydn unmittelbar kaum mehr verbunden ist. Da überzeugt seine Sonate auch durch die Formgestalt (Sonatenhauptsatz + Rondo über ein bekanntes Lied) in Sachen Schülerschaft weit mehr; die durchaus ambitionierte Einrichtung der drei Canzonetten in Rondoform ist charmant, aber auch ein typisches Vermarktungsmittel, um von der Popularität Haydns zu profitieren. Von Latrobe hätte man gern mehr gehört, auch weil der vorgestellte Sonatensatz von großem Ernst und tiefer Empfindung getragen ist.

Vielleicht am betrüblichsten sind die Bookleteinlassungen der Pianistin, die ganz den Forschungsergebnissen anderer vertraut und sich dadurch selbst als historisch eher ‚fremdinformiert‘ erweist. Wünschen wir ihr in Zukunft mehr eigenständigen Entdeckergeist, mit dem sie ihre ausgezeichneten Fähigkeiten am Hammerflügel fruchtbringend verbinden kann. Der Broadwood-Flügel des Jahres 1816 aus der Sammlung Irnberger ist hier ihr kongeniales ‚Arbeitsgerät‘, auch wenn er für den Großteil der hier dargeboten Musik eigentlich zu jung ist.

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 
Booklet:





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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    Joseph Haydn and his London Disciples: Rebecca Maurer, Fortepiano

Label:
Anzahl Medien:
Veröffentlichung:
Genuin
1
08.02.2019
EAN:

4260036256505


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Haydn, Joseph


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Genuin

Im Jahr 2002 standen die jungen Tonmeister von GENUIN vor einer wichtigen Entscheidung: Sollte man sich weiterhin lediglich auf das Aufnehmen und Produzieren konzentrieren, oder auf die zahlreichen Nachfragen und positiven Rückmeldungen von Musikern und Fachzeitschriften eingehen und ein eigenes Label ins Leben rufen? In einer Zeit, in der praktisch alle großen Klassik-Label ihre Produktion eingestellt oder zumindest stark gedrosselt hatten, fiel die Entscheidung nicht leicht – aber sie fiel einstimmig aus: zugunsten einer offiziellen Vertriebsplattform für die GENUIN-Aufnahmen. Und der Erfolg hat nicht lange auf sich warten lassen.

Das Label GENUIN hat sich in seinem zwölfjährigen Bestehen zu einem Geheimtipp unter Musikern und Musikliebhabern entwickelt. Schon vor dem Leipzig-Debüt im Oktober 2004, einem Antrittskonzert im Robert-Schumann-Haus mit Paul Badura-Skoda, wurden die CDs in den deutschlandweiten Vertrieb gebracht und von Fachpresse und Musikerwelt hochgelobt. Inzwischen werden GENUIN-CDs in den meisten Ländern Europas sowie in Japan, Süd-Korea, Hongkong und den USA vertrieben.

Das Erfolgsrezept von GENUIN: Die gesamte Produktion, also die Beratung der Künstler bei Aufnahmeraum und Repertoire, die Vorbereitung und Durchführung der Aufnahme selbst, der Schnitt mit allen notwendigen Korrekturen, generelle Entscheidungen beim Cover- und Bookletentwurf bis hin zur fertigen Veröffentlichung liegen in der Hand der Tonmeister. Nur so haben die Musiker den größtmöglichen Entfaltungsspielraum bei der Einspielung und Gestaltung ihrer CDs. Und gleichzeitig kann bis zuletzt eine gleichbleibend hohe Qualität garantiert werden.

GENUIN bietet auch abseits ausgetretener Pfade etablierten Künstlern genauso wie der Nachwuchsgeneration die Möglichkeit, Musik nach eigenen Vorstellungen zu verwirklichen. Das macht sich positiv bemerkbar für die Hörer der mittlerweile mehr als 300 GENUIN-CDs mit Interpreten wie Paul Badura-Skoda, Nicolas Altstaedt oder der Dresdner Philharmonie.


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