> > > Dutch Sonatas for Violoncello and Piano Vol.8: Doris Hochscheid, Frans van Ruth
Dienstag, 25. Juni 2019

Dutch Sonatas for Violoncello and Piano Vol.8 - Doris Hochscheid, Frans van Ruth

Würdiger Abschluss


Label/Verlag: MDG
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Doris Hochscheids und Frans van Ruth widmen sich erneut und auf hohem Niveau der niederländischen Cellosonate des späten 19. Jahrhunderts.

Mit Werken zweier Komponisten endet die Reihe niederländischer Cellosonaten, von denen wohl kaum jemand gehört haben wird. Georg Hendrik Witte (1843–1929) ist hörbar Zeitgenosse von Brahms und Reinecke – letzterer ein Lehrer Wittes am Leipziger Konservatorium. Die Sonate d-Moll op. 15 wie die 'Drei Stücke' op. 14 stammen aus dem Jahr, in dem er zum königlich-preußischen Musikdirektor ernannt wurde. Wittes hauptsächliche Verdienste liegen in der Gründung des städtischen Orchesters Essen und der Initiative zum Bau eines Konzerthauses (beides unter neuem Namen auch heute noch überregional bekannt) – das Komponieren stellte er in späteren Jahren deutlich zurück.

Der aus Rotterdam stammende Wouter Hutschenruyter (1859–1943) wurde Schüler Friedrich Gernsheims. Seit 1889 wandte er sich zunehmend dem Dirigieren zu, zunächst in Berlin und Amsterdam, danach in Utrecht, um 1917 die Leitung seiner ehemaligen Musikschule zu übernehmen. Auch Hutschenruyters Cellosonate (in c-Moll op. 4) stammt aus dem Jahr 1882, ist wie Wittes Sonate dreisätzig, aber hat als besondere Eigenheit den langsamen Satz an erster Stelle.

Doris Hochscheid und Frans van Ruth erweisen sich zum wiederholten Male als herausragende Interpreten des unbekannten, musikalisch dankbaren, wenn auch nicht ‚modernen‘ Repertoires. Die kristallklare Aufnahmetechnik rückt das fokussierte Zusammenspiel der beiden Musiker, die Vielfalt an dynamischen, agogischen und Phrasierungsfeinheiten abermals in das beste Licht; Frans van Ruths Begleittext vermittelt nicht weniger als seine Interpretation seine intime und im besten Sinne routinierte Kenntnis der Materie. Einzig am Booklet sind ein paar kleine Abstriche zu machen – die fehlende Nennung des Coverbildes und, wichtiger noch, die Unterschlagung des von van Ruth gespielten Flügels etwa. Gerade bei einem phonophilen Label wie Dabringhaus und Grimm überraschen derartige, offenbar systematische Unterlassungen doch etwas.

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 
Booklet:





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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    Dutch Sonatas for Violoncello and Piano Vol.8: Doris Hochscheid, Frans van Ruth

Label:
Anzahl Medien:
MDG
1
Medium:
EAN:

CD SACD
760623209463


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MDG

Die klangrealistische Tonaufnahme

»Den beim Sprechen oder Musizieren entstehenden Schall festzuhalten, um ihn zu konservieren und beliebig reproduzieren zu können, ist eine Idee, die seit langem die Menschen beschäftigte. Waren zunächst eher magische Aspekte im Spiel, die die Phantasie beflügelten wie etwa bei Giovanni deila Porta, der 1598 den Schall in Bleiröhren auffangen wollte, so führte mit fortschreitender Entwicklung naturwissenschaftlichen Denkens ein verhältnismäßig gerader Weg zur Lösung...« (Riemann Musiklexikon)

Seit Beginn der elektrischen Schallaufzeichnung ist der Tonmeister als »Klangregisseur« bei der Aufnahme natürlich dem Komponisten und dem Interpreten, aber auch dem Hörer verpflichtet. Die Mittel zur Tonaufzeichnung sind hinlänglich bekannt. Die Kriterien für ihren Einsatz bestimmt das Ohr. Deshalb für den Hörer hier eine Beschreibung unserer Hörvorstellung.

