> > > Rihm, Wolfgang: Lichtzwang, Dritte Musik, Gedicht des Malers: Tianwa Yang, Deutsche Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz, Christoph-Mathias Müller
Montag, 16. September 2019

Rihm, Wolfgang: Lichtzwang, Dritte Musik, Gedicht des Malers - Tianwa Yang, Deutsche Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz, Christoph-Mathias Müller

Zu verbindlich


Label/Verlag: Naxos
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Die Deutsche Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz unter der Leitung von Christoph-Mathias Mueller und die chinesische Geigerin Tianwa Yang widmen sich Wolfgang Rihms Werken für Violine und Orchester.

Bei dieser Naxos-Veröffentlichung aus dem Jahr 2018 handelt es sich um die erste Folge einer Reihe mit den Werken Wolfgang Rihms für Violine und Orchester (die zweite Folge ist im März dieses Jahres erschienen). Die Deutsche Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz unter der Leitung von Christoph-Mathias Mueller und die chinesische Geigerin Tianwa Yang widmen sich diesem spannenden Projekt, das von SWR und Deutschlandfunk Kultur co-produziert wird.

Der Raumklang der Philharmonie Ludwigshafen, in der die Aufnahmen 2016 stattfanden, ist angenehm. Doch das Klangbild wirkt zu weit vom Hörer entfernt und matt, dem Geschehen haftet deshalb etwas Indirektes an. In 'Dritte Musik' (1993) gelingen die Beleuchtungswechsel, auch das Expressiv-Zerklüftete; interessant die Rolle des Akkordeons und die Wirkung seines Klangs innerhalb des Orchesters. Der Eindruck, dass die Orchesterwallungen jedoch bedrohlicher ausfallen könnten, ist bezeichnend für den Charakter dieser Einspielungen – als würden die Interpreten die Drastik und den Blick in den Abgrund scheuen. Es fehlen die letzte Zuspitzung und die existenzielle Wucht, der Spannungsbogen bleibt recht flach.

Die Interpreten verdeutlichen das Diskursive in 'Lichtzwang (In memoriam Paul Celan)' (1975/76) und den vorherrschenden Lamento-Gestus. Im Klangbild ist die Solistin als solche präsent, wenn auch nicht besonders exponiert – anders als in der Einspielung dieser Komposition durch das SWR Symphonieorchester Freiburg und Baden-Baden 2007 unter der Leitung von Sylvain Cambreling und mit János Négysey als Solisten, eine Einspielung, die die Schärfen, das Dissonante und Drastische betont, während die vorliegende Interpretation verbindlicher wirkt. Der lichte Choral gefällt, das Solo singt sich aus, Yang meistert ihren Part.

Gestischer Charakter

Etwas befremdlich mutet es an, wenn der auf dem Schuber abgedruckte kurze Einführungstext zwei Drittel der eingespielten Werke abwertet, indem er das jüngste Werk ('Gedicht des Malers') als ‚gehaltvoller und subtiler als die anderen Werken dieser CD‘ bezeichnet (außerdem erscheint ein Rihm-Zitat im Booklet und auf dem Schuber in unterschiedlichen Fassungen, als wäre es zweimal übersetzt worden). Das 'Gedicht des Malers' also, 2014 vollendet und im Jahr darauf vom Widmungsträger Renaud Capuçon uraufgeführt: Yang überzeugt hier mit geschwungenen Linien, expressiven Entladungen, konzentrierten Strichen, agilen Lagenwechseln und flirrender Höhenlage. Der gestische Charakter der Musik teilt sich mit. Die Deutsche Staatsphilharmonie serviert die Höhepunkte mit Schmackes – gut möglich, dass der Höreindruck im Konzert und vor Ort packender ist.

Für die Auslegung aller drei Werke gilt: Rihms gestenreiche, expressive Musik lässt sich plastischer modellieren, mit mehr dramatischem ‚Feuer‘ versehen und tiefgründiger artikulieren. Die Farbpalette des Orchesters scheint überschaubar zu sein. Der erwähnte Charakter des Klangbilds tut sein Übriges. Aus diesen Gründen bleibt in diesen Aufnahmen das Ausdrucksbegehren, das aus den drei Werken spricht, ein wenig hohl. Doch die Einspielung hat auch ihre Meriten: Bereits das Unterfangen, Rihms Musik derart systematisch in den Vordergrund zu rücken, lässt aufhorchen. Mit Tianwa Yang ist eine souveräne und zuverlässige Solistin und mit der Deutschen Staatsphilharmonie ein technisch und intonatorisch ebenso zuverlässiges Orchester am Werk. Und man erhält trotz der skizzierten Einwände durchaus einen guten Gesamteindruck von der Musik.

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 
Booklet:





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    Rihm, Wolfgang: Lichtzwang, Dritte Musik, Gedicht des Malers: Tianwa Yang, Deutsche Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz, Christoph-Mathias Müller

Label:
Anzahl Medien:
Naxos
1
Medium:
EAN:

CD
730099140430


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Rihm, Wolfgang


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Naxos

Als der Unternehmer Klaus Heymann 1982 für seine Frau, die Geigerin Takako Nishizaki in Hongkong das Plattenlabel Marco Polo gründete, war dies der Beginn einer beispiellosen Erfolgsgeschichte. Fünf Jahre später rief Heymann das Label NAXOS ins Leben, das in der Klassikwelt längst zur festen Größe geworden ist und es bis heute versteht, hohe Qualität zu günstigen Preisen anzubieten. Der einzigartige und sich ständig erweiternde Katalog des Labels umfasst mittlerweile über 8.000 CDs mit mehr als 130.000 Titeln - von Kostbarkeiten der Alten Musik über sämtliche berühmten "Klassiker" bis hin zu Schlüsselwerken des 21. Jahrhunderts. Dabei wird der Klassik-Neuling ebenso fündig wie der Klassikliebhaber oder -sammler. International bekannte Künstler wie das Kodály Quartet, die Geigerin Tianwa Yang, der Pianist Eldar Nebolsin und die Dirigenten Marin Alsop, Antoni Wit, Leonard Slatkin und Jun Märkl werden von NAXOS betreut. Darüber hinaus setzt NAXOS modernste Aufnahmetechniken ein, um höchste Klangqualität bei seinen Produktionen zu erreichen und ist Vorreiter in der Produktion von hochauflösenden Blu-ray Audios - Grund genug für das renommierte britische Fachmagazin "Gramophone", NAXOS zum "Label of the Year" 2005 zu küren. Auch im digitalen Bereich nimmt NAXOS eine Vorreiterrolle ein: Bereits seit 2004 bietet das Label mit der NAXOS MUSIC LIBRARY ein eigenes Streamingportal mit inzwischen über 1 Million Titel an und unterhält mit ClassicsOnline zudem einen eigenen Download-Shop.


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