> > > Widor, Charles-Marie: Organ Symphonies 5, 6, 8-10: Christian Schmitt, Orgel
Freitag, 22. November 2019

Widor, Charles-Marie: Organ Symphonies 5, 6, 8-10 - Christian Schmitt, Orgel

Wolkig, wuchtig, weich


Label/Verlag: cpo
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Ein Widor-Zyklus für die Ewigkeit: Christian Schmitt an der Cavaillé-Coll-Orgel St. Ouen.

Obwohl es nicht wenige Einspielungen der Orgelsinfonien von Charles-Marie Widor (1844–1937) gibt, dürfte der hiermit zum Abschluss gelangende Zyklus dieser zehn Opera klangästhetisch, aufnahmechnisch und auch interpretatorisch wohl an der Spitze stehen. Denn von den vielen Instrumentalbauwerken der französischen Orgelromantik gehört die Cavaillé-Coll-Orgel von 1890 an der Abteikirche St. Ouen zu den herausragendsten. Laut Booklet-Text ist sie bis heute unverändert erhalten geblieben, verfügt über ein Schwellwerk von 20 (!) Registern und über viele andere Vorzüge, die in einem zusätzlichen Text von Nicolas Alexiades gepriesen werden, auch wenn nur rund die Hälfte der Pfeifen von Cavaeillé-Coll selbst angefertigt wurden.

So viel Lob macht automatisch skeptisch, doch wer die drei hybriden SACDs unvoreingenommen hört, wird vor allem im Surround-Modus ein ums andere Mal überwältigt vom klanglich überbordenen Reichtum, der einem da entgegenschallt. Dies zumal das Ganze klangtechnisch wunderbar eingefangen wurde, sodass man sich als Hörer in seinem Wohnzimmer mitten in der Abteikirche von St. Ouen wähnt. Bei vollem Schwellwerk, so wie etwa in der berühmten Toccata der Fünften Sinfonie, klingt die Orgel in all ihren klanglich tief gestaffelten Facetten so prachtvoll, wuchtig und durchdringend wie ein startendes Flugzeugtriebwerk, nur dass der Klang bei aller physischen Überwältigung dabei verblüffend weich bleibt. So weich, dass selbst das 32-Fuß-Tiefbass-Register nie zu wuchtig klingt. Dann wiederum scheint man es mit einer überdimensionalen Jahrmarktorgel zu tun haben, die gleich darauf die klangliche Wendung ins Mysteriös-Flüsternde nimmt. Der für cpo unermüdlich tätige Christian Schmitt erweist sich dabei ein weiteres Mal als kongenialer Organist, der für alle Aspekte dieser Musik einen wachen Sinn hat.

Kleiner Nachteil

Der einzige kleine Nachteil dieser Gesamteinspielung liegt darin, dass sie auf drei Teile aufgespalten ist. So enthalten vorliegende drei SACDs die Sinfonien Nr. 5 und 6 sowie 8 bis 10, während die ersten vier gemeinsam auf zwei weiteren SACDs zusammengefasst wurden. Entstehungsgeschichtlich ergibt das zwar Sinn, allerdings muss die Siebte extra erworben werden, da sie gemeinsam mit der Sinfonie Nr. 3 für Orgel und Orchester erschienen ist. Wer keinen SACD-Player und keine Surround-Anlage besitzt, sollte darum eventuell lieber zur ungleich preisgünstigeren Gesamteinspielung mit Winfried Lichtscheidel bei Ambiente greifen, die ausschließlich in Stereo erschienen ist und gleichfalls Referenzstatus besitzen dürfte. Alle anderen sollten aber diesem Zyklus hier den Vorzug geben, der wie für die Ewigkeit gemacht ist.

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 
Booklet:





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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    Widor, Charles-Marie: Organ Symphonies 5, 6, 8-10: Christian Schmitt, Orgel

Label:
Anzahl Medien:
cpo
3
Medium:
EAN:

CD
761203770625


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Widor, Charles-Marie
 - Symphony No.5 op.42,1 in F minor - Allegro vivace
 - Symphony No.5 op.42,1 in F minor - Allegro cantabile
 - Symphony No.5 op.42,1 in F minor - Andantino quasi allegretto
 - Symphony No.5 op.42,1 in F minor - Adagio
 - Symphony No.5 op.42,1 in F minor - Toccata
 - Symphony No.9 op.70 - Moderato
 - Symphony No.9 op.70 - Andante sostenuto
 - Symphony No.9 op.70 - Allegro
 - Symphony No.9 op.70 - Moderato. Allegro


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Interpret(en):Schmitt, Christian


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cpo

Wohl kaum ein zweites Label hat in letzter Zeit soviel internationale Aufmerksamkeit erregt wie cpo. Die Fachwelt rühmt einhellig eine überzeugende Repertoirekonzeption, die auf hohem künstlerischen Niveau verwirklicht wird und in den Booklets eine geradezu beispielhafte Dokumentation erfährt. Der Höhepunkt dieser allgemeinen Anerkennung war sicherlich die Verleihung des "Cannes Classical Award" für das beste Label (weltweit!) auf der MIDEM im Januar 1995 und gerade wurde cpo der niedersächsische Musikpreis 2003 in "Würdigung der schöpferischen Leistungen" zuerkannt.
Besonders stolz macht uns dabei, daß cpo - 1986 gegründet - in Rekordzeit in die Spitze vorgestoßen ist. Das Geheimnis dieses Erfolges ist einfach erklärt, wenn auch schwierig umzusetzen: cpo sucht niemals den Kampf mit den Branchenriesen, sondern füllt mit Geschick die Nischen, die von den Großen nicht besetzt werden, weil sie dort keine Geschäfte wittern. Und aus mancher Nische wurde nach einhelliger Ansicht der Fachwelt mittlerweile ein wahres Schmuckkästchen.
Am Anfang einer Repertoire-Entscheidung steht bei uns noch ganz altmodisch das Partituren-lesen, denn nicht alles, was noch unentdeckt ist, muß auch auf die Silberscheibe gebannt werden. Andererseits gibt es - von der Renaissance bis zur Moderne - noch sehr viele wahre musikalische Schätze zu heben, die oft näher liegen, als man meint. Unsere großen Werk-Editionen von Pfitzner, Korngold, Hindemith oder Pettersson sind nicht umsonst gerühmt worden. In diesem Sinne werden wir fortfahren.
Letztendlich ist unser künstlerisches Credo ganz einfach: Wir machen die CDs, die wir schon immer selbst haben wollten. Seien Sie herzlich zu dieser abenteuerlichen Entdeckungsfahrt eingeladen!


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