Lifehaftigkeit

In der Gewißheit, daß der Konzertsaal im Wohnzimmer (leider) nicht realisierbar ist, konzentriert sich unser Bemühen darauf, die Illusion einer Wirklichkeit zu vermitteln. Die Musik soll im Hörraum so wiedererstehen, daß spontan der Eindruck der Unmittelbarkeit entsteht, das lebendige Klanggeschehen mit der ganzen Atmosphäre der »Lifehaftigkeit« erlebt wird. Da wir praktisch ausschließlich menschliche Stimmen und »klassische« Instrumente - auch sie haben ihren Ursprung im Nachahmen der Stimme - aufnehmen, konzentriert sich unsere Klangvorstellung auf natürliche Klangbalance und tonale Ausgeglichenheit im Ganzen, und instrumentenhafte Klangtreue im Einzelnen. Darüber hinaus natürliche, ungebremste Dynamik und genaueste Auflösung auch der feinsten Spannungsbögen. Weitestgehend bestimmend für die Illusion der Lifehaftigkeit ist auch die Ortbarkeit der Klangquellen im Raum: freistehend, dreidimensional, realistisch.

Musik entsteht im Raum

Um diesen »Klangrealismus« einzufangen, ist bei den Aufnahmen von MDG eine natürliche Akustik unbedingte Voraussetzung. Mehr noch, für jede Produktion wird speziell in Hinblick auf die Besetzung und den Kompositionsstil der passende Aufnahmeraum ausgesucht. Anschließend wird »vor Ort« die optimale Plazierung der Musiker und Instrumente im Raum erarbeitet. Dieser ideale »Spielplatz« ermöglicht nun nicht nur die akustisch beste Aufnahme, sondern inspiriert durch seine Rückwirkung die Musiker zu einer lebendigen, anregenden Musizierlust und spannender Interpretation. Können Sie sich die Antwort des Musikers vorstellen auf die Frage, ob er lieber in einem trockenen Studio oder in einem Konzertsaal spielt?

Die Aufnahme

Ist der ideale Raum vorhanden, entscheidet sich der gute Ton an den Mikrofonen - verschiedene Typen mit speziellen klanglichen Eigenheiten stehen zur Auswahl und wollen mit dem Klang der Instrumente im Raum in Harmonie gebracht werden. Ebenso wichtig für eine natürliche Abbildung ist die Anordnung der Mikrofone, damit etwa die richtigen Nuancen in der solistischen Darstellung oder die Kompensation von Verdeckungseffekten realisierbar werden. Das puristische Ideal »nur zwei Mikrofone« kann selten den komplexen Anforderungen einer Aufnahme mit mehreren Instrumenten gerecht werden. Aber egal wie viele Mikrofone verwendet werden: Stellt sich ein natürlicher Klangeindruck ein, ist die Frage nach dem Zustandekommen des »Lifehaftigen« zweitrangig. Entscheidend ist, es klingt so, als wären nur zwei Mikrofone im Spiel.

Ohne irgendwelche »Verschlimmbesserer« wie Filter, Limiter, Equalizer, künstlichen Hall etc. zu benutzen, sammeln wir die Mikro-Wellen übertragerlos in einem puristischen Mischpult und geben das mit elektrostatischem Kopfhörer kontrollierte Stereosignal linear und unbegrenzt an den AD-Wandler und zum digitalen Speicher weiter. Dadurch bleiben auch die feinsten Einschwingvorgänge erhalten. Auf der digitalen Ebene wird dann ohne klangmanipulierende Eingriffe mit dem eigenen Editor in unserem Hause das Band zur Herstellung der Compact Disc für den Hörer erstellt, für Ihr hoffentlich großes Hörvergnügen.


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