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Samstag, 20. Juli 2019

Star of Heaven - The Sixteen, Harry Christophers

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Label/Verlag: Coro
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Ganz klar: Das ältere englische Repertoire ist bei The Sixteen und Harry Christophers in den besten Händen - die klangorientierte Moderne genauso. Dies macht die aktuelle Platte zu einer hocherfreulichen Angelegenheit.

Das Eton Choir Book ist als Quelle unnachahmlich qualitätvoller und variantenreicher Renaissancemusik Englands ein Juwel von unschätzbarem Wert. Die Stimmen einiger Komponisten sind nur durch diese Überlieferung überhaupt bekannt, durchaus prägend für Programme und Wahrnehmung der Gegenwart, vor allem mit den archaischen Stimmen von Walter Lambe, William Cornysh, Robert Wylkynson, Richard Davy, Robert Fayrfax oder Hugh Kellyk. Harry Christophers und sein Ensemble The Sixteen haben vor einiger Zeit auf fünf Platten umfänglich dokumentiert und gezeigt, wie nahe ihnen diese Musik ästhetisch ist. Aktuell haben sie nun eine CD vorgestellt, die unter dem Titel 'Star of Heaven' neben zentralen Werken des Eton Choir Book noch einen zweiten Aspekt betont – den der Inspiration des alten Konvoluts für kompositorische Stimmen der Gegenwart, für kreative Nachschöpfungen, manchmal im Schatten und manchmal auch deutlich inspiriert durch die alten Werke. Das ist zu einem durchdachten und gelungenen Programm gefügt.

Jeweils drei Paare bilden den Rahmen. Die Motette 'Nesciens mater' von Lambe (1450–1504) ist mit einem Werk von Joseph Phibbs (geb. 1974) auf denselben Text gekoppelt. Parallel ist das bei 'Ave Maria, mater Dei' von William Cornysh (1465–1523) und Phillip Cooke (geb. 1980) sowie beim gleichermaßen von Lambe und Marco Galvani (geb. 1994) vertonten 'Stella caeli'. Das sind durchaus spannende Konfrontationen; die Jüngeren treten den Älteren mit erstaunlich großem Respekt gegenüber, gewinnen aus der Renaissance-Kunst aber auch frische Ideen und Impulse.

Als tragende Säulen des Programms sind zwei größere Werke integriert: Das neunstimmige Wunderwerk 'Salve Regina' von Robert Wylkynson (ca. 1450–1515), gewaltig dimensioniert, darin vielleicht dem großen 'Media vita' von John Sheppard vergleichbar, jedenfalls beeindruckend komplex und doch immer wieder zu reduzierter Geste gelichtet. Und als moderner Kontrapunkt dazu 'O Virgo prudentissima' von James MacMillan (geb. 1959): Gehalten in der für den Komponisten prägenden Klarheit in der inhaltlichen Positionierung, mit einem reichen satztechnischen Repertoire, mit Textsensibilität und unmittelbar zugänglicher Musikalität, die sich in prägnanten Männerchorpassagen entfaltet oder in vollen Wirkungen von archaischer Wucht, dann mit reicher Gelegenheit für üppige Ensemblebrillanz. Am Schluss des Programms steht das vierteilige Werk 'Hallowed' von Stephen Hough (geb. 1961), gleichsam als ästhetisch lichte, niemals aber leichtgewichtige Ergänzung und als feines Stück lebendiger geistlicher Musik.

