> > > Hommage à Joseph Aloys Schmittbauer: Hof-Capelle Carlsruhe
Samstag, 15. Juni 2019

Hommage à Joseph Aloys Schmittbauer - Hof-Capelle Carlsruhe

Badische Probleme


Label/Verlag: Profil - Edition Günter Hänssler
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Eine zu kleine Besetzung hindert die volle Wirkung eines Karlsruher Hofkapellmeisters.

Joseph Aloys Schmittbaur (1718–1809) spiegelt wie kaum einer seiner Zeitgenossen die Problematik der ‚Kleinstaatlichkeit‘ Deutschlands in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Ursprünglich am Baden-badischen Hof von Rastatt tätig, wurde er nach dem Ende der Baden-Badener markgräflichen Linie 1772 in untergeordneter Stelle am Karlsruher Hof angestellt; 1777 wurde er Hofkapellmeister. Die vorliegende CD stellt Schmittbaur als Komponisten für Glasharmonika und als Sinfoniker vor – wobei sich die unterschiedlichen Gattungen leider keineswegs glücklich gegenseitig befruchten. Vielmehr wirkt das eine gern wie eine Störung des anderen – nicht zuletzt weil die drei Stücke für Glasharmonika nicht auf einem solchen Instrument, sondern einem modernen Nachfolgeinstrument dargeboten werden.

Dies konterkariert durchaus die Bemühungen der Hof-Capelle Carlsruhe, die auf historischen Instrumenten musiziert, allerdings in einer geringen Besetzungsgröße, die Schmittbaur kritisiert hätte (die Karlsruhe Hofkapelle soll sich laut Booklettext 1772 in beklagenswertem Zustand befunden haben). So bleibt zwischen dem Anspruch des Booklettextes und der Art der Darbietung eine unüberhörbare Divergenz: Schmittbaurs Musik braucht wenigstens zwei Violinen pro Stimme, um Substanz zu erlangen und den Werken der sogenannten Mannheimer Schule vollgültig Paroli bieten zu können. Musikalisch nämlich haben diese Werke – allesamt Viersätzer in traditioneller Konstruktion – allerhand zu bieten, sind voller Charme und musikalischer Wärme. In der vorliegenden ‚Kammerversion‘ wird der Fokus etwas zu stark auf die einzelnen Linien und viel zu wenig auf das Miteinander der Instrumente gelegt – dies war weder 1770 noch 1795 (aus ungefähr diesem Zeitraum stammen die Sinfonien) keineswegs mehr die Regel. So haben wir einen ambitionierten Versuch, Schmittbaurs Trizentenarium 2018 zu würdigen, der aber insgesamt leider nicht rundum von Erfolg gekrönt ist.

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 
Booklet:





Dieser Beitrag hat Ihnen gefallen? Empfehlen Sie ihn weiter!

Ihre Meinung? Kommentieren Sie diesen Artikel

Jetzt einloggen, um zu kommentieren.
Sind Sie bei klassik.com noch nicht als Nutzer angemeldet, können Sie sich hier registrieren.



Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



Cover vergrößern

    Hommage à Joseph Aloys Schmittbauer: Hof-Capelle Carlsruhe

Label:
Anzahl Medien:
Profil - Edition Günter Hänssler
1
EAN:

881488180640


Cover vergössern

Profil - Edition Günter Hänssler

Profil - The fine art of classical music
EDITION GÜNTER HÄNSSLER - EIN LABEL MIT "PROFIL"
Bei der Gründung seiner "EDITION GÜNTER HÄNSSLER" und dem neuen Label "PROFIL" betrat Produzent Günter Hänssler, der ehemalige Chef des erfolgreichen Labels Hänssler Classics, mit einer ganz klaren Philosophie und Zielsetzung den Klassik-Markt:
"Nur ein Label mit einem klaren PROFIL, mit einem eindeutigen Wiedererkennungseffekt hat heute noch eine Chance auf dem heiß umkämpften CD-Markt - um die Liebhaber klassischer Musik heute mit einem Produkt zu überzeugen braucht man Originalität, Innovation und optimierte Vertriebswege."
Der Name PROFIL ist Programm. Günter Hänssler denkt in Serien. Nur groß angelegte Projekte haben heute noch eine Chance, sich nachhaltig auf dem Markt wiederzufinden. So entstanden international hoch gepriesene und mehrfach mit internationalen Preisen ausgezeichnete Editionen wie die EDITION STAATSKAPELLE DRESDEN oder die GÜNTER WAND EDITION.
Die Repertoire-Politik ist charakteristisch. Eine Auswahl erster internationaler Künstler finden sich im Programm von PROFIL ebenso wieder wie erfolgreiche Newcomer der Klassikszene, darunter das mehrfach preisgekrönte Klenke-Quartett, das in der Interpretation von Kammermusik in den letzten Jahren neue Maßstäbe setzen konnte.
Ergänzt wird das Repertoire durch ausgewählte, digital aufwendig restaurierte historische Aufnahmen, Interpretationen von legendärem Ruf in neuer, bisher nicht gekannter digitaler Klangqualität. Auf diese Weise schlägt PROFIL die Brücke von der Vergangenheit in die Gegenwart und versteht sich so auch als Bewahrer musikalischer Traditionen.
PROFIL: Ein Programm - eine Verpflichtung aus Tradition!