Ein Programm für alle Stärken des Ensembles

Diese abermalige fruchtbare Zusammenarbeit von Harry Christophers und The Sixteen mit der Genesis Foundation, die sämtliche der Gegenwartskompositionen für das Ensemble in Auftrag gegeben hat und damit an eine lange und eindrucksvolle Reihe vergleichbarer Einspielungen anknüpft, bietet dem Ensemble ein ästhetisches Heimspiel in doppelter Hinsicht: Natürlich reüssieren die Vokalisten wie gewohnt in der älteren englischen Vokalpolyphonie und greifen dabei auf die vor Jahrzehnten gelegte stilistische Urbasis der Formation zurück. Dazu kommt die klingende, dem Publikum zugewandte und sich verständlich machen wollende Moderne: Mit Härten und avancierter Technik, aber eben auch immer mit der Gelegenheit zu echter vokaler Wirkung. MacMillan ist hier für The Sixteen wie schon früher das Paradebeispiel, wie Vokalmusik in der Gegenwart kongenial komponiert und gesungen werden kann – eine auch hier ungemein fruchtbare Konstellation. Beide Sphären rufen das Beste des Ensembles auf den Plan, die ungemein profilierten Register, die enorme dynamische Varianz, die großartige, in der klassischen Vokalpolyphonie ebenso wie in den heikleren Klüften der Moderne unangefochtene Intonation, das von beweglicher Linearität über flächige Wucht bis zu kleinteiliger Expressivität reichende artikulatorische Spektrum des Ensembles. Eingefangen ist das in einem präzisen Klangbild von einnehmender Größe, gut strukturiert und alle Elemente überzeugend balancierend.

Ganz klar: Das ältere englische Repertoire ist bei The Sixteen und Harry Christophers in den besten Händen – die klangorientierte Moderne genauso. Beides ist keine Überraschung. Beides macht die aktuelle Platte zu einer hocherfreulichen Angelegenheit. Und: Es werden nicht einander fremde Dimensionen mutwillig miteinander vermengt. Über Jahrhunderte hinweg entsteht echte Korrespondenz.

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 
Booklet:





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    Star of Heaven: The Sixteen, Harry Christophers

Label:
Anzahl Medien:
Coro
1
Medium:
EAN:

CD
828021616624


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Coro

CORO is the lively and successful record label of Harry Christophers and The Sixteen. Formed in 2001 Coro has re-mastered, re-packaged and re-issued recordings of The Sixteen that were for a short time available on Collins Classics and now releases most of the ensemble?s new recordings. The label also features artists such as The Hilliard Ensemble, Elin Manahan Thomas and Sarah Connolly as well as a ?Live? series and young artists focus. It has recently launched the Acoustic World series of discs which epitomize CORO?s values of excellence of performance, authentic instruments, brilliance of sound and world class musicians.

Celebrated releases include Allegri?s Mierere, Tallis?s Spem in Alium and the complete Eton Choirbook Collection. More recently CORO has released brand new recordings by The Sixteen of Handel?s Coronation Anthems and Fauré?s Requiem with the Academy of St Martin in the Fields. The ensemble?s recording of Handel?s celebrated oratorio, Messiah, with an all-star soloist line-up: Carolyn Sampson, Catherine Wyn-Rogers, Mark Padmore and Christopher Purves, was awarded the prestigious MIDEM Classical Award 2009.

The Sixteen is recognised as one of the world?s greatest ensembles. Comprising both choir and period instrument orchestra, The Sixteen's total commitment to the music it performs is its greatest distinction. A special reputation for performing early English polyphony, masterpieces of the Renaissance, bringing fresh insights into Baroque and early Classical music and a diversity of twentieth-century music, is drawn from the passions of conductor and founder, Harry Christophers.

At home in the UK, The Sixteen are "The Voices of Classic FM", TV Media Partner with Sky Arts, and Associate Artists of Southbank Centre, London. The group promotes an annual series at the Queen Elizabeth Hall as well as The Choral Pilgrimage, a tour of our finest cathedrals bringing music back to the buildings for which it was written. The Sixteen has recently featured in the highly successful BBC Four television series, Sacred Music, presented by actor Simon Russell Beale.

The Sixteen tours throughout Europe, Japan, Australia and the Americas and has given regular performances at major concert halls and festivals worldwide, including the Barbican Centre - London, Bridgewater Hall - Manchester, Concertgebouw - Amsterdam, Sydney Opera House, Tokyo Opera City and Vienna Musikverein and also at the BBC Proms, the festivals of Granada, Lucerne, Istanbul, Prague and Salzburg.

Bringing together live concerts and recording plans has allowed The Sixteen to develop a glittering catalogue of releases, containing music from the Renaissance and Baroque through to great works of our time.


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