Mehr Info...


Cover vergössern
Jetzt kaufen bei...


Weitere Besprechungen zum Label/Verlag Profil - Edition Günter Hänssler:

  • Zur Kritik... Bruckner-Sternstunde: Wer Bruckner mag, wird diese Aufnahme der Dritten Sinfonie lieben. Weiter...
    (Dr. Aron Sayed, )
  • Zur Kritik... Finalisiert: Bruckners Neunte Sinfonie ohne Lasten. Sinfonik im Sinne Schuberts, verführerisch, apollinisch: Das wäre schon angesichts der ersten drei Sätze ein höchst erfreulicher Befund. Mit Gerd Schallers kundiger Ausformulierung des Finales umso mehr. Weiter...
    (Dr. Matthias Lange, )
  • Zur Kritik... Nüchterner Bruckner: Das WDR Sinfonieorchester Köln und sein Chefdirigent Jukka-Pekka Saraste widmen sich eingehend Bruckners Achter Sinfonie. Weiter...
    (Dr. Dennis Roth, )
blättern

Alle Kritiken von Profil - Edition Günter Hänssler...

Weitere CD-Besprechungen von Dr. Jürgen Schaarwächter:

  • Zur Kritik... Europäischer Sinfoniker: Der polnische Komponist Feliks Nowowiejski erweist sich auf diesem Tonträger als ein echter Geheimtipp. Weiter...
    (Dr. Jürgen Schaarwächter, )
  • Zur Kritik... Ende einer Irrfahrt: Das posthume Ballett 'Aschenbrödel' von Johann Strauß zeugt in dieser Interpretation von überschäumendem Erfindungsreichtum. Weiter...
    (Dr. Jürgen Schaarwächter, )
  • Zur Kritik... Karlsruher Lokalgröße: Die Lieder der Komponistin Margarete Schweikert erfahren hier eine engagierte Interpretation. Weiter...
    (Dr. Jürgen Schaarwächter, )
blättern

Alle Kritiken von Dr. Jürgen Schaarwächter...

Weitere Kritiken interessanter Labels:

  • Zur Kritik... Europäischer Sinfoniker: Der polnische Komponist Feliks Nowowiejski erweist sich auf diesem Tonträger als ein echter Geheimtipp. Weiter...
    (Dr. Jürgen Schaarwächter, )
  • Zur Kritik... Schwerfällige Maskenspiele: Diese 'Nacht in Venedig' schließt keine diskografische Lücke und glänzt auch nicht durch besonderen Charme. Das hätte es nicht zwingend auf CD gebraucht. Weiter...
    (Benjamin Künzel, )
  • Zur Kritik... Eleganz und Glätte: Nikolaj Znaider und das London Symphony Orchester widmen sich Mozarts viertem und fünften Violinkonzert – fraglos kompetent, oft aber zu zurückhaltend. Weiter...
    (Dr. Dennis Roth, )
blättern

Alle CD-Kritiken...

Magazine zum Downloaden

NOTE 1 - Mitteilungen (6/2019) herunterladen (3061 KByte)

Anzeige

Jetzt im klassik.com Radio

Josef Holbrooke: The Birds of Rhiannon

CD kaufen


Empfehlungen der Redaktion

Die Empfehlungen der klassik.com Redaktion...

Diese Einspielungen sollten in keiner Plattensammlung fehlen

weiter...


Portrait

Isabelle van Keulen im Portrait "Mir geht es vor allem um Zwischentöne"
Isabelle van Keulen im Gespräch mit klassik.com über ihre Position als Artist in Residence der Deutschen Kammerakademie Neuss am Rhein, historische Aufführungspraxis und das Spielen ohne Dirigent.

weiter...
Alle Interviews...


Sponsored Links

Anzeige

Hinweis:

Mit Namen oder Initialen gekennzeichnete Beiträge geben die Meinung des Verfassers, nicht aber unbedingt die Meinung der Redaktion wieder.

Die Bewertung der klassik.com-Autoren:

Überragend
Sehr gut
Gut
Durchschnittlich
Unterdurchschnittlich